Sonografie einer Hydronephrose mit deutlich geweitetem Nierenbecken (schwarz)Hoch pathologisches Miktionszystourethrogramm
Eine Hydronephrose (Wassersackniere, Harnstauungsniere), oder Uronephrose, ist eine Erweiterung des Nierenhohlsystems, die durch eine chronischeHarnstauung durch Störung im Harnabfluss zustande kommt und mittel- und langfristig mit einer Zerstörung des Nierengewebes einhergeht.
Das durch Abflussbehinderungen in Harnröhre, Harnblase oder Harnleitern verursachte Syndrom der Harnstauung (oder Syndrom der Harnverstopfung) wird als Hydronephros bezeichnet. Kommen entzündliche Veränderungen hinzu, spricht man von einem Pyonephros beziehungsweise von einer Pyonephrose.
Je nach Höhe der Störung kann nicht nur das Nierenhohlsystem, sondern auch der Harnleiter (Ureter) als Hydroureter sackartig ausgedehnt sein.
Ursachen
Als Ursache für die Druckerhöhung im Nierenhohlsystem kommen unter anderem in Frage:
Man muss zwischen einseitiger und doppelseitiger Hydronephrose unterscheiden. Nur die doppelseitige Hydronephrose führt zur klinisch bedeutsamen Niereninsuffizienz. Eine angeborene, ausgeprägte beidseitige Hydronephrose des Fötus kann sich durch eine verminderte Fruchtwassermenge (Oligohydramnion) bei der Schwangerschaftsdiagnostik bemerkbar machen.
Abzugrenzen ist die nicht obstruktive, nicht behandlungsbedürftige Megakalikose.
Folgende Arten werden unterschieden:
Intermittierende Hydronephrose (reversible Nierenbeckenkelchektasie, zum Beispiel infolge einer Nephroptose)
Angeborene Hydronephrose (zum Beispiel bei Klappenbildungen)
↑Günter Thiele (Hrsg.): Handlexikon der Medizin. Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore ohne Jahr, Band 2 (F–K), S. 1117.
↑Joachim Frey: Klinik der Erkrankungen der Harnwege. In: Ludwig Heilmeyer (Hrsg.): Lehrbuch der Inneren Medizin. Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 978–990, hier: S. 998 (Hydro- und Pyonephros).
↑Günter Thiele (Hrsg.): Handlexikon der Medizin. Band I (A–K), Verlag Urban & Schwarzenberg, München / Wien / Baltimore 1980, ISBN 3-541-09111-8, ISBN 3-541-09511-3, S. 1117 f.
↑Hubert Klein, Frauke Klein: Hydroureter und Hydronephrose beim Hund. In: Kleintierpraxis, 36, 1991, S. 571–574.
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