
Ruth Shagoury Hubbard (geboren als Ruth Hoffmann 3. März 1924 in Wien; gestorben 1. September 2016 in Cambridge, Massachusetts) war eine österreichisch-amerikanische Biochemikerin. Sie war die erste ordentliche Professorin in den Naturwissenschaften an der Harvard University.
Ruth Hoffmann war eine Tochter des Arztes Richard Hoffmann und der Ärztin Helene Ehrlich, ihr Bruder Alexander Hoffmann (1928–2009) war in den USA Bürgerrechtsaktivist. Hoffmann emigrierte mit ihrer Familie 1938 in die USA, wo sie die Brookline High School in Brookline, Massachusetts besuchte. 1942 heiratete sie Frank Hubbard, von dem sie 1951 geschieden wurde. In zweiter Ehe war sie mit dem Biologen George Wald verheiratet, die Tochter Deborah Hannah Wald wurde Familienrechtlerin, der Sohn Elijah Wald Musiker.
Sie studierte am Radcliffe College in Cambridge Biochemie mit dem Bachelor-Abschluss 1944. 1948 studierte sie an der University College Hospital Medical School in London mit einem U.S. Public Health Service predoctoral fellowship und promovierte 1950 in Biologie am Radcliffe College. Danach forschte sie an der Harvard University und erhielt 1952 ein Guggenheim-Stipendium am Carlsberg-Forschungszentrum in Kopenhagen. Sie kehrte 1954 als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an die Harvard University zurück, wurde dort 1974 Professorin und 1972 Gastprofessorin am Massachusetts Institute of Technology. 1958 heiratete sie George Wald, mit dem sie bereits als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Harvard an der Erforschung der Biochemie von Retinal und Retinol gearbeitet hatte. Ihre Forschung mit Wald brachte viele wichtige Beiträge zum Verständnis der Biochemie und Photochemie des Sehens bei Wirbeltieren und Wirbellosen, für die er 1967 die Paul-Karrer-Medaille gewann. Sie war Mitglied der American Society of Biologic Chemistry und veröffentlichte mindestens 31 wissenschaftliche Arbeiten zum Sehvorgang. Seit den 1960er Jahren engagierte sie sich für soziale und politische Fragen und wurde als Kritikerin der Soziobiologie bekannt. Ihr veröffentlichtes Werk umfasste mehrere Bände und wissenschaftliche Beiträge in akademischen und allgemeinverständlichen Publikationen zu diesen Themen. 1973 wurde Hubbard in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hubbard, Ruth |
| ALTERNATIVNAMEN | Shagoury Hubbard, Ruth; Hubbard Wald, Ruth |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanische Biochemikerin österreichischer Herkunft |
| GEBURTSDATUM | 3. März 1924 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 1. September 2016 |
| STERBEORT | Cambridge, Massachusetts |