Das Land hat seine „nuklearen Fähigkeiten“ weder bestätigt noch dementiert. Man spricht auch von der englischnuclear ambiguity‚nukleare Unklarheit‘, d. h. Israel hat nie zugegeben, im Besitz von Atomwaffen zu sein, noch dass diese nicht existieren.
Die „Samson-Option“ oder auch die „nukleare Option“ sind umgangssprachliche Bezeichnungen, die sich an einer Nuklearstrategie der massiven Vergeltung orientieren. Sollte der Staat bereits verloren sein, so ist die Drohung mit einem nuklearen Vergeltungsschlag glaubwürdig im Sinne von Samson:
„„Lasst mich mit den Philistern sterben“. Der Drohende ruft: „Halt, oder ich werde die gegenseitige Vernichtung wählen!““
– Samson's letzte Worte
Genauere und offizielle Details zu Israels Atomprogramm sind nicht bekannt, da das Land kein Unterzeichner des Nichtverbreitungsvertrags (NVV) ist, der den Besitz derartiger Waffen ausschließen würde. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind jedoch Details zum israelischen Atomprogramm bekannt geworden, sodass die nukleare Fähigkeit mittlerweile als „offenes Geheimnis“ gilt.
Das Land schützt sich auch durch nichtnukleare Systeme, z. B. den Iron Dome. Des Weiteren besteht eine Zusammenarbeit mit Ländern, wie z. B. den Vereinigten Staaten und den E3-Staaten.
„(...) Wir bekräftigen unseren Einsatz für Frieden und Stabilität für alle Länder der Region sowie unsere Unterstützung für die Sicherheit Israels. (...)“
– E3 Staaten
Geschichte und Entstehung
Der Begriff spielt auf die biblische Figur des Samson an, der zusammen mit seinen Gegnern unterging. Diese Option soll erstmals während des Jom-Kippur-Kriegs 1973 in Erwägung gezogen worden sein. Damals waren die Israelischen Streitkräfte nach Anfangserfolgen einer angreifenden Militärallianz arabischer Staaten in der Defensive und der Staat Israel musste um seine Existenz fürchten. Seymour Hersh behauptete 1991, die damalige Ministerpräsidentin Golda Meir hätte auf Drängen des Verteidigungsministers Mosche Dajan den Befehl gegeben, 13 Atombomben gefechtsklar zu machen. Hersh mutmaßte, diese Drohkulisse einer nuklearen Eskalation hätte die Regierung Nixon dazu bewegt, Israel in dem Krieg mit Waffen zu unterstützen. Ein Berater des Ministers Jisrael Galili sagte in einem 2013 freigegebenen Video, Dajan habe am 7. Oktober 1973 darauf gedrängt, Atomwaffen gefechtsbereit zu machen, aber Meir habe dies abgelehnt.
Seymour M. Hersh:The Samson Option: Israel’s Nuclear Arsenal and American Foreign Policy. Random House, New York 1991, ISBN 978-0-394-57006-8 (englisch, archive.org).
Edwin S. Cochran:Israel’s Nuclear History. In: Efraim Karsh (Hrsg.): Israel: the First Hundred Years: From War to Peace? (Vol. II). 2 v. 4. Frank Cass, London ; Portland, OR 2000, ISBN 0-7146-4962-7 (englisch).
Zaki Shalom:Israel’s Nuclear Option: Behind the Scenes Diplomacy Between Dimona & Washington. Sussex Academic Press ; Jaffee Center for Strategic Studies, Brighton ; Portland ; Tel Aviv 2005, ISBN 978-1-84519-013-2 (englisch).
Fußnoten
↑Israel Deploys Nuclear Weapons on German-Built Submarines. In: Der Spiegel. 4.Juni 2012, ISSN2195-1349 (spiegel.de[abgerufen am 9.Mai 2025]).
↑William J. Broad, David E. Sanger:‘Last Secret’ of 1967 War: Israel’s Doomsday Plan for Nuclear Display. In: The New York Times. 3.Juni 2017, ISSN0362-4331 (nytimes.com[abgerufen am 9.Mai 2025]).
↑SHANNON N. KILE AND HANS M. KRISTENSEN:VIII. Israeli nuclear forces. In: Stockholm International Peace Research Institute (Hrsg.): SIPRI Yearbook 2015. Solna August 2015, S.507f.
↑Sharad Joshi:Israel’s Nuclear Policy: A Cost-Benefit Analysis. In: The Institute for Defence Studies and Analyses (Hrsg.): Strategic Analysis: A Monthly Journal of the IDSA. Vol. XXIII No. 12, März 2000 (columbia.edu).
↑Seymour Hersh: The Samson Option: Israel’s Nuclear Arsenal and American Foreign Policy. Random House 1991, S. 225
↑Avner Cohen:Opinion | When Israel Stepped Back From the Brink. In: The New York Times. 3.Oktober 2013, ISSN0362-4331 (nytimes.com[abgerufen am 15.Juli 2025]).