Saxomat

Darstellung des Saxomat-Steuerkastens (pneumatische Ventilsteuerung):

1 – Elektromagnet;
2 – Elektromagnetisch betätigtes Ventil;
3 – Rückschlagventil;
4 – Druckminderer;
5 – Druckregelventil (Unterdruck);
A – Unterdruckkammer;
B – Überströmbereich;
C – Umgebungsdruck
.

Das Ventil ist aktiviert, die Kupplung geöffnet

Unter der Bezeichnung Saxomat, abgeleitet aus dem Herstellernamen Fichtel & Sachs, wurde ab 1956 (zunächst für die Auto Union GmbH) bis Ende der 1960er Jahre eine elektro-pneumatische Betätigung der Kupplung angeboten, die zum Beispiel in Fahrzeugen der Marken Borgward, DKW, Fiat, Lancia, Opel, Saab oder Volkswagen erhältlich war.

Der Saxomat war ab 1959 im Opel Rekord P1 als „Olymat“ (im Unterschied zum herkömmlichen Saxomat mit Doppelkupplung) erhältlich. Bereits ab August 1957 bot Daimler-Benz den Hydrak an, der in der Mercedes 219 Limousine gegen 450 DM Aufpreis erhältlich war und im Gegensatz zum Saxomat eine hydraulische Anfahrkupplung hatte. Ein ähnliches System verwendete NSU im NSU Ro 80. In der DDR wurde ab 1965 der Trabant 601 teilweise mit Hycomat produziert.

Der Saxomat konnte sich nicht richtig auf dem Markt durchsetzen. Dies wird auf die Unzuverlässigkeit des Systems und die schwierige Einstellbarkeit zurückgeführt, die auch dazu führte, dass viele Fahrzeuge auf ein normales Schaltgetriebe zurückgerüstet wurden. Des Öfteren wurden Anfahrkomfort und unpräzises Rangieren bemängelt. Auch erwies sich diese Technik mitunter als anfällig.

Technik

Der Saxomat war eine Weiterentwicklung der F&S-Rollen-Fliehkraftkupplung und sollte eine kostengünstige Alternative zum Automatikgetriebe sein. Preislich lag der Saxomat zwischen einem normalen Schalt- und dem Automatikgetriebe.

Im Wesentlichen arbeitet der Saxomat mit zwei hintereinander geschalteten Kupplungen und einem Freilauf:

Prinzipiell kann man mit der Anfahrkupplung in jedem Gang anfahren, jedoch steigt in höheren Gängen die Zeit, bis die Drehzahl von 1500/min. erreicht wurde und der Kupplungsverschleiß steigt.

Unabhängig davon lässt sich der Kraftfluss mit einer zweiten Kupplung trennen, damit auch bei höheren Drehzahlen ein Gangwechsel möglich ist:

Der Freilauf hat auf die zweite Kupplung keinen Einfluss, so dass diese Kupplung stets den Kraftfluss trennen kann.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Wortmarke der ZF Friedrichshafen AG, DPMA Registernummer DD623601; Nizza-Klasse 23: Kupplungen, Kupplungsteile, Teile für Betätigung von Kupplungen; Getriebe, insbesondere Wechselgetriebe
  2. ↑ Harald Naunheimer, Bernd Bertsche, Gisbert Lechner, "Fahrzeuggetriebe", Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2. Auflage 2007, ISBN 978-3-540-30625-2
  3. ↑ Heiner Bubb, Klaus Bengler, Rainer E. Grünen, Mark Vollrath "Automobilergonomie", Springer Fachmedien Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-8348-1890-4, Abschnitt 1.4.2