Die Salztoleranz bewertet im agronomischen und gartenbaulichen Sinne den relativen Ertragsabfall eines Pflanzenbestandes, der im Vergleich zu einem nicht versalzten Boden, aber ansonsten vergleichbaren Wachstumsbedingungen, durch Bodenversalzung verursacht wird.
Kulturpflanzen werden in vier Gruppen unterschiedlicher Salztoleranz klassifiziert:
Zur Klassifizierung ihrer Salztoleranz ist es international üblich, den Salzgehalt des Bodensättigungsextraktes ECe (Electrical Conductivity in dS/m: Extrakt bei Wassersättigung des Bodens) heranzuziehen, der im Unterschied zu Gehaltsangaben in % (g/100g Boden) in enger Beziehung zur Versalzung der natürlichen Bodenlösung steht und daher aussagekräftiger ist.

Die Beziehung zwischen dem relativen Ertrag Y (in %) einer Pflanzengruppe/Pflanze bei einer gegebenen durchschnittlichen Versalzung der Wurzelzone des Bodens ECe kann graphisch dargestellt werden. Der Beziehung liegt die folgende mathematische Gleichung zu Grunde:
mit
Die Kennzahlen a und b sind pflanzenspezifisch.
Die Thematik der Salztoleranz von Kulturpflanzen ist angesichts der weltweiten Knappheit an salzarmem Bewässerungswasser von zunehmender Aktualität, weil der Bedarf an gutem Frischwasser für Haushalte und Industrie steigt und folglich der Druck auf Landwirtschaft, Garten- und Landschaftsbau zunimmt, verstärkt Brackwasser als Bewässerungswasser einzusetzen.