Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Angaben ohne ausreichenden Beleg könnten demnächst entfernt werden. Bitte hilf Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst.
Dieser Artikel kommt weitgehend ohne Literaturangaben und Belege für die gemachten Aussagen aus. (Siehe auch Disku)
Sakralsprachen oder Liturgiesprachen (von griechisch: λειτουργια leitourgia „öffentlicher Dienst“ aus leitos „öffentlich“ von λαος/laos Volk; und εργον/érgon Werk, Dienst) sind im Gottesdienst der verschiedenen Religionen verwendete Sprachen (siehe auch: Liturgie). Diese Sprachen spielen für die jeweilige Glaubensgemeinschaft eine wichtige historische Rolle, behalten mit der mit ihr verbundenen religiösen Tradition eine eigenständige Kontinuität und setzen sich allmählich von der Alltagssprache ab und werden in vielen Fällen nicht mehr außerhalb der religiösen Tradition gesprochen. Eine weit verbreitete Liturgiesprache ist Latein in der römisch-katholischen Kirche.
Liturgiesprachen im Christentum
Verhältnis von Latein und Landessprache in der römisch-katholischen Kirche
Die Liturgie der katholischen Kirche – genauer gesagt: der sogenannten Lateinischen Kirche – wird gegenwärtig in Deutschland und wohl weltweit ganz überwiegend volkssprachig vollzogen. Den liturgiepastoralen und -rechtlichen Ausgangspunkt hierfür bilden die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium des Zweiten Vatikanischen Konzils und alle in dieser Frage daran anknüpfenden Rechtsakte.
Nach wie vor erscheinen aber die liturgischen Bücher der Lateinischen Kirche in einer lateinischen Editio typica, das heißt einem verbindlichen Ausgangstext, an dem, um die weltweite Einheit des Ritus zu wahren, alle volkssprachigen Ausgaben Maß nehmen. Dass und wie dies geschieht und welche ortskirchlichen Akkommodationen möglich sind, unterliegt seinerseits rechtlich geregelten Prozessen (Approbation, Konfirmierung/Rekognoszierung, ggf. Indult).
Somit kann Latein weiterhin als die Liturgiesprache der katholischen Kirche gelten.
Weitere christliche Liturgiesprachen
Neben den jeweiligen Volkssprachen verwenden gerade ältere christliche Kirchen weiterhin Liturgiesprachen.
Die katholischen Ostkirchen verwenden in ihren Liturgien jene Sprachen, die auch in ihren nicht-katholischen Mutterkirchen in Gebrauch sind.
Die Amischen, Hutterer und einige traditionalistische Mennoniten in Nordamerika verwenden ein altertümlich gefärbtes Hochdeutsch, zum Teil beeinflusst vom Pennsylvania Dutch oder Hutterischen. Die Mennoniten benutzen bis etwa 1750 das Niederländische als liturgische Sprache.
Kakure Kirishitan, ein entstelltes und unverstandenes Kauderwelsch portugiesischer, lateinischer und japanischer liturgischer Fragmente der japanischen Untergrundkatholiken.
Wo in den protestantischen Kirchen überhaupt eine bestimmte Sprache für die Liturgie festgelegt ist, ist dies in der Regel die jeweilige Landessprache; in Dialektgebieten wird aber meist die jeweilige Hochsprache verwendet. Auch manche Protestanten kennen aber eine Art von Sakralsprache; in anglikanischen Kirchen werden z.B. oft noch die alten Personalpronomen der 2. Person Singular aus dem Frühneuenglischen verwendet – thou, thee, thy, thine, thyself statt you, you, your, yours, yourself. In der deutschen lutherischen Tradition bekommt Martin Luthers Bibelübersetzung umso eindeutiger, je weiter das Standarddeutsch sich von ihr entfernt, den Rang einer Sakralsprache, vgl. Weihnachtsgeschichte (Lutherbibel).
Im weitesten Sinne gehören die Rastafaris auf Jamaika ebenfalls hierher. Sie verwenden eine spezielle Form des Jamaika-Kreolisch, das sie durch eine gezielte Sprachreform ihrem Glauben angepasst haben und Iyaric nennen.
Weitere Sakral- und Liturgiesprachen
Altertum
Sumerisch: seit 1700 v. Chr. nicht mehr gesprochen, aber weiterhin bis ins 1. Jahrtausend v. Chr. Kult- und Literatursprache zwischen Euphrat und Tigris
Hattisch der von den Hethitern unterworfenen Hattier als Kultsprache im Hethitischen Großreich
↑Vgl. hierzu z.B. die Instruktion Liturgiam authenticam der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung vom 28. März 2001; Apostolisches Schreiben Motu Proprio Magnum principium von Papst Franziskus vom 3. September 2017.
↑Gilbert de Smet: Niederländisch/Deutsch, in: Werner Besch, Anne Betten, Oskar Reichmann und Stefan Sonderegger (Hrsg.): Sprachgeschichte. Ein Handbuch zur Geschichte der deutschen Sprache und ihrer Erforschung. De Gruyter, Berlin / New York 1984 ff.; 2. Auflage ebenda 1998–2004 (= Handbücher zur Sprach- und Kommunikationswissenschaft. Band 4), S. 3290–3299.
↑Uwe Friedrich Schmidt: Praeromanica der Italoromania auf der Grundlage des LEI (A und B). Lang, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-631-58770-6, S. 9.