Der Scaphocerit, auch Antennenschuppe genannt, ist ein schuppenartiger, blattförmig verbreiterter Anhang der zweiten Antennen bei zahlreichen Gruppen der Krebstiere (Crustacea). Anatomisch entspricht er dem umgewandelten Exopoditen, bzw. dessen zweiten Glied, des ursprünglichen Spaltbeins.
Bei den Krebstieren sind die Antennae oder zweiten Antennen aus einem Spaltbein hervorgegangen. Dieses besteht aus einem ungeteilten Grundstamm, Protopodit genannt, an dem zwei getrennte Äste ansitzen, der Exopodit und der Endopodit. Diese sind je nach Verwandtschaftsgruppe vielfach abgewandelt. Bei den Malacostraca („Höhere“ Krebse) bestehen die zweiten Antennen aus dem zweigliedrigen Protopoditen, die beiden Glieder werden Coxa und Basis genannt. An der Basis sitzt als Endopodit eine meist sehr lange Antennengeißel an, die aus vielen Gliedern („Ringeln“, Annuli) aufgebaut ist. Der ursprünglich ebenfalls vielgliedrige Exopodit ist bei ihnen zu einem eingliedrigen, blattartigem Anhang verschmolzen, dem Scaphoceriten. Der Scaphocerit dient bei vielen Zehnfußkrebsen (Decapoda) als Bestandteil einer Wasserleiteinrichtung, durch die ein Wasserstrom in die Kiemenkammern gelenkt und dadurch die Atmung erleichtert wird. Dieselbe Funktion wurde für die Leuchtgarnelen wahrscheinlich gemacht. Bei anderen wie den Dendrobranchiata wird eine Funktion beim Schwimmen, in Form einer Art die Schwimmlage stabilisierenden Flosse, angenommen.
Der Scaphocerit der Zehnfußkrebse (Decapoda) und der Leuchtgarnelen (Euphausiacea) ist wie beschrieben eingliedrig und sitzt direkt der Basis an. Die Fangschreckenkrebse (Stomatopoda) besitzen ebenfalls einen Scaphoceriten. Bei ihnen ist aber der Exopodit zweigliedrig, unterhalb des Scaphoceriten ist also noch ein weiteres, nicht verbreitertes Antennenglied vorhanden.
Bei einigen Gruppen der Decapoda ist der Scaphocerit, wohl sekundär, rückgebildet oder ganz verloren gegangen. Dazu gehören zum Beispiel die Mittelkrebse (Anomura), die Krabben (Brachyura), die Flohkrebse (Amphipoda) und viele Asseln (Isopoda). Die schaufelartig verbreiterten zweiten Antennen der Bärenkrebse (Scyllaridae) gehen nicht auf Sacaphocerite zurück, die Ähnlichkeit ergibt sich konvergent.