Sason (Türkei)

Sason

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Sason (Türkei) (Türkei)
Sason (Türkei) (Türkei)

Straßenszene mit dem Uhrturm
Basisdaten
Staat: Turkei Türkei
Provinz (il): Batman
Einwohner: 12.627 (2020)
Koordinaten: 38° 23′ N, 41° 24′ OKoordinaten: 38° 22′ 49″ N, 41° 23′ 43″ O
Telefonvorwahl: (+90) 488
Postleitzahl: 72 500
Kfz-Kennzeichen: 72
Struktur und Verwaltung (Stand: 2019)
Gliederung: 28 Mahalle
Bürgermeister: Mehmet Şafi Yavuz (AKP)
Postanschrift: Yaylatepe Mahallesi
Cumhuriyet Caddesi No:57
72500 Sason
Website:
Landkreis Sason
Einwohner: 30.774 (2020)
Fläche: 706 km²
Bevölkerungsdichte: 44 Einwohner je km²
Kaymakam: Samet Serİn

Sason (armenisch Սասուն Sassun, kurdisch Qabilcewz) ist eine Kreisstadt und ein Landkreis in der Türkei. Beide gehören zur Provinz Batman und liegen in Südostanatolien. Die Stadt liegt am Fuß des Berges Helkıs. Sie beherbergt etwa 41 % der Bevölkerung des Landkreises.

Der Landkreis liegt im Taurusgebirge. Wichtige Berge sind der Malato Tepesi (2973 m) und der Bulak Dağı. Der Sason-Bach mündet in den Batman, einen Nebenfluss des Tigris. Der Landkreis Sason ist der nördlichste der Provinz Batman und grenzt an die Provinzen Diyarbakır, Bitlis und Muş. Neben der Kreisstadt (Merkez) existiert noch eine weitere Stadt (Yücebağ, 2623 Einwohner) sowie 54 Dörfer, von denen das bevölkerungsreichste (Dereköy) aber nur 620 Einwohner zählt. Durchschnittlich bewohnen 287 Menschen jedes Dorf. Der städtische Bevölkerungsanteil liegt bei 49,6 Prozent.

Bis zum Völkermord an den Armeniern Anfang des 20. Jahrhunderts bestanden in den Tälern des Gebietes von Sason außer kurdischen Dörfern zahlreiche armenische Gemeinden. Heute leben hier größtenteils Araber, Kurden und Zazas. Das Nationalepos Armeniens, „David von Sasun“, handelt in der Region.

Geschichte

Der Legende nach gab Sanasar, der Sohn des assyrischen Königs, dem Ort den Namen, der auf Armenisch im Jahre 390 Sanasunk’ und 680 Sasunk’ hieß.

Nach der Schlacht von Manzikert im 11. Jahrhundert scheint sich der örtliche byzantinische Befehlshaber, T'ornik, Sohn des Muschegh, Schwiegersohn von Magister Gregorius Arsakides Pahlavouni, zum unabhängigen Herrscher aufgeworfen zu haben. Nach einem bei Bèken gefundenen Siegel legte er sich die Titel Anthypatos und Strategos von Sassun zu. Er widersetzte sich dem Versuch von Philaretos Brachamios, eine geeinte Front gegen die Seldschuken aufzubauen und sammelte ein Heer gegen ihn. Er versuchte, mit dem Emir Amr Bakr' eine Allianz abzuschließen, wurde jedoch von Soldaten des Emirs von Maiyafariquin getötet.

Die Region Sason (orange) und das Vilâyet Bitlis (gelb)

Sason war bis 1880 Teil des Sandschaks Siirt im Vilâyet Diyarbakır und wurde 1892 Teil des Vilâyets Bitlis. Im Unterschied zu den übrigen Teilen des osmanischern Reiches war es in Sason nicht gelungen, die Armenier zu entwaffnen. Sason galt deshalb als ein Hort der Rebellion und Anarchie. Der Obrigkeit des Vilâyets Bitlis wurde von Sultan Abdülhamid II. befohlen, die alte Ordnung der Dominanz der Muslime über die Christen wieder durchzusetzen. Dies geschah unter anderem durch Gewalttaten und Plünderungen sowie das Bestreben, Armenier zur Konversion zum Islam zu zwingen. 1894 wehrten sich die Armenier in Sason dagegen und leisteten Widerstand. Daraufhin rückten osmanische Truppen und Hamidiye-Einheiten ein, Sie zerschlugen im August 1894 den Widerstand und zerstörten 32 der 40 armenischen Dörfer im Umland von Sason. Bei den Massakern, die sie dabei verübten, töteten sie – je nach Quelle – zwischen 900 und 16.000 Armenier. Weitere Opfer gab es bei der Niederschlagung des Widerstandes von Sason 1904.

1925 wurde das Dorf Kabilcevz/Kabilcoz (kurdisch Qabilcewz) Hauptstadt des Landkreises.

Bis 1927 war Sason Teil der Provinz Muş und bis 1993 Teil von Siirt. Mit der Gründung der Provinz Batman wurde es 1990 an Batman angegliedert. Laut Stadtsiegel wurde Sason 1945 in den Rang einer Belediye (Gemeinde) erhoben.

Commons: Sason – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 Türkiye Nüfusu İl ve İlçelere Göre Nüfus Bilgileri (Nufusune.com), abgerufen am 26. Februar 2021
  2. ↑ Axel Meißner: Martin Rades „Christliche Welt“ und Armenien. Bausteine für eine internationale Ethik des Protestantismus. Lit, Münster 2010, ISBN 978-3-8258-6281-7, S. 26.
  3. ↑ Peter Balakian: The Burning Tigris. The Armenian Genocide and America’s awakening to international human rights. HarperCollins, New York 2004, ISBN 0-06-019840-0, S. 54–55.
  4. ↑ Tessa Hofmann: Annäherung an Armenien. Geschichte und Gegenwart. C.H. Beck, München 1997, ISBN 3-406-42023-0, S. 85–86.
  5. ↑ Axel Meißner: Martin Rades „Christliche Welt“ und Armenien. Bausteine für eine internationale Ethik des Protestantismus. Lit, Münster 2010, S. 27.
  6. ↑ Wolfgang Gust: Der Völkermord an den Armeniern. Die Tragödie des ältesten Christenvolkes der Welt. Hanser, München und Wien 1993, ISBN 3-446-17373-0, S. 102–105 und 121–122.