
Sara Braverman (hebräisch שרה ברוורמן; * 1918 in Botoșani, Rumänien; † 10. Februar 2013 in Schamir (Kibbuz), Galiläa) war eine israelisch-rumänische Widerstandskämpferin (israelische Fallschirmjägerin) im Zweiten Weltkrieg und eine der ersten Kämpferinnen des Palmach. Sie ist außerdem dafür bekannt, dass sie das neue Frauenkorps der israelischen Verteidigungsstreitkräfte 1948 mit begründete.
Sara Braverman (auch Sarah und mit Kosenamen Surika) wurde in eine jüdische Familie in Botoșani in Rumänien geboren, die dem Zionismus angehörte. Das Kind bekam gleichzeitig säkulare Werte vom Vater vermittelt. In der Stadt gab es zu der Zeit (bis 1947) eine wohlhabende jüdische Gemeinde, bestehend aus ca. 20.000 Personen. Als Neunjährige schloss sie sich der Jugendorganisation Hashomer Hatzair an.
Sie wanderte 1938 ohne ihre Eltern in das Heilige Land ein (= Alija). Braverman studierte Landwirtschaft in Nes Ziona, half beim Aufbau von Schamir (Kibbuz), welchen sie mitbegründete und engagierte sich in der zionistischen Jugendbewegung im damaligen britischen Mandatsgebiet Palästina.

Braverman diente im Palmach, der Elitezweig-Kampfeinheit der Hagana und Vorläufer der heutigen israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF, Israel Defense Force). Während des Zweiten Weltkriegs war eine ihrer Aufgaben, mit dem Fallschirm über dem von den Nazis kontrollierten Europa abzuspringen, um europäischen Juden zu helfen. Sie war eine von drei Frauen mit dieser Aufgabe. Sie war aus einer Gruppe von 240 Freiwilligen und 37 für geeignet Gehaltenen erwählt worden, von denen 33 die Ausbildung absolviert hatten. Sara konnte im Gegensatz zu den beiden anderen von den Nazis gefangenen und ermordeten Frauen entkommen. Wegen ihrer Höhenangst wurde sie als die Frau, die nicht sprang, bekannt.
Eine weitere Aufgabe von Braverman im Jahr 1944 war es, zusammen mit den anderen jüdischen Soldaten in den Bergen des damaligen Jugoslawiens im Dienst bei Titos Partisanen auf Befehle zu warten. Sie waren als britische Offiziere an der Seite der britischen Kommandos der Spezialeinheit (Special Operations Executive) getarnt und sollten zu gegebenem Zeitpunkt die Partisanen in ihrem Kampf gegen die nationalsozialistischen Besatzer unterstützen. Bravermans Mission war die Unterstützung der Juden in Europa und des Krieges auf Seiten Englands. Sie wollte laut eigener Aussage nicht zur Heldin werden, sondern „helfen“ und meinte, sie seien „ganz normale Menschen“ gewesen.
Braverman kam zuerst nach Italien und dann über Kairo ins Mandatsgebiet Palästina, wo sie ihre Arbeit beim Palmach und in ihrem Kibbuz wieder aufnahm. Mit dem Ausbruch des israelischen Unabhängigkeitskrieges sollte sie nach Tel Aviv kommen und den damaligen Stabschef Yaakov Dori treffen. Sie wurde mit der Aufgabe der Mitgründung des Frauenkorps der IDF beauftragt und erhielt später den Beinamen „First Lady der IDF“.
Nachdem der jüdische Staat 1948 seine Unabhängigkeit erlangt hatte, verbrachte Braverman den größten Teil ihres restlichen Lebens im Kibbuz Schamir, auf der Ostseite der Chulaebene an die Golanhöhen und das Kriegsgebiet angrenzend und glaubte an den kommenden Frieden mit Syrien.
Im Jahr 2010 entzündete Sara Braverman eine von 14 Fackeln zur Eröffnung der Feierlichkeiten zum israelischen Unabhängigkeitstag.
Sie starb am 10. Februar 2013 und wurde im Kibbuz Schamir in Galiläa beigesetzt.
Der ehemalige Stabschef der IDF, Moshe Ya’alon, erinnert an Sara Braverman als „First Lady der IDF“ und nannte sie „eine einzigartige Frau“, was er durch zahlreiche Gespräche mit ihr über die Zukunft des Staates Israel und durch ihr Handeln bestätigt sah.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Braverman, Sara |
| ALTERNATIVNAMEN | Braverman, Sarah; Braverman, Surika |
| KURZBESCHREIBUNG | rumänisch-jüdische Widerstandskämpferin |
| GEBURTSDATUM | 1918 |
| GEBURTSORT | Botoșani, Rumänien |
| STERBEDATUM | 10. Februar 2013 |
| STERBEORT | Schamir (Kibbuz), Galiläa |