Ruth Hallensleben

Ruth Anna Maria Ottilia Martha Hallensleben (* 1. Juni 1898 in Köln; † 28. April 1977 ebenda) war eine deutsche Fotografin, die sich für ihre Industriefotographien in der Nachkriegszeit einen Namen gemacht hat.

Leben und beruflicher Werdegang

Ruth Hallensleben war das zweite Kind des Kaufmanns Anton Hallensleben und seiner Frau Philippine, geb. Mahlendorf. Nach dem Schulabschluss 1914 in Köln absolvierte sie bis 1915 eine Ausbildung als Erzieherin in Kassel.

1925 lernte Ruth Hallensleben im Pilotencafé am Stuttgarter Flughafen Wilhelm Debus (1893–1980) kennen, der im Ersten Weltkrieg Jagdflieger gewesen war, und ein begeisterter Fotograf. Es entstand eine lebenslange Freundschaft und berufliche Zusammenarbeit. Möglicherweise hatte ihre Verbindung auch zur Folge, dass sich Hallensleben 1929 entschloss, sich zur Fotografin auszubilden. Ab 1930 arbeitete sie drei Jahre als Praktikantin bei der Kölner Porträtfotografin Elsbeth Gropp. 1927 wurde Wilhelm Debus leitender Redakteur der Werkzeitschrift Das Werk der Vereinigten Stahlwerke. Schon während ihrer Ausbildung vermittelte Debus Ruth Hallensleben Aufträge. So erschien ihre erste Veröffentlichung bereits 1931 in der Zeitschrift Das Werk. Sie entdeckte die Industriefotografie, die damals eine Männerdomäne war. Sie fotografierte die Arbeitswelt der Stahlwerke und im Bergbau, auch unter Tage. Als 1943 Das Werk vom Propagandaminister Joseph Goebbels "mangels Linientreue" eingestellt wurde, verlor auch Ruth Hallensleben einen ihrer wichtigsten Auftraggeber. Die berufliche Zusammenarbeit zwischen Hallensleben und Debus wurde fortgesetzt, als Debus unter demselben Titel Das Werk 1952 die Redaktionsleitung der Werkszeitschrift der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (abgekürzt GBAG, Gebag oder Gelsenberg) übernahm. Für diese Zeitschrift war Hallensleben bis zum Jahr 1958 Hauptfotografin.

1934 machte Hallensleben sich selbständig und eröffnete im Hansahochhaus ihr Atelier. 1936 wurde sie in die Gesellschaft deutscher Lichtbildner aufgenommen.

1943 zog Hallensleben von Köln nach Wiehl um, hatte dort nochmals 1950 in ein größeres Atelier. Ein letztes Mal verlagerte sie ihr Atelier 1961 nach Wuppertal-Elberfeld. 1973 beendete sie ihre berufliche fotografische Tätigkeit. Sie starb 1977 unverheiratet im Alter von 78 Jahren und wurde auf dem Melaten-Friedhof in Köln bestattet.

Nachlass

1986 erwarb die Kulturstiftung Ruhr den Großteil des fotografischen Nachlasses von Ruth Hallensleben und übergab ihn 1989 dem Ruhr Museum. Der Bestand des Ruhr Museums umfasst rund 38.000 Negative und 1500 Abzüge.

Ehrungen

Werk

Der Schwerpunkt von Ruth Hallenslebens Werk liegt in der Industriefotografie. Den größten Teil ihrer Industriebilder machte sie im Auftrag von Firmen oder Verlagen. Daneben existieren wichtige Beiträge zur Landschaftsfotografie.

Ausstellungen

Publikationen

Literatur

TV-Beiträge

Einzelnachweise

  1. ↑ Sterbeurkunde Nr. 4028 vom 2. Mai 1977, Standesamt Köln. In: LAV NRW R Personenstandsregister. Abgerufen am 27. Februar 2025.
  2. ↑ Frauen-Kultur-Archiv | Fotografinnen/Nachkriegszeit. Ruth Hallensleben. Abgerufen am 12. August 2023.
  3. ↑ Bilder im Auftrag. Fotografien von Ruth Hallensleben 1931–1973, abgerufen am 7. Februar 2025.
  4. ↑ Ruth Hallensleben (1898-1977). Porträt bei der Die Photographische Sammlung, Köln, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  5. ↑ Rüdiger Schünemann-Steffen: Kölner Straßennamen-Lexikon. Jörg-Rüshü-Selbstverlag, Köln, 3., erweiterte Aufl. 2016/2017, S. 703.
  6. ↑ Exhibition Künstlerinnen im Dialog - artist, news & exhibitions - photography-now.com. In: www.photography-now.com. Abgerufen am 10. April 2016.
  7. ↑ Wiki Women MK&G. 10. Mai 2023, abgerufen am 13. August 2023.
  8. ↑ Bilder im Auftrag. Fotografien von Ruth Hallensleben 1931–1973, abgerufen am 7. Februar 2025.
Personendaten
NAME Hallensleben, Ruth
ALTERNATIVNAMEN Hallensleben, Ruth Anna Maria Ottilia Martha (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutsche Fotografin
GEBURTSDATUM 1. Juni 1898
GEBURTSORT Köln
STERBEDATUM 28. April 1977
STERBEORT Köln