Schachzabel

Schachzabel ist die mittelalterliche deutsche Bezeichnung für das Schachspiel, die auch in der historischen Wissenschaft als Fachbegriff gebraucht wird.

Begriff

Das Wort Schachzabel (mittelhochdeutsch schāchzabel „Schachbrett“) stammt über althochdeutsch (12. Jahrhundert) scâhzabel von althochdeutsch zabal „Spielbrett“ und mittelhochdeutsch seit etwa 1200 schāch „Schach“. Die Wortkomponente „zabel“ ist ein Lehnwort aus dem Lateinischen und stammt von tabula „Tafel, Brett“. Als Schachzabel (lateinisch tabula scaccorum) wurde sowohl das Spiel selbst als auch das Schachbrett bezeichnet.

Schachzabelbücher

Die zahlreichen Schachallegorien in der europäischen Literatur des Spätmittelalters heißen im deutschen Sprachraum Schachzabelbücher und bezeichnen im Allgemeinen Prosaübersetzungen und Prosabearbeitungen des lateinischen, als „Handbuch der Predigermönche und als Vorlesestoff für klösterliche Gemeinschaften und Exempelsammlung für Stadtbewohner“ dienenden Schachbuchs von Jacobus de Cessolis. Sie wurden jedoch auch als gereimte Werke verfasst.

Eine genaue Beschreibung des Spiels ist im Libro de los juegos („Buch der Spiele“) Alfons des Weisen zu finden, welches um 1283 entstanden ist.

Historische Quellen

(Auswahl)

Literatur

Wiktionary: Schachzabel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Manfred van Fondern: Lexikon für Schachfreunde. Verlag C. J. Bucher, Luzern / Frankfurt am Main 1980, S. 271–273.
  2. ↑ Hans F. Maßmann: Geschichte des mittelalterlichen, vorzugsweise des Deutschen Schachspieles. Gottfr. Basse, Quedlingburg / Leipzig 1839, S. 159, Anm. 97.
  3. ↑ Friedrich Kluge, Alfred Götze: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 20. Auflage. Hrsg.: Walther Mitzka. De Gruyter, Berlin / New York 1967; Neudruck („21., unveränderte Auflage“) ebenda 1975, ISBN 3-11-005709-3, S. 629.
  4. ↑ schachzabel, n. In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Hrsg.): Deutsches Wörterbuch. Band 14: R–Schiefe – (VIII). S. Hirzel, Leipzig 1893, Sp. 1967 (woerterbuchnetz.de).
  5. ↑ Rainer A. Müller: Der Arzt im Schachspiel bei Jakob von Cessolis. Karl Thiemig, München 1981, ISBN 3-521-04135-2, S. 12.
  6. ↑ Anton Schwob: Schachzabelbücher. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 8, Sp. 589–592.
  7. ↑ Pfarrer zu dem Hechte. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 7, Sp. 556.