Sapotengewächse

Sapotengewächse

Guttaperchabaum (Palaquium gutta), Illustration

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Sapotengewächse
Wissenschaftlicher Name
Sapotaceae
Juss.

Die Pflanzenfamilie der Sapotengewächse (Sapotaceae), auch Sapotagewächse oder Breiapfelgewächse genannt, gehört zur Ordnung der Heidekrautartigen (Ericales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen. Einige Arten werden durch den Menschen genutzt; zu den bekanntesten Arten gehört der Breiapfelbaum (Manilkara zapota) und der Sternapfel (Chrysophyllum cainito).

Beschreibung

Vegetative Merkmale

Sapotengewächse sind immergrüne oder laubabwerfende Bäume und Sträucher. Sie enthalten Milchsaft.

Die Laubblätter sind wechselständig oder wirtelig in Kurztrieben zusammengefasst angeordnet. Die Laubblätter bestehen aus Blattstiel und Blattspreite. Der Blattstiel besitzt abwärtslaufende Kanäle oder Höhlen, die auf der Oberseite Flügel bilden. Die einfache Blattspreite ist ledrig, fiedernervig, oberseits glänzend und unterseits meist seidenhaarig. Der Blattrand ist meist ganzrandig, selten gezähnt. Die Stomata sind meist anomocytisch oder seltener paracytisch. Wenn Nebenblätter vorhanden sind, fallen sie schnell ab.

Generative Merkmale

Selten sitzen die Blüten einzeln, meist in seitenständigen, sehr unterschiedlich aufgebauten Blütenständen zusammengefasst. Die radiärsymmetrischen Blüten sind oft vier- oder fünfzählig, selten mehrzählig und sie meist zwittrig oder seltener eingeschlechtig. Die meist vier bis acht (zwei bis elf) Kelchblätter sind frei bis verwachsen und es gibt entweder einen Kreis mit vier bis sechs oder zwei Kreise mit je zwei bis vier Kelchblättern. Die meist vier bis acht (bis selten neun bis 18) Kronblätter sind verwachsen; die Kronlappen können geteilt sein. Die Blüten besitzen einen bis drei Staubblattkreise mit meist sechsmal so vielen Staubblättern als Kronblättern. Oft sind ein oder zwei Kreise zu Staminodien reduziert oder fehlen ganz. In den Blüten gibt es meist drei bis zwölf (ein bis 30) Fruchtblätter, die zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen sind mit gleich vielen Fächern wie Fruchtblättern. Der Griffel endet in einer kopfigen oder leicht gelappten Narbe. Es ist ein Nektardiskus vorhanden.

Es werden meist Beeren, manchmal auch Steinfrüchte oder Kapselfrüchte mit ein bis zehn Samen gebildet. Die großen Samen sind braun bis schwarz und glänzend. Wenn ein Endosperm vorhanden ist, dann ist es ölhaltig.

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 7 und 9 bis 13.

Unterfamilie Chrysophylloideae Tribus Chrysophylleae: Zweige mit Blättern und Früchten von Englerophytum magalismontanum
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Mimusopeae: Habitus des Breiapfelbaumes (Manilkara zapota)
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Mimusopeae: Manilkara jaimiqui subsp. emarginata
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Mimusopeae: Zweig mit Blättern und Blüten von Mimusops maxima
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Isonandreae: Madhuca longifolia
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Isonandreae: Payena leeri; Illustration
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Mimusopeae: Karitébaum (Vitellaria paradoxa)
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Sideroxyleae: Arganbaum (Argania spinosa) bei Agadir
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Sideroxyleae: Frucht und Blätter von Sideroxylon persimile
Unterfamilie Sapotoideae Tribus Sideroxyleae: Sideroxylon polynesicum

Systematik und Verbreitung

Sie besitzen eine pantropische Verbreitung. Der Ursprung der Familie der Sapotaceae liegt etwa 100 Millionen Jahre vor heute wohl in Südostasien. Pollenfunde aus dem Paläozän in Europa und im frühen Eozän (etwa 50 Millionen Jahre vor heute) in Europa und Nordamerika zeigen, dass diese Familie früher eine sehr viel weitere Verbreitung hatte.

