Savoia-Marchetti SM.79

Savoia-Marchetti SM.79 Sparviero
SM.79 fliegen 1941 einen Angriff gegen Malta
TypBomber
Entwurfsland

Italien 1861 Königreich Italien

Hersteller Savoia-Marchetti
Erstflug 8. Oktober 1934
Indienststellung 1937
Produktionszeit

Frühjahr 1943

Stückzahl ca. 1330

Die Savoia-Marchetti SM.79 Sparviero (Sperber) war ein dreimotoriger mittelschwerer Bomber aus italienischer Produktion.

Geschichte

Das Flugzeug wurde von Alessandro Marchetti ursprünglich für das im Oktober/November 1934 stattfindende MacRobertson-Luftrennen von England nach Australien unter der Bezeichnung S.79 entworfen. Der Prototyp des in Anlehnung an die etwas größere SM.81 Pipistrello eigentlich als ziviles Transportflugzeug für acht Personen vorgesehenen Flugzeugs flog am 8. Oktober 1934 mit dem Savoia-Einflieger Adriano Bacula erstmals. Nachdem sie leistungsstärkere Triebwerke erhalten hatte, stellte die Maschine 1935 unter der Bezeichnung S.79P mehrere Weltrekorde auf; nach nochmaliger Verbesserung der Motorenleistung im Jahr darauf folgten weitere Bestleistungen. Mitte 1938 wurde der Anfangsbuchstabe des Konstrukteurs der Bezeichnung hinzugefügt und die S.79 zur SM.79. Der zweite Prototyp erschien aufgrund der erkannten Leistungsreserven bereits als Bomber. Nach der Truppenerprobung erhielt die Regia Aeronautica 1937 die ersten Exemplare der Serie SM.79-I, die auch im spanischen Bürgerkrieg eingesetzt wurden. Jugoslawien bestellte davon 45 Stück. Als Italien in den Zweiten Weltkrieg eintrat, besaß die Luftwaffe rund 600 Sparviero, die an allen italienischen Kriegsschauplätzen als Bomber, Aufklärer, Transporter und Torpedobomber Verwendung fanden. Die 1936 entwickelte zweimotorige Bomberausführung wurde nach Rumänien, Brasilien und in den Irak exportiert. Der Versuch, das Flugzeug als mit Sprengstoff präpariertem unbemannten Flugkörper gegen Schiffe zu verwenden, schlug wegen Schwierigkeiten mit der Fernsteuerung fehl. Die SM.79 war einer der besten italienischen Bomber des Zweiten Weltkrieges. Sie wurde in etwa 1330 Exemplaren gebaut.

Technische Beschreibung

Die SM.79 war ein fünfsitziger Tiefdecker in Gemischtbauweise. Der Rumpf bestand aus Stahlrohr; im Bugbereich war er mit Duralumin beplankt, ansonsten mit Stoff bespannt. Das Normalleitwerk war verstrebt, das Heckfahrwerk einziehbar. Charakteristisch war der „Buckel“ über dem Cockpit.

Versionen

Savoia Marchetti SM.79

Technische Daten

Dreiseitenriss
KenngrößenSM.79-IISM.79-III
Besatzung56
Länge16,20 m16,20 m
Spannweite21,20 m20,20 m
Höhe4,10 m4,10 m
Flügelfläche61,00 m²61,70 m²
Flügelstreckung7,4
Leermasse7610 kg7700 kg
Startmassenormal 11.325 kg
maximal 12.500 kg
Triebwerkdrei 9-Zylinder-Sternmotoren Alfa Romeo 126 RC.34 mit je 746 kW (1.014 PS) in 4000 m Höhedrei 9-Zylinder-Sternmotoren Alfa Romeo 128 R.C.18 mit je 841 kW (1.143 PS) in 4000 m Höhe
Höchstgeschwindigkeit434 km/h in 3000 m Höhe460 km/h in 3970 m Höhe
Marschgeschwindigkeit320 km/h
Steigzeit10,5 min auf 4300 m Höhe
Reichweite1990 km mit zwei Torpedos2600 km
Gipfelhöhe7500 m
Bewaffnungdrei 12,7-mm-MG
zwei 7,7-mm-MG
zwei 450-mm-Torpedos mit 200-kg-Sprengköpfen
drei 12,7-mm-MG
zwei 7,7-mm-MG
1200 kg Bombenlast in internem Bombenschacht

Bildergalerie

Literatur

Siehe auch

Commons: Savoia-Marchetti SM.79 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Luigino Caliaro: Savoia-Marchetti S.79: Pfeilschneller „Sperber“. In: Flugzeug Classic. Nr. 11. GeraMond, 2026, ISSN 1617-0725, S. 34–43.
  2. ↑ Jonathan W. Thompson: Italian Civil and Military Aircraft 1930–1945. Los Angeles 1963, S. 268.