Sarah Mapps Douglass

Sarah Mapps Douglass (* 9. September 1806 in Philadelphia, Pennsylvania; † 8. September 1882 ebenda) war eine US-amerikanische Lehrerin, Akademikerin, Malerin, Schriftstellerin und Abolitionistin. Ihre gemalten Bilder auf ihren Briefen sind die am frühesten dokumentierten Gemälde einer afroamerikanischen Frau. Diese Gemälde sind Teil des Cassey und Dickerson Albums, einer seltenen Sammlung von Freundschaftsbriefen aus dem 19. Jahrhundert zwischen einer Gruppe von Frauen.

Douglass war die erste afroamerikanische Studentin am Female Medical College of Pennsylvania und Gründungsmitglied der Female Literary Association und der Philadelphia Female Anti-Slavery Society.

Frühes Leben und Familie

Sarah Douglass wurde in Philadelphia als einzige Tochter von Robert Douglass und Grace (Bustill) Douglass geboren. Sie hatte einen Bruder, Robert Douglass Jr., der ein landesweit bekannter Maler und Fotograf wurde. Ihr Großvater mütterlicherseits, Cyrus Bustill (1732–1806), besaß eine Bäckerei und war eines der ersten Mitglieder der ersten afroamerikanischen Wohltätigkeitsorganisation in den Vereinigten Staaten, der Free African Society. Ihre Mutter eröffnete neben der Familienbäckerei ein Hutgeschäft für Quäker. Ihr Vater half bei der Gründung der ersten afroamerikanischen Presbyterianischen Kirche in Philadelphia. Sarah Douglass übernahm jedoch die Religion der Familie ihrer Mutter und war eine gläubige Quäkerin.

Sie wurde zunächst von Privatlehrern unterrichtet und besuchte eine unabhängige Schule für Schwarze in Philadelphia, die 1819 von ihrer Mutter und James Forten gegründet worden war. Später besuchte sie die Pennsylvania Medical University, was für eine afroamerikanische Frau zu dieser Zeit äußerst ungewöhnlich war.

Karriere

Als Lehrerin und Akademikerin

Douglass begann ihre Lehrtätigkeit in den frühen 1820er Jahren in New York und kehrte später nach Philadelphia zurück, wo sie an der Schule ihrer Mutter unterrichtete. Mitte der 1820er Jahre gründete sie dort ihre eigene Schule für Schwarze Mädchen. Schon bald erwarb sie sich Anerkennung als talentierte Lehrerin der Naturwissenschaften und Künste und legte großen Wert auf hohe Standards bei ihren Schülerinnen.

Sie war Mitglied des Gilbert Lyceum, einer von ihrem Bruder Robert gegründeten intellektuellen Gesellschaft für Schwarze. Im September 1831 war sie außerdem Mitbegründerin der Female Literary Association, einer intellektuellen Vereinigung für Schwarze Frauen, und fungierte als deren Sekretärin. Sie war eines der achtzehn Gründungsmitglieder der Philadelphia Female Anti-Slavery Society, zusammen mit ihrer Mutter Grace, Lucretia Mott, Sarah McCrummell, und den drei Schwestern Margaretta, Sarah und Harriet Forten. Es war die erste nationale, rassenübergreifende Anti-Sklaverei-Konferenz für Frauen in der US-amerikanischen Geschichte. Sarah Douglass arbeitete zudem eng mit den Grimké-Schwestern zusammen, um gegen Rassentrennung und Vorurteile anzukämpfen.

1838 übernahm die Philadelphia Female Anti-Slavery Society die Schule und behielt Douglass als Schulleiterin bei. 1854 fusionierte die Schule mit dem Institute for Colored Youth (heute Cheyney State University) in der Lombard Street, und Douglass wurde Leiterin der Grundschulabteilung, eine Position, die sie bis zu ihrer Pensionierung 1877 innehatte. Als Lehrerin setzte sie sich dafür ein, Mädchen gleiche Chancen beim Erlernen von Fächern zu geben, die zuvor hauptsächlich Jungen vorbehalten waren, darunter Mathematik und Naturwissenschaften.

Douglass reiste häufig nach New York, um dort akademische Vorträge zu halten, und hinterließ zudem ein umfangreiches schriftliches Werk. Sie schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen, darunter The Anglo-African und The National Anti-Slavery Standard. Besonders bekannt wurde sie für ihre Entlarvung des Rassismus innerhalb der Quäkerbewegung.