Die Familie Sapotaceae wurde 1789 von Antoine Laurent de Jussieu als „Sapotae“ in Genera Plantarum, 151 veröffentlicht. Typusgattung ist Sapota Mill. die heute ein Synonym von Manilkara Adans. ist. Synonyme für Sapotaceae Juss. sind: Achradaceae Vest, Boerlagellaceae H.J.Lam, Bumeliaceae Barnhart, Sarcospermataceae H.J.Lam nom. cons. Diese Familie wurde früher in die Ordnungen Sapotales Hook.f., Ebenales Engl. und wird heute in die Ordnung der Ericales eingegliedert.

Die Familie Sapotaceae Juss. wird gegliedert in drei Unterfamilien mit 53 Gattungen und etwa 1100 bis mehr als 1200 Arten:

Nutzung

Mamey-Früchte von Pouteria sapota auf dem Markt

Der Breiapfelbaum (Manilkara zapota) liefert mit dem Chicle einen der wichtigsten Grundstoffe der Kaugummiindustrie. Die „Mamey“ genannten Früchte von Pouteria sapota und Manilkara zapota können zu Nachspeisen und Getränken verarbeitet werden. Der Sternapfelbaum (Chrysophyllum cainito) liefert essbare Früchte und wird als Zierbaum angepflanzt. Der eingetrocknete Milchsaft des Guttaperchabaumes (Palaquium gutta), das Guttapercha, fand und findet zum Teil auch heute noch eine vielfache Verwendung. Die Wunderbeere, auch Mirakelfrucht genannt, von Synsepalum dulcificum wird als Süßungsmittel verwendet. Der Karitébaum (Vitellaria paradoxa), auch Sheanussbaum, Schibutterbaum oder Afrikanischer Butterbaum genannt, wird vielseitig genutzt. Der Arganbaum (Argania spinosa) wird zur Ölgewinnung angebaut.

Weitere Bilder

Sternapfelbaum (Chrysophyllum cainito):

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Sapotaceae im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  2. ↑ Ulf Swenson, J. E. Richardson, Igor V. Bartish: Multi-gene phylogeny of the pantropical subfamily Chrysophylloideae (Sapotaceae): Evidence of generic polyphyly and extensive morphological homoplasy. In: Cladistics. Volume 24, 2008, S. 1006–1031.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 Sapotaceae. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 28. Oktober 2018.
  4. 1 2 David John Mabberley: Mabberley’s Plant-Book. A portable dictionary of plants, their classification and uses. 3. Edition, Cambridge University Press 2008, ISBN 978-0-521-82071-4.
  5. ↑ T. Triono, A. H. D. Brown, J. G. West, M. D. Crisp: A phylogeny of Pouteria (Sapotaceae) from Malesia and Australasia. In: Australian Systematic Botany. Volume 20, 2007, S. 107–118.
  6. ↑ Ulf Swenson, P. P Lowry II, Jérôme Munzinger, C. Rydin, Igor V. Bartish: Phylogeny and generic limits in the Niemeyera complex of New Caledonian Sapotaceae: Evidence of multiple origins of the anisomerous flower. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Volume 49, 2008, S. 909–929.
  7. ↑ Jenny E.E. Smedmark, Ulf Swenson, Arne A. Anderberg: Accounting for variation of substitution rates through time in Bayesian phylogeny reconstruction of Sapotoideae (Sapotaceae). In: Molecular Phylogenetics and Evolution. Volume 39, 2006, S. 706–721. online (PDF; 562 kB).
  8. ↑ Jenny E. E. Smedmark, Arne A. Anderberg: Boreotropical migration explains hybridization between geographically distant lineages in the pantropical clade Sideroxyleae (Sapotaceae). In: American Journal of Botany. Volume 94, Issue 9, 2007, S. 1491–1505, online (Memento des Originals vom 2. August 2010 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis..
Commons: Sapotengewächse (Sapotaceae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien