S. Janaki

S. Janaki (2007)

S. Janaki (Telugu ఎస్.జానకి; * 23. April 1938 in Palapatla, Madras, Britisch-Indien; † 11. Juli 2026 in Mysuru, Karnataka), voller Name Sistla Janaki, war eine indische Playbacksängerin, die vor allem in den südindischen Filmindustrien Erfolge feierte. Sie wurde viermal mit dem National Film Award bedacht. Im Laufe ihrer Karriere nahm sie über 48.000 Lieder in zahlreichen Sprachen auf und wurde als Nachtigall Südindiens bekannt.

Leben

Janaki wurde als Tochter eines ayurvedischen Arztes geboren und lernte Telugu als ihre Muttersprache. Sie heiratete 1959 und zog im selben Jahrzehnt nach Chennai. In Hyderabad verbrachte sie einen Teil ihrer späteren Jahre. Im Juli 2026 wurde sie in ein Krankenhaus in Mysuru eingeliefert, wo sie an den Folgen eines Herzstillstandes verstarb. Sie wurde mit Staatsehren beigesetzt.

Karriere

1957 nahm Janaki an einem Casting in Chennai teil, wo sie vor R. Sudarsanam und R. Govardhanam Rasik balma von Lata Mangeshkar sang. Daraufhin wurde sie fest bei den AVM Studios angestellt. Im selben Jahr nahm sie für den tamilischen Film Vidhiyin Vilayadal erste Titel auf. Der Film wurde jedoch nie veröffentlicht. Die tatsächlich erste Veröffentlichung ihrer Lieder fand für Magdalanaattu Mary statt, wobei Kunnukku naere minnidum thaarai, ein Duett mit ihr und P. B. Sreenivas als ihr erster Filmsong angesehen wird. Bereits im ersten Karrierejahr nahm sie geschätzt 100 Lieder in sechs verschiedenen Sprachen auf.

Ihr erster Malayalam-Titel wird auf 1959 (Minnunnathellam Ponnalla) datiert, von einigen Historikern wird 1957 (Minnal Padayali) angenommen. In den 60er-Jahren konnte sich Janaki als Sängerin in dieser Filmindustrie etablieren und dominierte diese von den späten 70er- bis in die frühen 80er-Jahre. Zwischen 1972 und 1984 konnte sie neunmal den Kerala State Film Award als beste Sängerin gewinnen.

Mit Ilaiyaraaja und S. P. Balasubrahmanyam konnte sie ihre größten Erfolge feiern. Für verschiedene Veröffentlichungen auf Tamil und Telugu schrieb Janaki die Liedtexte; für Mouna Poraatam (1988) komponierte sie die Musik. Sie gewann viermal den National Film Award, zweimal für Tamil-Filme und jeweils einmal für einen Telugu- und Malayalam-Film. 1998 wurde sie mit dem Filmfare Award South für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Duette auf Hindi mit Kishore Kumar machten sie auch in Nordindien bekannt; Bappi Lahiri engagierte sie für viele seiner Soundtracks. Dennoch steht diese Schaffensphase in keinem Vergleich mit dem Erfolg, den sie in Südindien erreichen konnte.

Janaki nahm im Laufe ihrer sechs Jahrzehnte andauernden Karriere 48.000 Lieder in über 20 Sprachen auf. Wenige Lieder nahm sie in nicht-indischen Sprachen auf. Für den Film Puthu Paattu sang sie auf Deutsch Ich liebe dich. Der Titel wurde von Ilaiyaraaja komponiert und von Gangai Amaran getextet.

Im Juni 2013 wurde sie von der indischen Regierung für den Padma Bhushan vorgeschlagen. Janaki lehnte die Auszeichnung jedoch ab und erklärte, der Preis sei zu spät gekommen und dass sie aufgrund ihrer langjährigen Karriere einen Bharat Ratna hätte erhalten sollen. Ihre letzte Aufnahme war für den Film 10 Kalpanakal, für den sie Ammappoovinum von Mithun Eshwar sang.

