SK Djerv

Djerv
Basisdaten
Name Sportsklubben Djerv
Gründung 18. Mai 1913
Farben Blau/Weiß
Erste Fußballmannschaft
Cheftrainer Jan Ove Sæbø
Spielstätte Møhlenpris idrettsplass
Liga 4. divisjon (Hordaland Fotballkrets)
2025 4. Platz

Sportsklubben Djerv ist ein 1913 gegründeter norwegischer Sportverein in Bergen im Stadtteil Møhlenpris.

Fußball

Anfänge

Im Mai 1913 suchte die Jungenfußballmannschaft des Sydneshæugen SK einen Gegner für ein Fußballspiel. In der Umgebung der im selben Jahr neu eröffneten Schule Møhlenpris und des „Storeleken“ (heute die Sportstätte Møhlenpris), einer Spielfläche, die für viele Sportarten genutzt wurde, fanden sich Jugendliche als Team zusammen, die wenige Tage später das erste Spiel mit 3:1 gegen Sydneshæugen gewannen. Am 18. Mai 1913 gründeten die Spieler offiziell den SK Djerv, einen von rund 70 Fußballvereinen, die zwischen 1907 und 1917 in Bergen entstanden. Viele der ersten Spieler waren Söhne von Seeleuten, die von der Marinebasis in Horten in die Bergenser Basis Marineholmen verlegt worden waren; eines der acht verlegten Schiffe war das Torpedoboot „Djerv“. Unter den ersten Mitgliedern des Vereins war der 15-jährige Harald Strøm, der später sowohl im Fußball als vor allem auch im Eisschnelllauf große Erfolge sammeln sollte, aber noch im gleichen Jahr nach Horten zurückkehrte.

Lokaler Aufstieg

Sportplatz Møhlenpris (2009)

Bis 1917 nahm Djerv nur Spieler auf, die in Møhlenpris wohnten, danach öffnete sich der Klub auch für andere Stadtteile. 1921 spielte Djerv sein erstes Spiel gegen eine Mannschaft aus einem anderen Landesteil. Das Spiel gegen Kristiania Kameratene, bei denen der aktuelle Nationaltorhüter Harald Finstad im Tor stand, fand vor 2500 Zuschauern auf Storeleken statt und Djerv gewann mit 4:1. 1925 gewann Djerv erstmals die Bergenser Kreismeistermeisterschaft, wodurch sie das Recht erhielten, am Norwegischen Fußballpokal der Männer 1926 teilzunehmen (den Brann Bergen 1925 gewonnen hatte). In der zweiten Runde unterlag Djerv Frigg Oslo FK.

Blüte der 1930er Jahre

Møhlenpris Schule, ca. 1920

Bis in die 1930er Jahre rekrutierten sowohl Djerv als auch der SK Hardy weiterhin häufig Spieler in den Abschlussklassen der Schule in Møhlenpris. So stammten beispielsweise Kjell Eeg, der sich für Djerv entschied, Magdalon Monsen und Gotfred Bysheim (beide SK Hardy), die alle drei später Nationalspieler wurden, aus demselben Schuljahrgang (1925). Auch Odd Frantzen (SK Hardy) kam wenig später aus einer Abschlussklasse in Møhlenpris. Die 1930er Jahre waren zugleich die erfolgreichsten Jahre der Klubgeschichte. 1931 schlug Djerv zum ersten Mal seit sechs Jahren wieder Brann und wurde erneut Kreismeister. 1934 wurde die Vestlandserien eingeführt in der Brann, Hardy und Djerv mit Stavanger IF und Viking Stavanger um den sog. Parba-Pokal spielten. Djerv belegte hinter Brann Platz 2. 1937 wurde mit der Norgesserien erstmals ein landesweiter Ligawettbewerb eingerichtet. Djerv gehörte zu den 74 Mannschaften, die in 11 Gruppen aus 8 Distrikten spielten, wobei die Distriktsmeister anschließend im K.-o.-System den nationalen Meister ermittelten. Djerv gewann souverän den Vestlands-Distrikt, mit 10 Siegen in 10 Spielen und 8 Punkten Vorsprung vor Brann. Im Halbfinale der Meisterrunde unterlag die Mannschaft Lyn Oslo mit 2:3. Djervs Mittelfeldspieler Kjell Eeg wurde in dem Jahr in die Nationalmannschaft berufen.

