
Das Samurai Museum Berlin ist ein Privatmuseum für Artefakte und Kunstobjekte aus der Privatsammlung des Bauunternehmers Peter Janssen. Die Ausstellung wurde im Jahr 2022 eröffnet und befindet sich in der Nähe zum Alexanderplatz und der Museumsinsel im Berliner Ortsteil Mitte.
Das Samurai Museum Berlin zeigt auf 1500 m² Ausstellungsfläche über 1000 historische Originalexponate. Die gesamte Peter Janssen Collection umfasst über 4000 Objekte. Darunter befinden sich rund 40 vollständige Rüstungen, 200 Helme, 150 Masken, 160 Schwerter und zahlreiche weitere Belege der Kultur der Samurai aus nahezu einem Jahrtausend.

Die ältesten Stücke der Sammlung gehen auf die Kofun-Zeit zurück (300–538 n. Chr.). Der Großteil der Objekte stammt aus dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit (15.–18. Jahrhundert). Spitzenstücke der Sammlung stellen drei Samurai-Rüstungen des Kato-Clans aus der Edo-Zeit (1603–1868) dar. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Klingen bekannter Schmiedemeister der Kamakura- und Namboku-chō-Zeit, was etwa dem europäischen Hochmittelalter (11.–14. Jahrhundert) entspricht.
Neben Rüstungen, Helmen, Masken, Waffen, Schwertern und Schwertschmuck bietet die Dauerausstellung auch Einblicke in weitergehende Bereiche der Kultur, Gesellschaft, Religion, Ninja und Handwerkskunst der Samurai. Dazu gehören auch Skulptur und Malerei, ein lebensechtes Nō-Theater und Nō-Masken sowie ein freistehendes Teehaus mit Utensilien der japanischen Teezeremonie.
Durch interaktive Installationen und bei den Exponaten angebrachten Touchscreens werden die Ausstellungsstücke wahlweise auf Deutsch oder Englisch genau beschrieben. Parallel dazu ermöglicht ein auf den Touchscreens vorhandenes Quiz mit dem Fuchs Kitsune, den eigenen Wissensstand über die Samurai-Kultur zu testen bzw. zu erweitern. Die Technik hinter den interaktiven Installationen wurden von Ars Electronica Solutions entwickelt und realisiert.
Neben der ständigen Ausstellung finden auch Wechselausstellungen und Veranstaltungen statt.

Die Nō-Bühne wie auch das Teehaus gehen auf ein Konzept des in Japan lebenden Architekten Karl Bengs zurück. Unter Verwendung traditioneller japanischer Bautechniken, darunter der Kobabuki-Technik, sowie antiker Zelkoven und neuem Zedernholz wurde die Bühne zunächst in Japan gebaut. Nach ihrer Abtragung wurde sie nach Deutschland transportiert und gemeinsam mit dem Architekten Karl Bengs und vier japanischen Kunsttischlern im Hauptraum des Museums errichtet.

Eine Besonderheit bildet eine Gaze entlang der Bühnenmitte, die als Projektionsfläche dienen kann. Zum alltäglichen Museumsbetrieb gehören unter anderem alle 30 Minuten Aufzeichnungen von ausgewählten Nō-Theater- und Taiko-Trommelstücken gezeigt. Besucher erhalten dadurch die Gelegenheit, sich die Sammlungsstücke in ihrer historischen und kulturellen Verwendung vor Augen zu führen. Zusätzlich zu den Projektionen werden zu besonderen Anlässen und Veranstaltungen auch live Taiko-Aufführungen und Shamisen-Konzerte veranstaltet.
Neben der Nō-Bühne bildet das freistehende Teehaus einen Verbindungspunkt zwischen den Sammlerstücken, den zeremoniellen Tee-Utensilien und einem ihrer Einsatzorte. In der zentralen Position des traditionellen Teehauses überspannt eine Gaze einen demontierbaren Rahmen. Eine eigens aufgezeichnete Teezusammenkunft nutzt diese als Projektionsfläche, um in Ausschnitten Einblicke in die Welt des Tees zu geben. Als Ausstellungsobjekte sind Teegeräte aus der Zeit von Sen no Rikyū zu sehen.

„Peter Janssen präsentiert in Berlin Mitte die größte Sammlung authentischer Samurai-Artefakte außerhalb Japans“, unterstreicht Michael Mondria von Ars Electronica Solutions die Dimension und den Stellenwert des neuen Museums. „Dementsprechend wichtig war es […], seine Sammlung für ein möglichst breites Publikum aufzubereiten.“ Spielerisch, unterhaltsam und aufschlussreich sollen sich das Entdecken und Erkunden des Samurai Museums gestalten. Exponat für Exponat wird spürbar, nicht nur welchem Glauben und welcher Philosophie die legendären Samurai anhingen, sondern auch wie ihr Alltagsleben wohl aussah. „Unsere Inszenierung verwebt die Architektur des Museums mit Licht, Farbe und Klängen“, sagt Mondria. „Darin eingebettet präsentieren wir die einzelnen Objekte und erzählen von den Menschen, die sie geschaffen und genutzt haben.“ Es gibt Stationen, die Informationen anbieten und andere, die einen spielerischen Zugang wählen und auf Interaktion abzielen. Immer wieder werden zudem Berührungspunkte mit unserer Kultur und unserem Weltbild heute herausgearbeitet.
Das Samurai Museum Berlin wurde für den Museum of the Year 2026 (EMYA) nominiert. Der Preis wird jährlich vom European Museum Forum an europäische Museen vergeben.

Vom Juli bis Ende Oktober 2026 ist in einer exklusiven Sonderausstellung Uma Thurman als Beatrix Kiddo (auch bekannt als Black Mamba) zu Gast im Samurai Museum Berlin. Möglich ist diese Präsentation durch die Kooperation mit Madame Tussauds Berlin.
Die Braut: Zentrales Objekt ist eine lebensgroße Wachsfigur der Filmfigur Beatrix Kiddo („The Bride“), dargestellt von Uma Thurman. Sie entstand in Zusammenarbeit mit Madame Tussauds Berlin und wurde nach Angaben des Museums aus Hollywood nach Berlin gebracht.
Das Schwert: Das Katana gilt als „Seele des Samurai“. Der Name des fiktiven Schwertschmieds Hattori Hanzō verweist auf einen historischen Samurai des 16. Jahrhunderts. Nach Angaben des Museums ist eine Originalrüstung des Hanzō-Clans ausgestellt.
Die Meister: Die Figur Pai Mei stammt aus chinesischen Martial-Arts-Filmen. Die Ausstellung stellt ihr die Ausbildung der Samurai und das Ideal des „Bushidō“ gegenüber.
Die Legende von Japan: „Kill Bill“ versteht sich als Hommage an das japanische Kino, insbesondere an das Chanbara-Genre der 1950er- und 1960er-Jahre.
Die Farbe Gelb: Der gelbe Anzug gilt als Hommage an Bruce Lee („Game of Death“). Die Ausstellung vergleicht seinen Wiedererkennungswert mit dem einer Samurai-Rüstung.
Die Rückkehr: Die Ausstellung zeigt das Fortwirken der Samurai-Kultur in Film, Manga, Videospielen und Popkultur.
Koordinaten: 52° 31′ 37″ N, 13° 23′ 40″ O