Sala Kochmann, geborene Rosenbaum (geboren am 7. Juni 1912 in Rzeszów, Galizien (heute Polen); gestorben am 18. August 1942 in Berlin-Plötzensee) war eine deutsche Kindergärtnerin und Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime. Sie wurde 1942 als Angehörige der Baum-Gruppe als Opfer der NS-Kriegsjustiz hingerichtet.
Sala wuchs in einer jüdischen Arbeiterfamilie in der Provinz Posen auf, ihre Eltern waren Samuel Jacob Rosenbaum und Sophie geborene Brust. Nach der Schule erlernte sie den Erzieherberuf und arbeitete in jüdischen Kindergärten in Berlin. Am 20. Januar 1938 heiratete sie in Berlin Martin Kochmann.
Zusammen mit ihrem Ehemann schloss Kochmann sich während des Zweiten Weltkriegs der von dem ehemaligen KPD-Funktionär Herbert Baum aufgezogenen, kommunistisch orientierten Widerstandsgruppe zur NS-Herrschaft an. Nachdem die Mitglieder der Herbert-Baum-Gruppe einen Brandanschlag auf die anti-sowjetische Propagandaausstellung „Das Sowjet-Paradies“ verübt hatten, kam es zur polizeilichen Zerschlagung der Gruppe. Dabei wurden Kochmann und zahlreiche weitere Gruppenmitglieder verhaftet. Ihre Festnahme erfolgte am 23. Mai 1942.
Aus Angst, dass sie andere Angehörige der Gruppe unter dem Druck der brutalen Verhörmethoden der Geheimen Staatspolizei verraten könnte, unternahm Kochmann während ihrer Untersuchungshaft einen Suizidversuch, indem sie sich in einen Treppenschacht (nach anderen Quellen: einen Lichtschacht) des Berliner Polizeipräsidiums stürzte. Sie überlebte schwer verletzt mit einem gebrochenen Rückgrat.
Während sie im Jüdischen Krankenhaus in Berlin-Wedding lag, warnte sie über Charlotte Paech, die dort als Krankenschwester arbeitete und auch der Baum-Gruppe angehörte, andere Mitglieder und ließ Informationen weitergeben. Danach wurde sie in das Frauengefängnis Barnimstraße in Berlin-Friedrichshain überstellt.
Zu den Sitzungen des nachfolgenden Prozesses gegen die verhafteten Angehörigen der Baum-Gruppe vor dem Volksgerichtshof musste sie mit einer Trage getragen werden. Sie wurde der Wehrkraftzersetzung angeklagt und in der Sitzung vom 16. Juli 1942 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt.
Am 18. August 1942 wurde Sala Kochmann zusammen mit weiteren 18 Personen in der Strafanstalt Plötzensee mit der Guillotine exekutiert. Auch zu diesem „Termin“ musste sie – bedingt durch ihre Verletzungen – auf einer Trage getragen werden. Ihr Ehemann Martin Kochmann wurde am 8. September 1943 hingerichtet.
Am 1. Oktober 1979 wurde das Feierabendheim am Weinbergsweg 14 in Berlin-Mitte nach Sala und Martin Kochmann benannt.
Heute erinnern zwei Gedenktafeln und ein Gedenkstein in Berlin namentlich an Sala Kochmann und ihren Ehemann Martin.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kochmann, Sala |
| ALTERNATIVNAMEN | Rosenbaum, Sala (Geburtsname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Kindergärtnerin und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus |
| GEBURTSDATUM | 7. Juni 1912 |
| GEBURTSORT | Rzeszów |
| STERBEDATUM | 18. August 1942 |
| STERBEORT | Berlin-Plötzensee |