| SNCF X 72500 | |
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X72733/72734 2010 in Amiens | |
| Nummerierung: | SNCF X 72501/72502–72733/72734 |
| Anzahl: | 2-teilig: 73 3-teilig: 44 |
| Hersteller: | Alstom |
| Baujahr(e): | 1997–2002 |
| Achsfolge: | B'B'+(2'2'+)B'B' |
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) |
| Länge: | 2-teilig: 52.900 mm 3-teilig: 78.400 mm |
| Breite: | 2,9 m |
| Höhe: | 4,28 m |
| Drehzapfenabstand: | Triebwagen: 19.000 mm Mittelwagen: 18.700 mm |
| Drehgestellachsstand: | 2.700 mm |
| Raddurchmesser: | 920 mm |
| Leermasse: | 2-teilig: 113,4 t 3-teilig:158,5 t |
| Dienstmasse: | 2-teilig: 125,4 t 3-teilig: 176,7 t |
| Höchstgeschwindigkeit: | 160 km/h |
| Installierte Leistung: | 4× 300 kW |
| Motortyp: | 4× MAN D 2866 LUE 602 |
| Motorbauart: | 6-Zylinder-Viertakt-Dieselmotor |
| Nenndrehzahl: | 2250 U/min |
| Leistungsübertragung: | hydraulisch |
| Bremse: | mechanisch, hydrodynamisch |
| Sitzplätze: | 2-teilig: 150 3-teilig: 228 |
| Klasse(n): | 1./2. |
| Tankinhalt: | 2× 1860 l |
Die Baureihe X 72500 mit dem Spitznamen aspirateurs (dt. Staubsauger) sind zwei- oder dreiteilige Dieseltriebwagen des französischen Herstellers Alstom für die SNCF. Sie bestehen aus zwei an allen vier Achsen angetriebenen Endwagen und zum Teil einem antriebslosen Mittelwagen. Sie wurden von 1997 bis 2002 gebaut und sind für den Einsatz auf nicht elektrifizierten Strecken als Transport express régional (TER) oder Intercités (IC) bestimmt.
Einige Triebzüge verkaufte die SNCF gebraucht an die Regio Călători. Die ersten beiden Einheiten gelangten im August 2018 zu ihrem Einsatzort in Rumänien.

Die Triebwagen wurden während der Regionalisierung des Schienenpersonenverkehres in den 1990er Jahren beschafft. Die Fahrzeuge sollten vielseitig sein; einmal sollten sie auf längeren Strecken mit Geschwindigkeiten bis 160 km/h eingesetzt und mehrere Klassen haben, andererseits sollten sie auf Strecken im Nahverkehr mit hohen Beschleunigungen bei größerem Fahrgastandrang Verwendung finden. Dafür waren die einzelnen Triebwagen mit je zwei Motoren mit 300 kW Leistung und hydrodynamischer Kraftübertragung ausgerüstet. Anfangs wurden hauptsächlich zweiteilige Triebzüge produziert, um 1994 wurden von 12 Regionen, besonders Poitou-Charentes und Aquitanien, noch 90 zweiteilige und 15 dreiteilige Triebzüge bestellt. Als die Fertigung 2002 endete, waren 73 zweiteilige und 44 dreiteilige Einheiten produziert worden. In der Einführungsphase hatten die Triebwagen einige Qualitätsprobleme, was zu zwei Rückrufaktionen der Fahrzeuge von 1998 bis 2000 führte. 2001 wurden weitere Fahrzeuge zurückgerufen, um den Lärm der Antriebsanlage zu senken und den Komfort für die Fahrgäste zu verbessern.
Eingesetzt werden die Triebzüge auf der TER Auvergne-Rhône-Alpes, der TER Champagne-Ardenne, der TER Centre-Val de Loire, der TER Normandie, der TER Nouvelle-Aquitaine, TER Occitanie, TER Pays de la Loire, TER Picardie und der TER Provence-Alpes-Côte d’Azur. im IC-Verkehr werden die Fahrzeuge vorwiegend im Département Loire-Atlantique, LGV Sud Europe Atlantique, Centre-Val de Loire und vom Bahnhof Paris-Montparnasse aus eingesetzt. Der zweiteilige Triebzug X 72547/72548 wurde 1999 zu einem Versuchsfahrzeug mit Neigetechnik umgebaut. Im Jahr 2000 wurde er wieder in die Ursprungsform zurückgebaut. Ungefähr die Hälfte der Fahrzeuge wurde bereits zwischen 2018 und 2023 ausgemustert. Sie wurden hauptsächlich durch Zweikrafttriebfahrzeuge wie dem BB 82500 ersetzt. Von diesen ausgemusterten Fahrzeugen wurden einige an den privaten Dienstleister Railcoop übergeben.
Von zehn ausgemusterten X 72500 ist bekannt, dass sie nach Rumänien an den privaten Betreiber Regio Călători verkauft wurden. Die Fahrzeuge sind für die Bahnstrecke Ploiești–Brașov vorgesehen und sollen dort die älteren Fahrzeuge X 4500 „Caravelle“ ersetzen. Es ist geplant, etwa 60 bis 70 Fahrzeuge zu verkaufen.
Die Wagenkästen sind eine Selbsttragende Konstruktion in Stahlbauweise. Die Fußbodenhöhe im Einstiegsbereich beträgt 860 mm. Sie sind als Fahrzeuge für größere Distanzen mit mittleren Fahrgastwechseln ausgeführt. Jeder Wagen verfügt über eine Fahrgasttür pro Seite, die Triebwagen erhielten eine Seitentür für die Triebfahrzeugführer. Die 1. Klasse bietet drei Sitzplätze pro Reihe, sie befindet sich hinter dem Führerstand des Triebwagens. Total sind in der 1. Klasse 22 Sitzplätze, in der 2. Klasse befinden sich im Zweiwagenzug 121, im Dreiwagenzug 199 Sitzplätze. Dazu kommen noch einige Klappsitze. Die Wagen sind mit einer Scharfenbergkupplung für die Verwendung im Mehrtraktionsbetrieb ausgerüstet, sie ist mit einer verschließbaren Frontverkleidung bei Nichtgebrauch verkleidet. Bei offener Verkleidung können die Züge nur mit einer Geschwindigkeit von 120 km/h schnell fahren.
Die Antriebsanlage besteht aus einem Sechszylinder-Viertakt-Dieselmotor vom Typ MAN D 2866LUE 602 mit einer Leistung von 300 kW, sie wirkt im Zusammenhang mit einem hydraulischem Getriebe von Voith auf jedes Drehgestell im Endwagen, somit werden alle Achsen des Motorwagens angetrieben. Sie besitzen Klimaanlage, das erfordert eine leistungsfähige elektrische Anlage, sie wird von je einem Motorgenerator pro eingesetzten Wagen mit 135 kW erzeugt.
Die Fahrzeuge sind mit Vielfachsteuerung ausgerüstet, es können bis zu drei Triebwagen gesteuert werden. Das Bedienpult des Lokführers befindet sich in der Mitte und war für den Einmannbetrieb des Zuges ausgelegt. Da die Fahrzeuge ohne Rückspiegel ausgelegt sind, ist dieses aber nicht umsetzbar. Gebremst werden können die Wagen hydrodynamisch oder mechanisch mit pneumatischen Scheibenbremsen. Ein computergestütztes Diagnosesystem zeigt technische Informationen, Fehler und Störungen an.