Rezeption

The Hindu sprach 2007 von einer „vielseitigen Stimme“ Janakis und führte als Beispiele an, sie habe einem Kind, einer Betrunkenen, einer alten Frau und einem Mann ihre Singstimme geliehen. Der New Indian Express schrieb anlässlich ihres Todes, dass jedes Genre seinen „Janaki-Song“ habe und hob besonders ihre Zusammenarbeit mit M. S. Viswanathan, Ilaiyaraaja und K. V. Mahadevan hervor. Janaki sei von zahlreichen Sängerinnen und Sängern geschätzt worden. Niveditha K. Prasad von The Wire stellte S. Janakis langanhaltende Karriere in eine Reihe mit der von den Schwestern Asha Bhosle und Lata Mangeshkar. Im Gegensatz zu diesen habe sich Janaki aber nicht auf einen bestimmten Typ festlegen lassen und „Charaktere aller Farben“ dargeboten.

Janaki war beim Publikum als Nachtigall Südindiens oder auch als Janaki amma bekannt. Obwohl sie über 48.000 Lieder aufgenommen haben soll, hielt ihre Kollegin Asha Bhosle diesen von Guinness World Records anerkannten Rekord mit 12.000 Liedern. Titel wie Matha un kovilil, Karutha machan und Kanmani anbodu wurden seit der Jahrtausendwende für neue Filme wiederverwendet und ließen Janakis Lieder bei einem jüngeren Publikum bekannt werden.

Filmografie (Auswahl)

Commons: S. Janaki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ M. B. GIRISH: Nightingale Of South India S. Janaki No More. 11. Juli 2026, abgerufen am 28. August 2026 (englisch).
  2. ↑ Anurag Tagat: From Duets to Devotion: 10 Essential S. Janaki Film Songs. In: Rolling Stone India. 14. Juli 2026, abgerufen am 5. September 2026 (amerikanisches Englisch).
  3. 1 2 Legendary singer S Janaki, called Nightingale of South India passes away at 88 in Mysuru due to age-related ailments. In: The Times of India. 11. Juli 2026, ISSN 0971-8257 (indiatimes.com [abgerufen am 26. August 2026]).
  4. 1 2 3 Ramesh Chakrapani: S. Janaki (1938-2026): Of Sweetest Songs and Saddest Thought. 16. Juli 2026, abgerufen am 29. August 2026 (englisch).
  5. 1 2 3 4 5 Timeless voice (Memento vom 8. November 2012 im Internet Archive)
  6. ↑ S. Janaki Awards: List of awards and nominations received by S. Janaki. In: Times of India Entertainment. Abgerufen am 29. August 2026 (englisch).
  7. ↑ Ich Libe Dich. In: Musixmatch. Abgerufen am 5. September 2026 (spanisch).
  8. ↑ When S. Janaki rejected the Padma Bhushan in 2013 and refused to accept anything less than the Bharat Ratna: 'Honour artists while they are alive'. In: The Times of India. 12. Juli 2026, ISSN 0971-8257 (indiatimes.com [abgerufen am 28. August 2026]).
  9. ↑ Aswin Asok Kumar: ‘Ammappoovinum...’: S. Janaki's last recorded song. 12. Juli 2026, abgerufen am 29. August 2026 (englisch).
  10. ↑ Legendary singer S. Janaki ends her illustrious career with soulful lullaby in Pathu Kalpanakal, watch video. In: The Indian Express. 4. Oktober 2016, abgerufen am 29. August 2026 (englisch).
  11. 1 2 Avinash Ramachandran: S Janaki leaves behind a legacy of 48,000 unforgettable songs. 12. Juli 2026, abgerufen am 26. August 2026 (englisch).
  12. ↑ Niveditha K. Prasad: S. Janaki: A Southern Songstress. In: The Wire. 26. Juli 2026, abgerufen am 5. September 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Janaki, S.
ALTERNATIVNAMEN Janaki, Sistla (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG indische Playbacksängerin
GEBURTSDATUM 23. April 1938
GEBURTSORT Palapatla, Madras, Britisch-Indien
STERBEDATUM 11. Juli 2026
STERBEORT Mysuru, Karnataka