Female Literary Association

Douglass half bei der Gründung der Female Literary Association (FLA) im Jahr 1831, einer Gruppe freier afroamerikanischer Frauen, die sich ihrer Weiterbildung und der Vertiefung ihrer Identifikation mit versklavten Schwarzen Frauen widmeten. Schwarze literarische Gesellschaften wie diese begannen sich in den späten 1820er und frühen 1830er Jahren in den Städten des Nordens zu bilden. Diese Gesellschaften wandten sich dem Lesen als unschätzbarer Methode des Wissenserwerbs und dem Schreiben als Mittel zur Erhaltung der eigenen Identität, zur Aufzeichnung von Informationen und zur Kommunikation mit einer Schwarzen Öffentlichkeit zu, die von Gebildeten über Halbanalphabeten bis hin zu Analphabeten reichte.

Douglass gehörte zu den Begründerinnen der FLA, und die FLA war die erste soziale Bibliothek speziell für afroamerikanische Frauen. Die FLA bot schwarzen Frauen einen Raum, um wichtige Lektüren, die sie gefunden hatten, sowie ihre eigenen Texte zu teilen. Die Female Literary Association förderte die persönliche Weiterentwicklung durch Bildung – sowohl für Gebildete als auch für Analphabeten, für Freie wie für Versklavte. Die Bildung von Schwarzen sollte die rassistischen Vorstellungen von der intellektuellen Minderwertigkeit von Afroamerikanern infrage stellen. Douglass und die Frauen der Vereinigung führten die Bildungsanstalt unter religiöser Motivation. Sie waren davon überzeugt, dass die „Entwicklung intellektueller Fähigkeiten“ das höchste menschliche Ziel sei, da Gott diese Fähigkeiten und Talente verliehen habe.

Die Mitglieder der FLA trafen sich jeden Dienstag zu Lesungen und Rezitationen mit dem Ziel der „gegenseitigen Verbesserung der moralischen und literarischen Fähigkeiten“. Laut ihrem Unterstützer William Lloyd Garrison schrieben fast alle Mitglieder wöchentlich eigene Texte, die anonym in eine Kiste gelegt wurden und anschließend von einem Komitee kritisiert wurden. Douglass selbst schrieb oft Prosa und Lyrik, von denen ein Großteil im „Ladies' Department“ von The Liberator, The Colored American und dem Anglo-African Magazine unter dem Pseudonym „Zillah“ und möglicherweise auch unter „Sophonisba“ veröffentlicht wurde.

Philadelphia Female Anti-Slavery Society

Im Jahr 1833 gehörten sie und ihre Mutter zu den Gründungsmitgliedern der multirassischen Philadelphia Female Anti-Slavery Society. Ziel der Vereinigung war es, die vollständige Abschaffung der Sklaverei so schnell wie möglich zu erreichen, ohne den Sklavenhaltern eine Entschädigung zu zahlen, und die gleichen bürgerlichen und religiösen Rechte wie die weiße Bevölkerung der Vereinigten Staaten zu erlangen.

Am 14. Dezember 1833 verabschiedete die Gesellschaft ihre Verfassung, in der sie erklärte, es sei ihre Pflicht als bekennende Christen, „ihren Abscheu vor der eklatanten Ungerechtigkeit und tiefen Sünde der Sklaverei durch vereinte und energische Anstrengungen zum Ausdruck zu bringen“. Die Mitgliedschaft in der Gesellschaft stand jeder Frau offen, die diese Ansichten teilte und sich dafür engagierte.

Spätes Leben und Tod

Von 1853 bis 1877 studierte Douglass Anatomie, Frauengesundheit und Hygiene und erwarb eine medizinische Grundausbildung am Female Medical College of Pennsylvania, wo sie die erste afroamerikanische Studentin war, sowie am Ladies' Institute der Pennsylvania Medical University. Ihre Arbeit an den medizinischen Instituten beeinflusste ihre Entscheidung, im Rahmen der Tagungen des Banneker-Instituts Vorträge zu halten und Abendkurse für afroamerikanische Frauen zu Themen der Physiologie und Hygiene zu geben.

