Samira El Ouassil

Samira El Ouassil (2018)

Samira El Ouassil (* 21. November 1984 in München) ist eine deutsche Autorin, Schauspielerin, Podcasterin und Publizistin.

Vita

El Ouassil ist die Tochter eines Marokkaners und einer Deutschamerikanerin. Nach dem Abitur auf der deutsch-französischen Schule studierte sie Kommunikationswissenschaft und Germanistik an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss ihr Studium mit einem Master ab. Während ihrer Studienzeit hospitierte sie beim Bayerischen Rundfunk, bei den Fernsehmagazinen quer und Südwild, arbeitete für den Deutschen Depeschendienst sowie beim Münchner Lokalradio. Sie absolvierte eine Sprecher- und Synchronsprecher-Ausbildung. Nach dem Studienabschluss schloss sie an der München Film Akademie eine Schauspielausbildung mit Bühnenreifeprüfung ab.

Als Schauspielerin trat sie in den TV-Serien Walulis sieht fern, Sturm der Liebe und Der Bergdoktor auf, in den Kinofilmen Hai-Alarm am Müggelsee und Mein Blind Date mit dem Leben sowie in den Fernsehfilmen Schluss! Aus! Amen! und Das beste aller Leben. Berufsbegleitend erlangte sie einen zweiten Master of Arts im Studiengang Politik, Philosophie und Wirtschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Im Juli 2009 wurde El Ouassil in Hamburg zur Kanzlerkandidatin der PARTEI nominiert. Der Bundeswahlleiter lehnte die Zulassung der Partei zur Bundestagswahl ab, wodurch die Kanzlerkandidatur nicht zustande kam.

Mit Dominic Boeer veröffentlichte sie von 2012 bis 2014 die Reihe Karriere in Konformistan auf dem Blog Die Achse des Guten. Sie ist Gleichstellungsbeauftragte des Instituts für Zeitgenossenschaft (IFZ). Dort war sie 2016 Mitherausgeberin des Buchs Die 100 wichtigsten Dinge.

Sie schrieb Gags für Oliver Polak und ulmen.tv. Seit September 2018 schreibt sie für das Onlineportal Übermedien die Kolumne Wochenschau. Seit 2019 moderiert sie zusammen mit Christiane Stenger den philosophischen Audible-Podcast Sag niemals Nietzsche und ist als Kolumnistin der Hörfunksendung @mediasres im Deutschlandfunk tätig. Von 2020 bis 2026 schrieb sie auch für den Spiegel eine Online-Kolumne. Sie moderiert zusammen mit Friedemann Karig den Podcast Piratensender Powerplay (benannt nach dem gleichnamigen Supernasen-Film von 1982). 2023 hostete sie ebenfalls zusammen mit Karig den Podcast Link in Bio bei Deutschlandfunk Kultur. Ein Jahr später übernahm sie bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises 2024 gemeinsam mit dem Regisseur Lars Jessen die künstlerische Leitung.

Als Publizistin setzt sie sich mit patriarchalen Machtstrukturen, Misogynie und sexualisierter Gewalt auseinander. Im März 2026 veröffentlichte sie in der Wochenzeitung Der Freitag den Essay Hier, heute, überall, in dem sie Gewalt gegen Frauen als systemisches Problem beschreibt und Misogynie in Politik, Strafrecht, Arbeitswelt, Medienberichterstattung und digitalen Räumen beschreibt. Dabei bezog sie sich auf das von Liz Kelly beschriebene Kontinuum der Gewalt, um Verbindungen zwischen sexistischen Alltagspraktiken, organisierter sexualisierter Gewalt und Femiziden herauszuarbeiten. Anhand des Prozesses um Gisèle Pelicot, von Telegram-Netzwerken zur Vergewaltigung betäubter Frauen sowie von Fällen sexualisierter Gewalt in medizinischen und Opferschutz-Institutionen argumentierte sie, dass es für Frauen keine verlässlich sicheren Räume gebe und Präventionslast häufig auf die Betroffenen selbst verlagert werde.

El Ouassil ist Sängerin der Band Kummer und Mitglied im Verein Mensa. Sie lebt in München-Sendling.

