
Nach 1512 ist die Scharfmetze der schwerste Geschütztyp der Belagerungsartillerie. Die Geschütze wogen ca. drei Tonnen und konnten von je 16 Pferden gezogen werden. Als Besonderheit hatten sie als erstes Schildzapfen und lagen in Wandlafetten.
Der Name bezieht sich auf das halbe Kugelgewicht der mit 50 kg Eisen als Mittelwert vom Kaiser Maximilian I. festgelegten Hauptbüchsenkugel und lehnt sich verballhornend an die italienische Bezeichnung „mezza bombarda“, also halbe Hauptbüchse an. Die Hauptbüchse verschoss über 100 Pfund Eisen – unter diesem Kaliber stehende zählen zu den Metzen. Die Hauptbüchse verschoss sowohl Stein- als auch Eisenkugeln, letztere geschmiedet, später gegossen. Die Plumpheit und Schwerfälligkeit der Hauptbüchse veranlasste König Maximilian I. 1500 zur Einführung der Scharfmetze. Maximilian I. griff mit der Scharfmetze „Löwen“ (Kaliber 23 cm) 1504 die Stadt Kufstein an. Bis Mitte des 16. Jahrhunderts war auch die Bezeichnung „Metzikana“ (von „mezza canna“, wörtlich „halbes Rohr“) in Gebrauch. Im Osmanischen Reich setzte sich die Bezeichnung Balyemez / بال يماﺯ durch. Sie wurden bei der Belagerung Konstantinopels als die Hauptartillerieeinheit von Fatih Sultan Mehmet benutzt (siehe auch Topçu).
Die großen Geschütze erhielten einen eigenen Namen, er wurde zumeist in einer vom Stückgießer angebrachten Inschrift mit dem Herstellungsjahr angebracht.