Samuel Seidel (* um 1610 in Glashütte; begraben 9. November 1665 ebenda) war ein deutscher Komponist, Organist und Kirchenmusiker des Barock.

Samuel Seidel entstammt einer alteingesessenen Glashütter Handwerker- und Bürgerfamilie, sein Geburtsdatum ist jedoch nicht bekannt, da aus dem in Frage kommenden Zeitraum keine Kirchbücher überliefert sind. Er scheint schon in jungen Jahren eine musikalische Laufbahn eingeschlagen zu haben. 1635 wird er zunächst als Hilfsorganist erwähnt, ab 1640 wurde er zum vollgültigen Organisten und Kantor an der Stadtpfarrkirche St. Wolfgang ernannt. Seidel war verheiratet mit Helena, einer Tochter von Johann Kleppisch († 1657), der das Kantorenamt 1633–1635 ausgeübt hatte. Helena überlebte Samuel Seidel, wie auch ihren zweiten Ehemann, den Schuhmacher Christian Grahl, und starb 1698 mit über 79 Jahren.
Als Komponist war Seidel nicht nur in seiner Heimatstadt Glashütte anerkannt, wie lobende Bemerkungen in den Besoldungsbüchern belegen, sondern auch im sächsischen Umland angesehen, wie verbreitete Druckexemplare und Abschriften seiner Werke belegen. Stilistisch war er von zeitgenössischen Komponisten wie Andreas Hammerschmidt beeinflusst. Schwerpunkte seines kompositorischen Schaffens waren Motetten, die liedmäßig-volkstümlich angelegt sind und eine Übergangsform zur Kantate darstellen, sowie Geistliche Konzerte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Seidel, Samuel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Komponist, Organist und Kirchenmusiker des Barock |
| GEBURTSDATUM | um 1610 |
| GEBURTSORT | Glashütte |
| STERBEDATUM | begraben 9. November 1665 |
| STERBEORT | Glashütte |