Ruth Rouse

Clara Ruth Rouse (* 17. September 1872 in London-Clapham; † 29. September 1956 in Beccles) war eine britische anglikanische Theologin. Als langjährige Sekretärin des Christlichen Studenten-Weltbundes (World Student Christian Federation, WSCF) gehörte sie zu den Führungsfiguren der frühen Ökumenischen Bewegung.

Leben

Rouse' Eltern gehörten zur Gemeinde des baptistischen Metropolitan Tabernacle in London. Dort wurde Rouse 1892 getauft, trat aber bald darauf der Church of England bei. Sie studierte am Bedford College in London und von 1891 bis 1894 am Girton College in Cambridge, wo sie aber wegen der damaligen Einschränkungen noch keinen akademischen Grad erlangen konnte. Während des Studiums schloss sie sich dem Student Volunteer Movement an, dessen Zeitschrift Student Volunteer sie ab 1895 herausgab. Auf Reisen durch Großbritannien, Skandinavien und die Vereinigten Staaten wirkte sie dafür, die internationale Zusammenarbeit sowohl der christlichen Studentenbewegung als auch der Colleges für Frauenbildung zu vernetzen. Von 1899 bis 1901 arbeitete sie als Missionarin in Indien, musste aber wegen Gesundheitsproblemen nach Europa zurückkehren. John Raleigh Mott gewann sie 1903 dafür, erneut als Reisesekretärin für den Christlichen Studenten-Weltbund zu arbeiten. 1905 wurde sie offiziell angestellt und rückte später zur Generalsekretärin der Vereinigung auf, für die sie auch an der Weltmissionskonferenz in Edinburgh 1910 teilnahm. Nach dem Ersten Weltkrieg war sie an der Gründung des European Student Relief Fund beteiligt, aus dem sich der heutige World University Service entwickelte.

1924 gab Rouse die Arbeit für den Christlichen Studenten-Weltbund auf, um als Bildungssekretärin im Missionsrat der National Assembly (heute Generalsynode) der Church of England zu arbeiten. 1939 trat sie in den Ruhestand, war aber weiter publizistisch tätig. So ordnete sie das Archiv des Ökumenischen Rats der Kirchen in Genf und schrieb die erste groß angelegte Geschichte der ökumenischen Bewegung. Ehrenamtlich übernahm sie von 1938 bis 1946 den Vorsitz der Young Women’s Christian Association (YWCA), in deren Exekutivausschuss sie schon seit 1906 Mitglied war.

Veröffentlichungen (Auswahl)

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Girton College Register: 1869–1946. 1948, S. 70.
  2. ↑ Irénikon. Band 29, 1956, ISSN 0021-0978, S. 431 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche-USA).