Sailerdenkmal

Sailerdenkmal Regensburg

Das Sailerdenkmal auf dem Emmeramsplatz in Regensburg erinnert an den Bischof Johann Michael von Sailer (1751–1832). Es wurde im Jahr 1868 im Auftrag des Königs Ludwig I. von Bayern nach Entwurf des Bildhauers Max Widnmann im Stil des Klassizismus errichtet.

Geschichte

Das Monument wurde 1868 im Todesjahr Ludwigs I. auf dem Emmeramsplatz aufgestellt, die Standfigur nach Süden, auf den Baukomplex von St. Emmeram ausgerichtet. 1870 kam eine Einfriedung durch ein dekoratives Geländer dazu. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Sailer-Denkmal an eine Hamburger Firma zum Einschmelzen verkauft. Nach Kriegsende wurde es vom Museumsdirektor Walter Boll aufgefunden und kehrte 1949 beschädigt nach Regensburg zurück, jedoch vorerst nicht auf seinen originalen Standort vor St. Emmeram, weil auf dem Emmeramsplatz im Zweiten Weltkrieg ein Luftschutzteich angelegt worden war, den Boll zu erhalten gedachte.

Ab 1951 stand das Denkmal dann in den Grünanlagen vor dem Bahnhof, unmittelbarer neben jenem für König Ludwig I., was sowohl der historischen Beziehung als auch seinem Charakter als Platzmonument widersprach. Der damalige Oberbürgermeister Georg Zitzler hatte das im Eigentum der Bundesbahn stehende Grundstück für die Stadt erworben. Die Enthüllung des Denkmals fand im Rahmen einer Gedenkfeier zum 200. Geburtstag Sailers am 11. November 1951, also am Sonntag vor dem eigentlichen Geburtstag statt.

Im Mai 2014 erfolgte dann die Rückführung auf den Emmeramsplatz. Beide Statuen, die von den Machthabern des Dritten Reichs von ihren ursprünglichen Standorten in das Umfeld des Bahnhofs verbracht waren, wurden saniert und zurückgeführt an ihren Ursprungsstandort, der einst mit Bedacht gewählt wurde. Das Sailerdenkmal steht unter Denkmalschutz (Akten-Nr. D-3-62-000-459).

Beschreibung

Die Statue stellt Sailer in Soutane dar. Mit der rechten Hand vollzieht er eine lehrende Geste, in der linken Hand hält er eine Bibel. Die Bronzeplastik steht auf einem Steinsockel, der die Inschriften „JOH.MICH.V.SAILER / BISCHOF / VON REGENSBURG“ auf der Vorderseite und „ERRICHTET / VON LUDWIG I / KOENIG VON BAYERN / MDCCCLXVIII“ auf der Rückseite trägt.

Literatur

Commons: Sailerdenkmal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Hans Bungert: Johann Michael Sailer: Theologe, Pädagoge und Bischof zwischen Aufklärung und Romantik : Vortragsreihe der Universität Regensburg. Mittelbayerische Druckerei- und Verlagsgesellschaft, 1983, ISBN 978-3-921114-57-5, S. 88.
  2. 1 2 Konrad Baumgartner, Peter Scheuchenpflug: Von Aresing bis Regensburg: Festschrift zum 250. Geburtstag von Johann Michael Sailer am 17. November 2001. Verein für Regensburger Bistumsgeschichte, 2001, S. 415.
  3. ↑ Haber & Brandner: Restaurierung des Bronzestandbilds des Regensburger Bischofs Sailer – Kunst – Denkmal – Metall. 21. Mai 2014, abgerufen am 25. Mai 2026.
  4. ↑ Nach Restaurierung kehrt das Standbild des einstigen Regensburger Bischofs wieder an seinen ursprünglichen Standort zurück. 13. Februar 2014, abgerufen am 25. Mai 2026 (deutsch).
  5. ↑ Denkmalliste für die Kreisfreie Stadt Regensburg auf www.geodaten.bayern.de, abgerufen am 24. Mai 2026
  6. ↑ Anneliese-Senger-Stiftung (Hrsg.), S. 126 ff.

Koordinaten: 49° 0′ 59,4″ N, 12° 5′ 34,8″ O