Im Alter von fünfzig Jahren, am 23. Juli 1855, heiratete Douglass den Reverend William Douglass, einen Witwer mit Kindern, der Rektor der St. Thomas’ Protestant Episcopal Church war und sich aktiv in der Anti-Sklaverei-Bewegung engagiert hatte. Es ist nicht bekannt, ob er mit ihr verwandt war. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1861 nahm Douglass ihre Aktivitäten im Kampf gegen die Sklaverei und ihre Tätigkeit als Vollzeitlehrerin wieder auf.

Sie starb 1882 in Philadelphia.

Malerei

Blume von Sarah Mapps Douglass, aus dem Album von Amy Matilda Cassey, ca. 1833. Aquarell und Gouache.

Douglass malte häufig Blumen auf ihre Briefe und in die Freundschaftbücher ihrer Freundinnen. Eines ihrer Werke ist ein Aquarell eines Blumenstraußes in dem Freundschaftsalbum von Elizabeth Smith.

Seite aus dem Album von Amy Matilda Cassey, gemalt von Sarah Mapps Douglass, ca. 1833, mit der Darstellung eines schwarzen Schmetterlings und dem Titel „Ein Zeichen der Liebe von mir an dich“.

Als Künstlerin wurde sie zu ihrer Lebzeit nicht gesehen, dieser Titel fiel stattdessen ihrem Bruder Robert Douglass Jr. zu, ein Maler, der an der Pennsylvania Academy of Fine Arts studierte, bevor er sein eigenes Porträt- und Daguerreotypie-Atelier in Philadelphia eröffnete. Sarah Mapps Douglass’ Werke sind erst nach ihrem Tod entdeckt worden.

Commons: Sarah Mapps Douglass – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 E. F. H.: Sarah Mapps Douglass Douglass. In: EBSCO. 2023, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  2. ↑ Lisa E. Farrington: Creating their own image: The history of African-American Women Artists. Hrsg.: Oxford University Press. Oxford University Press, Oxford / New York 2005, ISBN 0-19-516721-X, S. 50–51 (archive.org [abgerufen am 15. April 2026]).
  3. ↑ Rare 19th‐Century African American Women’s Friendship Albums Online. In: Library Company of Philadelphia. 17. Juni 2012, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  4. 1 2 Alissa Falcone: Examining Drexel’s Ties to the First African-American Women Physicians. In: DrexelNews. Drexel University, 26. Februar 2016, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  5. 1 2 3 Michael Dickinson: SARAH MAPPS DOUGLASS. In: Colored Conventions. 23. Mai 2013, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
  6. ↑ Philadelphia Female Anti-Slavery Society. In: Klischeefreie Zone FFM. Frauenreferat der Stadt Frankfurt am Main, abgerufen am 15. April 2016.
  7. ↑ Britt Rusert: Fugitive Science. Hrsg.: NYU Press. 2017, ISBN 978-1-4798-4766-2, Kap. 5 "Sarahs's Cabinet".
  8. 1 2 Elizabeth McHenry: Forgotten Readers. Hrsg.: Duke University Press. 2002, ISBN 978-0-8223-2995-4, Kap. 1 "Dreaded Eloquence", S. 23–24 (archive.org [abgerufen am 15. April 2026]).
  9. 1 2 3 Marie Lindhorst: Politics in a Box: Sarah Mapps Douglass and the Female Literary Association, 1831-1833. In: Pennsylvania Historical Association (Hrsg.): Pennsylvania History. Vol. 65, Nr. 3. Pennsylvania 1998 (psu.edu [abgerufen am 15. April 2026]).
  10. 1 2 Ira V. Brown: Cradle of Feminism: The Philadelphia Female Anti-Slavery Society, 1833-1840. In: University of Pennsylvania Press (Hrsg.): The Pennsylvania Magazine of History and Biography. Vol. 102, Nr. 2, April 1978, JSTOR:20091253.
  11. 1 2 Dr. Mia L. Bagneris: The Radical Floriography of Sarah Mapps Douglass. In: smarthistory. 21. November 2022, abgerufen am 15. April 2026 (englisch).
Personendaten
NAME Douglass, Sarah Mapps
KURZBESCHREIBUNG US-amerikanische Lehrerin und Abolitionistin
GEBURTSDATUM 9. September 1806
GEBURTSORT Philadelphia
STERBEDATUM 8. September 1882
STERBEORT Philadelphia