Peter und Irene Ludwig Stiftung

Peter und Irene Ludwig Stiftung
Rechtsform Rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Bestehen seit 1997
Entstanden aus Ludwig Stiftung für Kunst und internationale Verständigung GmbH
Stifter Irene Ludwig
Sitz Aachen, Deutschland
Zweck Fortsetzung des internationalen künstlerischen Engagements von Peter und Irene Ludwig
Vorsitz Carla Cugini (Geschäftsführende Vorständin), Anke Czyborra (Kaufmännische Vorständin)
Kuratorium N.N. (Vorsitzende), Rainer Krause, Matthias Wagner K, Quentin Adrian, Fabian Kienbaum
Website ludwigstiftung.de
Unterzeichnung des Vertrages zur Zusammenarbeit und weiteren Förderung der Peter und Irene Ludwig Stiftung mit der Stadt Köln am 20. Dezember 2017.

Die Ludwig Stiftung für Kunst und internationale Verständigung GmbH wurde im Jahr 1982 von dem Ehepaar Peter und Irene Ludwig, geborene Monheim, gegründet. Nach dem Tod von Peter Ludwig im Jahr 1996 wurde die Stiftung ein Jahr später von seiner Witwe Irene Ludwig in Peter und Irene Ludwig Stiftung umgewandelt. Die Stiftung hat ihren Sitz im früheren Wohnhaus des Ehepaares in Aachen.

Peter Ludwig war Kunst-Mäzen und Industrieller. Irene Ludwig war Kunsthistorikerin, Kunst-Mäzenin und Kunstsammlerin.

Ziele und Verwaltung

Die Hauptaufgabe der Stiftung liegt in der stetigen Fortsetzung des internationalen künstlerischen Engagements des Ehepaares. Das Ziel ist Weltoffenheit und der Ausbau international gesetzter Beziehungen auf kultureller Ebene. Der Stiftungszweck wird weiterhin durch den Erwerb und durch die Verwaltung von Kunstwerken und Kunstgegenständen ermöglicht. Dieses schließt die Durchführung von Ausstellungen oder Leihgaben für Ausstellungen mit ein. Diese Ausstellungen sollen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Außerdem wird der Stiftungszweck durch die Gewährung finanzieller Hilfen für den Erwerb bzw. den Erhalt von Kunstwerken oder die Unterstützung von Ausstellungsvorhaben ermöglicht. Besonderes Augenmerk liegt auf der Kooperation aller Ludwig-Museen. Gesellschaftliche Beziehungen über nationale Grenzen hinaus bilden hierbei ebenso einen wichtigen Grundstein wie die Förderung multikultureller Dialoge zur Sicherung des Fortbestandes.

Die Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach, Brigitte Franzen, die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Direktor des Museums Ludwig Yilmaz Dziewior unterzeichneten am 20. Dezember 2017 den Vertrag zur Zusammenarbeit und weiteren Förderung der Peter und Irene Ludwig Stiftung mit der Stadt Köln.

Die Stiftungsorgane haben zur Aufgabe, die Stiftung in die Zukunft zu geleiten und dabei nach eigenem Ermessen den Wandel zu gestalten und anzupassen. Geschäftsführender Vorstand ist seit dem 1. September 2021 in der Nachfolge von Brigitte Franzen die promovierte Kunsthistorikerin Carla Cugini, bislang Geschäftsführerin der Gesellschaft für Moderne Kunst am Kölner Museum Ludwig.

Sammlung Ludwig

Terrine in Form eines Truthahns, von Paul Hannong (1745–1754)

Seit dem Jahr 1957 sammelte das Ehepaar Ludwig Kunstgegenstände, die auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Von Beginn an war es das Ziel der Sammler, Lücken in den Sammlungen ausgewählter öffentlicher Museen zu schließen. Zahlreiche Museen im In- und Ausland kam dieses Engagement zugute. Bereits im Jahr 1957 erhielten das Suermondt-Museum in Aachen und das Museum Schnütgen in Köln die ersten Dauerleihgaben von Kunstwerken des Mittelalters.

Die Sammlung Ludwig umfasst mehrere Tausend Objekte und ist von Beginn an als Gemeinschaftsleistung des Ehepaares zu betrachten. Sie reicht von Kunstwerken der griechischen Antike, des Mittelalters, der Zeit des Barock und Rokoko bis hin zu präkolumbischer Kunst und der älteren und neuesten Kunst aus China. Des Weiteren umfasst sie zeitgenössische Kunst sowohl der USA als auch der UdSSR sowie aus vielen anderen Teilen der Welt. Ein besonderer Höhepunkt der Sammlung sind die Werke der Pop Art und Pablo Picassos. Aber auch Fayencen, Fliesen, Porzellan, islamische Keramik, Möbel und Kunstgewerbe bilden Gruppen in der Sammlung.

Im Jahr 1970 wurde seitens der Stadt Aachen die Neue Galerie eröffnet, die den Namenszusatz Sammlung Ludwig erhielt. Seit ihrem Umzug in neue Räumlichkeiten der ehemaligen Schirmfabrik Brauer im Jahr 1991 wurde die Institution in Ludwig Forum für Internationale Kunst umbenannt. 1976 folgte die Gründung des Museums Ludwig in Köln. Der Museumsgründung ging die Schenkung von rund 300 Kunstwerken der Pop Art voran sowie der seinerzeit jungen Kunst. Für Peter und Irene Ludwig war gerade die Pop Art ein Spiegel der eigenen Zeit und stellte für sie den Ausdruck des Lebensgefühls einer Generation dar.

Den Höhepunkt der Sammlungen bildet die internationale Kunst. Diese besteht vor allem aus der Sammlung internationaler zeitgenössischer Kunst, der Sammlung von Werken Pablo Picassos aus der Zeit von 1904 bis 1972, aus Werken der Russischen Avantgarde von 1910 bis etwa 1930 sowie aus Arbeiten aus der damaligen DDR, der damaligen UdSSR und Mittel- wie auch Osteuropa sowie aus China, Mittel- und Südamerika.

Museen und Institutionen

Museen und Institutionen mit dem Namen Ludwig befinden sich in Aachen, Bamberg, Basel, Budapest, Havanna, Koblenz, Köln, Oberhausen, Peking, Saarlouis, Sankt Petersburg und Wien. Die städtischen und staatlichen Museen und Institutionen befinden sich in enger Zusammenarbeit mit der „Peter und Irene Ludwig Stiftung“. Im Einzelnen sind diese:

Dauerleihgaben

Neben vielen Schenkungen beherbergen alle Museen mit dem Namen Ludwig sehr umfangreiche Dauerleihgaben aus der Sammlung Ludwig. Weitere Museen, die nicht den Namen Ludwig tragen, verfügen ebenso über Leihgaben der Sammlung Ludwig:

Literatur

Commons: Peter und Irene Ludwig Stiftung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Historie, auf ludwigsstiftung.de
  2. ↑ Peter und Irene Ludwig Stiftung und Stadt Köln unterzeichnen Verträge stadt-koeln.de vom 20. Dezember 2017. Abgerufen am 10. Februar 2022.
  3. ↑ Kölner Stadt-Anzeiger Kultur vom 14. April 2021: Irene und Peter Ludwig Stiftung. Carla Cugini wird neue Geschäftsführerin, von Michael Kohler, abgerufen am 15. April 2021
  4. ↑ Sammlung, auf ludwigstiftung.de
  5. ↑ Museen und Institutionen, Unterseiten zu den einzelnen Dependancen auf ludwigstiftung.de
  6. ↑ Erstes deutsches Fliesenmuseum. Abgerufen am 17. Juli 2018.