| Kristallstruktur | |||||||||||||||||||
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| _ Ru4+ _O2− | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Ruthenium(IV)-oxid | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
Rutheniumdioxid | ||||||||||||||||||
| Verhältnisformel | RuO2 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
blau-schwarzes, geruchloses Pulver | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 133,07 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Dichte |
6,97 g·cm−3 | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
> 955 °C | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
praktisch unlöslich in Wasser | ||||||||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Toxikologische Daten | |||||||||||||||||||
| Thermodynamische Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| ΔHf0 |
−305 kJ·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Ruthenium(IV)-oxid ist eine chemische Verbindung des Rutheniums aus der Gruppe der Oxide. Neben der wasserfreien Form sind auch Hydrate bekannt.
Ruthenium(IV)-oxid kann durch Hydrolyse von Rutheniumhalogeniden (z. B. Ruthenium(III)-chlorid) gewonnen werden.
Einkristalle des Oxides lassen sich durch eine CVT-Methode (Chemical Vapor Transport) herstellen. Hierfür wird zunächst Ruthenium-Schwamm im Sauerstoffstrom bei 1000 °C zum polykristallinen Oxid umgesetzt. Dieses Oxid wird dann in einem 3-Zonen-Ofen im Sauerstoffstrom bei 1190 °C in ein flüchtiges Oxid überführt, welches sich dann in einer kälteren Region des Rohres bei 1090 °C wieder zu Sauerstoff und Ruthenium(IV)-oxid zersetzt, wobei 3 bis 4 mm große Einkristalle der Zielverbindung entstehen.
Ruthenium(IV)-hydrid-Hydrat wird durch Reaktion von Ruthenium(III)-chlorid mit verdünnter Natronlauge gewonnen, wobei es bei der Erhöhung des pH-Wertes auf 6 beginnt auszufallen.
Wasserfreies Ruthenium(IV)-oxid ist blauschwarz und geruchlos. Es besitzt eine tetragonale Rutil-Kristallstruktur mit der Raumgruppe P42/mnm (Raumgruppen-Nr. 136) und den Gitterparametern a = 4,49 Å und c = 3,11 Å sowie zwei Formeleinheiten pro Elementarzelle. Diese geht bei 5,3 GPa in eine Hochdruckmodifikation in einer Calciumchlorid-Struktur über. Ruthenium(IV)-oxid ist ein guter elektrischer Leiter (spezifischer Widerstand 4 · 10−5 Ωcm bei Raumtemperatur) und zählt zu den besten Leitern unter allen Oxiden.
An Ruthenium(IV)-oxid-hydraten RuO2 · x H2O sind zwei Formen mit x = 0,29 und x = 2,32 bekannt. Sie haben Rutil-ähnliche Strukturen mit RuO6-Oktaedern, die in Ketten angeordnet sind. Diese sind untereinander nicht verknüpft. Im Gegensatz zum wasserfreien Oxid weisen die Hydrate eine gemischte Elektronen-Protonen-Leitfähigkeit auf.
Ruthenium(IV)-oxid wird für die Beschichtung von Titan-Anoden, wie sie beispielsweise für die Chloralkali-Elektrolyse benötigt werden, und in der Elektronikindustrie verwendet. Außerdem wird Rutheniumoxid in Widerstandsthermometern für extrem tiefe Temperaturen verwendet.
Weitere Anwendung findet es im Bereich der Mikroelektronik als Wirksubstanz in Widerstandspasten für die Dickschichttechnik.
Ruthenium(IV)-oxid-Hydrat ist in der Lage, als heterogener Katalysator Kohlenstoffmonoxid bei Raumtemperatur zu oxidieren. Es wird zudem als Material für pseudokapazitive Energiespeicher als Superkondensator erforscht. Es besitzt eine sehr hohe theoretische Kapazität von 1400–2000 F · g−1, die Anwendung ist aber vor allem durch den hohen Preis eingeschränkt.