Sam Kootz

Sam Kootz, eigentlich Samuel Melvin Kootz (* 1898 in Portsmouth (Virginia); † 1982 in New York), war ein US-amerikanischer Galerist. Kootz gilt als bedeutender Förderer der Abstrakten Expressionisten. Neben Betty Parsons’ Galerie und der Galerie „Art of This Century“ von Peggy Guggenheim war seine Galerie die bedeutendste im New York der 1940er und 1950er Jahre.

Leben

Sam Kootz studierte an der University of Virginia Rechtswissenschaften. Nachdem er das Studium 1921 beendet hatte und kurz als Anwalt gearbeitet hatte, übersiedelte er nach New York und arbeitete dort als Kundenbetreuer bei einer Werbeagentur. In dieser Zeit publizierte er sein erstes Buch, Modern American Painters (1930), das sich mit den zeitgenössischen amerikanischen Avantgarde-Künstlern beschäftigte. 1930 wechselte er zum Modedesign.

In diese Zeit fielen viele Künstlerkontakte zur New Yorker Avantgarde, so konnte Kootz Stuart Davis als Designer gewinnen. 1942 kuratierte er eine Ausstellung mit Abstrakten Expressionisten im Warenhaus Macy’s, 1942 erschien sein zweites Buch New Frontiers in American Painting, in dem die Abstrakten Expressionisten erstmals beschrieben wurden. Im folgenden Jahr beschloss er, eine Galerie zu eröffnen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Kootz der erste, der 1947 Pablo Picasso eine Retrospektive in den USA widmete. Picasso überredete Kootz, ihn exklusiv zu vertreten. Er willigte ein und schloss seine Galerie. Doch nur wenig später eröffnete er eine weitere auf der Madison Avenue. Seine erste Ausstellung hier widmete er erneut den Abstrakten Expressionisten. Im April 1947 veranstaltete er eine Ausstellung in der Galerie Maeght in Paris.

Wegweisend waren die Ausstellungen „The Intrasubjectives“ im Herbst 1949 und die mit Clement Greenberg und Meyer Schapiro konzipierte Schau „Talent 1950“, die die zweite Generation der Abstrakten Expressionisten vorstellte. Kootz galt als umtriebiger Geschäftsmann, der dafür sorgte, dass der Abstrakte Expressionismus über die Grenzen der USA hinaus bekannt wurde. Er konzentrierte er sich auf die Künstler Romare Bearden, William Baziotes, Byron Browne, Adolph Gottlieb, Carl Holty und Robert Motherwell. 1966 schloss er die Galerie, weil er glaubte, sie habe ihre Berechtigung verloren.

Schriften

Einzelnachweise

  1. 1 2 Sam Kootz bei The Art Story
  2. ↑ Die Entwicklung des Kunsthandels nach 1945, artnet.de (Seite nicht abrufbar).
  3. 1 2 Claire Lebossé, Sophie Lévy, Maud Marron-Wojewódzki (für die Biografien): United States of Abstraction : Artistes américains en France 1946–1964. Musée d’arts de Nantes / Musée Fabre Montpellier / Éditions Snoeck, Gand (Gent) 2021, ISBN 978-94-6161-667-8, S. 201.
  4. ↑ Samuel Kootz im Dictionary of Art Historians.
Personendaten
NAME Kootz, Sam
ALTERNATIVNAMEN Kootz, Samuel Melvin (wirklicher Name)
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanischer Galerist
GEBURTSDATUM 1898
GEBURTSORT Portsmouth (Virginia)
STERBEDATUM 1982
STERBEORT New York