Zweiter Weltkrieg

Feier zur offiziellen Wiedereröffnung des Sportes, 3. Juni 1945, Torgallmenningen, Bergen

Während der deutschen Invasion Norwegens am 9. April 1940 und der Übernahme von Marineholmen wurden die Nachbarschaften in Møhlenpris teilweise schwer beschädigt. Dennoch ging der Ligabetrieb ab Juli 1940, teilweise eingeschränkt, weiter, und in Møhlenpris fanden sogar Freundschaftsspiele zwischen der Stadtauswahl und einer Mannschaft der Besatzungsmacht statt, die beide von der Bergenser Mannschaft gewonnen wurden. Gleichzeitig organisierte sich lokaler Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Nach dem Verbot des norwegischen Arbeitersportbundes und der Verhaftung von dessen Leiter, kam es ab Dezember 1940 zu einem „Sportstreik“ und fast alle offiziellen Sportveranstaltungen der Vereine, die unter nationalsozialistische Kontrolle kamen, wurden eingestellt. Zunehmend kamen inoffizielle Spiele auf, die von den Besatzern als „illegal“ betrachtet wurden. Bei der Zerschlagung der Stein-Organisation 1941 wurde unter anderem auch der Djerv-Spieler Martin Eriksen als Widerstandskämpfer verhaftet. Erst am 3. Juni 1945 wurde der Sportstreik offiziell beendet.

Eishockey

Die Eishockeymannschaft Djerv formierte sich Anfang 1930, die Spiele fanden im Winter auf der Bahn der Sportstätte Møhlenpris statt, die auch für Eisschnelllauf-Wettkämofe genutzt wurde. Zur ersten Eishockeymannschaft gehörte auch Kjell Eeg, der als Fußballer bei Djerv sehr erfolgreich war und 1938 Nationalspieler wurde.

Die Mannschaft des Vereins spielte von 1979 bis 1983 in der 1. divisjon, der damals höchsten norwegischen Spielklasse. Aus dieser musste sich die Mannschaft aus finanziellen Gründen zurückziehen. In der Saison 1984/85 scheiterte die Mannschaft erst in der Relegation am Wiederaufstieg. In der folgenden Spielzeit erreichten der SK Djerv und der Stadtnachbar Bergen IK beide die Relegation. Nachdem dem SK Djerv der Aufstieg in die 1. divisjon gelang, entschloss man sich zu einer Kooperation beider Mannschaften, um eine konkurrenzfähige Mannschaft aufstellen zu können. Die gemeinsame Profimannschaft spielte als Bergen/Djerv vier Jahre lang in der 1. divisjon, ehe die Mannschaft in Konkurs ging. Während der SK Djerv anschließend seine Eishockeyabteilung schloss, begann der Bergen IK unterklassig mit dem Wiederaufbau einer eigenen Mannschaft.

Weitere Sportarten

Weitere Abteilungen des Vereins sind Unihockey, Badminton, Korfball und Turnen.

Bedeutende Mitglieder

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Rolf Eriksen: Musikk fra en blå drakt: om sportsklubben Djerv og bydelen Møhlenpris. Eide, 1984, S. 12–13 (norwegisch).
  2. ↑ Eriksen, S. 46
  3. ↑ Eriksen, S. 41
  4. ↑ Eriksen, S. 59
  5. ↑ Eriksen, S. 75–80
  6. ↑ Eriksen, S. 70