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

Bücher

Commons: Samira El Ouassil – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Samira El Ouassil: Besser als Krieg | Folge 2 mit Sham Jaff und Samira El Ouassil. 27. April 2020, abgerufen am 10. Juni 2020 (deutsch).
  2. 1 2 3 4 5 Samira El Ouassil: Samira El Ouassil über Gewalt, Misogynie und das Patriarchat: Hier, heute, überall. In: der Freitag. 8. März 2026, abgerufen am 20. März 2026.
  3. ↑ Samira El Ouassil. Abgerufen am 7. März 2020.
  4. ↑ Satire-Kanzlerkandidatin: "Okay, dann nehmen wir Brüste". In: Spiegel Online. 25. August 2009, abgerufen am 22. Januar 2017.
  5. ↑ Die Partei – „Frau ja, aber schöner“. In: sueddeutsche.de. 17. Mai 2010, abgerufen am 22. Januar 2017.
  6. ↑ Thierry Backes: Für Wählerstimmen würde ich alles sagen. In: merkur.de. 18. August 2009, abgerufen am 31. Januar 2021.
  7. ↑ Peter Mühlbauer: Die PARTEI scheitert am Bundeswahlleiter. Abgerufen am 31. Januar 2021.
  8. ↑ Samira El Ouassil und Dominic Boeer – DIE ACHSE DES GUTEN. ACHGUT.COM. Archiviert vom Original am 16. Mai 2022; abgerufen am 12. Januar 2026.
  9. ↑ Publikationen - Institut für Zeitgenossenschaft. In: Institut für Zeitgenossenschaft. (ifz-international.de [abgerufen am 12. September 2018]).
  10. ↑ Mareike Nieberding: "Die 100 wichtigsten Dinge": Das Buch für alles. In: Die Zeit. 30. März 2016, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 12. Januar 2026]).
  11. ↑ Samira El Ouassil: (Verschiedene Titel). In: ulmen.tv. Abgerufen am 22. Januar 2017.
  12. ↑ Samira El Ouassil: Three „Bild“-Boards Outside Chemnitz, Sachsen. In: Übermedien. 10. September 2018, abgerufen am 7. März 2020.
  13. ↑ Sag niemals Nietzsche Podcast Produktion. Abgerufen am 9. März 2020 (deutsch).
  14. ↑ Samira El Ouassil wird neue Kolumnistin des SPIEGEL. In: spiegelgruppe.de. 13. Februar 2020, abgerufen am 7. März 2020.
  15. ↑ https://www.spiegel.de/kultur/best-of-samira-el-ouassil-das-ist-meine-letzte-kolumne-und-trotzdem-nicht-die-traurigste-a-7d5918b3-2a51-4a0d-8016-8a6f0b7812fe
  16. ↑ Samira El Ouassil, Friedemann Karig: Piratensender Powerplay. Abgerufen am 4. September 2020.
  17. ↑ deutschlandfunkkultur.de: Link in Bio - Die Geschichte meines Lebens. Abgerufen am 7. Dezember 2023.
  18. ↑ Künstlerische Leitung: Lars Jessen & Samira El Ouassil. In: deutscher-filmpreis.de (abgerufen am 25. April 2024).
  19. ↑ Musik von hier: Kummer. In: Coolibri. 15. September 2017, abgerufen am 26. November 2023.
  20. ↑ Alexander Graf: Medienkritikerin Samira El Ouassil: Stimme der reinen Vernunft. In: Die Tageszeitung: taz. 8. September 2019, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 12. Januar 2026]).
  21. ↑ Bayerischer Rundfunk: Samira El Ouassil | Die Autorin und "Bademeisterin" der Medien im Gespräch - Der Sandra Maischberger Podcast. Abgerufen am 31. Januar 2021.
  22. ↑ "100 wichtigste Dinge" sind am schönsten. In: boersenblatt.net. 22. Oktober 2016, abgerufen am 12. Januar 2026.
  23. ↑ Tom Sprenger: Erster Lead Award für Podcasts geht an „Zeit Verbrechen“. In: radioWOCHE. 10. Dezember 2019, abgerufen am 12. Januar 2026.
  24. ↑ Bert-Donnepp-Preis für Medienpublizistik geht an Journalistin Samira El Ouassil. In: Medienkorrespondenz. 14. Januar 2020, abgerufen am 23. Dezember 2021.
  25. ↑ Samira El Ouassil. In: Medium Magazin. Abgerufen am 23. Dezember 2021.
  26. ↑ Samira El Ouassil, Friedemann Karig: Erzählende Affen. In: deutscher-sachbuchpreis.de. 12. April 2022, abgerufen am 12. Januar 2026 (deutsch).
  27. ↑ Petra Ahne: Michael-Althen-Preis 2023: Barbie und ich. In: FAZ. 22. November 2023, abgerufen am 26. November 2023.
  28. ↑ Boer/El Ouassil "Vegetarier essen meinem Essen das Essen weg" (Memento vom 25. August 2014 im Webarchiv archive.today)
  29. ↑ Meredith Haaf: Samira El Ouassil, Friedemann Karig: „Erzählende Affen“. Abgerufen am 20. November 2021.
Personendaten
NAME Ouassil, Samira El
KURZBESCHREIBUNG deutsche Schauspielerin
GEBURTSDATUM 21. November 1984
GEBURTSORT München