SSE4 (Streaming SIMD Extensions 4) ist eine x86-Befehlssatzerweiterung von Intel, die ab der Penryn-Variante der Core-2-Prozessoren von Anfang 2008 in 64-Bit-x86-Prozessoren „x64“ enthalten ist. Der zweite Teil, SSE4.2 genannt, wurde mit der Nehalem-Mikroarchitektur Ende 2008 eingeführt und ist damit in allen Prozessoren der Core-i-Serie vorhanden. Bei Prozessoren von AMD wurde SSE4 inklusive SSE4.2 in der Bulldozer-Mikroarchitektur von 2011 übernommen und ist daher u. a. in Prozessoren der FX-Reihe enthalten.
Intel SSE4 besteht aus 54 Befehlen. Der erste Teil von 47 Befehlen erschien unter dem Namen SSE4.1, mit SSE4.2 kamen sieben weitere Befehle hinzu.
AMD fügte anstelle dessen mit der K10-Architektur (2007) vier eigene Befehle zu SSE3 hinzu und veröffentlichte diesen Instruktionssatz unter dem Namen SSE4a. Obwohl auch Intels SSE4 als Überarbeitung von SSE3 angesehen werden kann, haben SSE4 (Intel) und SSE4a (AMD) – trotz der Namensähnlichkeit – nichts miteinander gemein. In den Prozessoren der Bulldozer-Mikroarchitektur, die im Oktober 2011 veröffentlicht wurden, hat AMD SSE4 vollständig (und zusätzlich zu SSE4a) integriert, während x86-Prozessoren von Intel die SSE4a-Befehle nicht übernommen haben.
Intel stellte SSE4 u. a. auf der CES 2008 vor und fasst die x86-Streaming-Befehlssatzerweiterungen – darunter auch SSE4 – unter dem Marketing-Begriff „Intel HD Boost“ zusammen.
Im Folgenden eine unvollständige Auflistung der neu eingeführten Befehle und ihrer Einsatzbereiche.
DPPS, DPPDBLENDPS/-D, BLENDVPS/-D, PBLENDVB, PBLENDDWPMINSB, PMAXSB, PMINUW, PMAXUW, PMINUD, PMAXUD, PMINSD, PMAXSDPMOVSXBW/-D/-Q, PMOVZXBW/-D/-Q, PMOVSXWD/-Q, PMOVZXWD/-Q, PMOVSXDQ, PMOVZXDQCRC32cksum-Kommando zum Einsatz kommt. CRC-32C kommt unter anderem bei iSCSI und bei dem Linux Dateisystem Btrfs zum Einsatz.PCMPESTRI, PCMPESTRM, PCMPISTRI, PCMPISTRMSSE 4.2 ist eine Anforderung für Windows 11 Version 24H2 (Windows 11 2024 Update), umgesetzt wird diese ab dessen Vorabversion Insider Preview Build 26080 – April 2024.