Samuel Voelckel, auch Samuel Völckel oder Völkel (* 1564 (ermittelt) in Königsberg (Preußen); begraben am 18. April 1621 in Bayreuth) war ein deutscher Sänger, Instrumentalist (Violine), Komponist und viele Jahre lang Kapellmeister im Fürstentum Bayreuth unter dem Markgrafen Christian.
Über Voelckels Geburtsdatum, Herkunft und Ausbildung existieren keine Quellen, mit einer Ausnahme: Erst kürzlich wurde der Begräbniseintrag dieses (damit erwiesenen) ersten Bayreuther Hofkapellmeisters im Bayreuther Kirchenbuch gefunden, wonach auch sein Geburtsjahr – 1564 – zu errechnen ist. Von 1583 bis 1586 war er erstmals als Musiker (Instrumentalist) der markgräflichen Hofkapelle Ansbach nachgewiesen. Die Ansbacher Hofkapelle war von 1578 bis 1586 unter dem Ansbacher Markgrafen Georg Friedrich I., dem Administrator von Preußen, in Königsberg stationiert, als Samuel sich dieser im Alter von 19 Jahren anschloss. Am 18. April 1587 heiratet Samuel Völckel, Sohn des verstorbenen Andreas Völckel, Bürgers zu Königsberg in Preußen, "Instrumentist bei Hof" eine Elisabeth Hornung in der Ansbacher Johanniskirche. 1601 wird Voelckel Vicekapellmeister genannt und erscheint 1602 letztmals im Ansbacher Kirchenbuch.
Sein Dienstherr bis dahin, Markgraf Georg Friedrich I. war zugleich Administrator des Herzogtums Preußen und Markgraf beider Fürstentümer Brandenburg-Ansbach und -Kulmbach. Über die familiären Beziehungen seiner Frau Sophie von Braunschweig-Lüneburg aus herzoglichem Hause könnten sich Voelckels häufige Ortswechsel als Musiker in der Zeit von 1591 bis ungefähr 1600 erklären: 1591 soll Voelckel Musiker der Hofkapelle des Landgrafen von Hessen zu Marburg gewesen sein, von 1593 bis 1594 war er Mitglied der herzoglich-braunschweigischen Hofkapelle in Wolfenbüttel. Danach wirkte er bis 1596 in der Hofkapelle des Landgrafen Moritz in Kassel. In diesem Jahr (1596) wechselte er als Musiker (wieder) nach Marburg in die Hofkapelle des Ludwig IV. Seine Bestallung dort fand am 1. August 1596 statt und kurze Zeit später trug er den Titel „Hofkapellmeister“.
Seine Tätigkeit in Brandenburg-Kulmbach-Bayreuth unter Markgraf Christian (er regierte ab 1603) wurde von allen seinen Verpflichtungen die längste. Vermutlich im Jahr 1604 wirkt er als Violinist – das legt ein archivalisches Zeugnis (ohne Namensnennung) nahe – zusammen mit dem fürstlichen Hoforganisten Johann Staden bei den Hochzeitsfeierlichkeiten des Bayreuther Markgrafen Christian mit. Aber ob er bereits damit seinen Dienst in Bayreuth antrat, dafür fehlt eine Quelle. Der Hof zog 1604 von der Plassenburg bei Kulmbach nach Bayreuth, musste aber nach dem Bayreuther Stadtbrand 1605 auf die Plassenburg zurückverlegt werden (bis 1610). Als 1612 eine Tochter von Voelckel den Bayreuther Stadtkirchenorganisten Hieronymus Schaffhirt heiratet, muss er längst zur Bayreuther Hofkapelle gehört haben. 1613 ist Capellmeister Voelckel am Bayreuther Hof sicher zu registrieren: das legt das seinem Dienstherrn Markgraf Christian gewidmete Nürnberger Chor-Druckwerk Newe teutsche weltliche Gesänglein nahe. "Weltliche Gesänglein": das deutet auf weltliche höfische Musik (außerhalb der Kirche).
Am 18. April 1621 wurde Voelckel, laut Sterberegister der Stadtkirche 1619–1628, in Bayreuth begraben; der Eintrag Kapellmeister 57 Jahr ergibt (s. o.) sein (ermitteltes) Geburtsjahr 1564. Mit Samuel Voelckel war der erste Bayreuther Kapellmeister der markgräflich Bayreuthischen Hofkapelle gestorben. Ob er noch an der festlichen musikalischen Veranstaltung 1619 zur Bayreuther Orgelweihe teilnahm, ist unbekannt.
Sein Sohn Christian Theodor Völckel wurde am 18. Juli 1593 in Ansbach getauft. Paten waren der Herzog Christian und der Kapellmeister Theodor Riccius. Christian Theodor wirkte als Instrumentist in Darmstadt, wo er 1635 Kapellmeister wurde. In gleicher Stellung arbeitet er ab 1640 bis zu seinem Tode am 10. März 1644 in Frankfurt am Main. Er komponierte mehrere Lieder und ein Konzert. Sein Sohn Ernst Martin war ebenfalls Musiker und Komponist.
Seine Tochter Catharina Barbara Völckel wurde am 13. September 1589 in der Johanniskirche Ansbach getauft. Eine Taufpatin war Barbara, die Frau des Kapellmeisters Teodoro Riccio. Sie heiratete am 14. April 1612 in der Bayreuther Stadtkirche den Hoforganisten Hieronymus (III) Schaffhirt, getauft am 7. Mai 1589 in Lohmen, Sohn des gleichnamigen Papiermachers dort und Enkel des Hieronymus Schaffhirt.
Als weitere Kinder zählen der 1612 und 1614 genannte Samuel Völckel (Volckelius), Kantor zu St. Ulrich in Halle, und dessen Bruder Fabian Lorenz Völckel (Voelckel), getauft am 24. März 1600 in Ansbach, letzterer ebenfalls Hofmusiker in Bayreuth und in einer Musikerliste von 1623 genannt.
Außerdem wurden noch folgende Kinder in Ansbach geboren:
Georg Friedrich Fabian Völckel (Völbel), getauft am 16. August 1591, Vater Sänger
Agnes Hedwig Völckel (Felbel), getauft am 25. September 1597, Vater Instrumentist
Fides Agatha Völckel (Fölckel), getauft am 18. Februar 1599, Vater Instrumentist
Anna Helena Völckel, getauft am 3. November 1601, Vater Vizekapellmeister
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Voelckel, Samuel |
| ALTERNATIVNAMEN | Völckel, Samuel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Musiker und Komponist |
| GEBURTSDATUM | 1564 |
| GEBURTSORT | Königsberg (Preußen) |
| STERBEDATUM | begraben 18. April 1621 |
| STERBEORT | Bayreuth |