Als Wackel- oder Schaukelsteine (englisch Rocking stones oder Logan stones; französisch Pierres branlantes) werden meist durch Ablagerung oder Verwitterung entstandene Phänomene bei Felsblöcken bezeichnet, die leicht beweglich (metastabil) auf ihrer Unterlage balancieren. Sie bilden sich bevorzugt aus granitischem Aufschlussgestein als Späterscheinung der Wollsackverwitterung, seltener aus horizontal gebankten Sedimentgesteinen.

Zunächst erweitern die Verwitterungsvorgänge die primär angelegten Kluftsysteme im Gestein, bis der Gesteinskomplex im Lauf der Zeit in Einzelblöcke zerfällt, die dann – immer weiter zerkleinert – nach und nach abgetragen werden. In seltenen Fällen bleiben größere Einzelblöcke in exponierter „wackeliger“ Lage erhalten. Ein dem Wackelstein ähnlicher Formtyp ist der Pilzfelsen.
Die erstaunliche Bewegungsfähigkeit jener im Gleichgewicht gehaltenen, oftmals riesigen Massen führte vielerorts zur Entstehung von Mythen und Sagen, in denen derartige Steine eine wesentliche Rolle beispielsweise als Orakel oder „Spielzeug“ von Riesen einnehmen.
Eine andere Gattung sind durch menschliche Aktivitäten entstandene Wackelsteine. Im Ganløse Eged, einem 167 Hektar großen Wald auf der dänischen Insel Seeland, wurde der Stein eines Langdysse (Dolmen) zum Wackelstein gemacht.
Bei Tandil in Argentinien lag der „Piedra movediza“ am Rande eines Abgrunds. Nach seinem Absturz 1912 wurde das Wahrzeichen der Stadt 2007 durch einen Nachbau ersetzt.
Wackelsteine (dänisch: Rokkesten) sind hier Findlinge, die die letzte Eiszeit in großer Zahl hinterließ, beispielsweise drei auf Bornholm. Die meisten Wackelsteine bewegen sich nicht mehr.
In Deutschland überregional bekannt ist der Wackelstein der Externsteine, der allerdings im frühen 19. Jahrhundert befestigt wurde. Bei Loh im Bayerischen Wald gibt es einen 50 Tonnen schweren Wackelstein. Ein wahrer Koloss ist der Wackelstein am Kornberg im Fichtelgebirge. Weitere Wackelsteine befinden sich bei Calw im Nordschwarzwald, Voitmannsdorf (Fränkische Schweiz) und am Töpfer im Zittauer Gebirge.
Der Kummakivi ist ein großer balancierender Felsen in Ruokolahti bei Puumala in Südkarelien im Osten von Finnland. Der Stein ist kein echter Wackelstein. Der etwa sieben Meter lange und fünf Meter hohe Felsblock liegt mit einer sehr kleinen Grundfläche auf einem konvexen Untergrund. Forscher gehen davon aus, dass der Felsen vor 11.000 bis 12.000 Jahren durch Gletscher an seine jetzige Stelle transportiert wurde. Die genaue Herkunft des Felsens lässt sich nicht bestimmen. Das Gewicht des Steins wird auf 500 Tonnen geschätzt. Der Kummakivi ist seit 1962 als Naturdenkmal geschützt und darf daher nicht beklettert werden.
Auf Korsika sind Felsburgen, Glockenberge, Opferkessel und Tafonis verbreitete Merkmale der Landschaft. Der „Omu di Cagna“ (Mensch von Cagna) ist ein typischer Wackelstein.
Aus der Naturalis historia des römischen Gelehrten und Schriftstellers Plinius ist der Sasso al Menicante auf dem Monte Cimino als Wackelstein bekannt. Er befindet sich heute in unmittelbarer Nähe des Gipfelparkplatzes, wackelt aber nicht mehr.
Der 1923 unter Schutz gestellte Ruggestein beim Weiler Linepollen im Sokndal im Fylke Rogaland in Norwegen hat ein Gewicht von 74 Tonnen und ist der größte Wackelstein Skandinaviens.
Wackelsteine befinden sich im Granit- und Gneishochland nördlich der Donau (Waldviertel und Mühlviertel). Die meisten liegen in der weiteren Umgebung von Gmünd.
Der vielbesuchte Wackelstein Chybotek (deutscher Name Zuckerschale) steht im Riesengebirge bei Schreiberhau/Szklarska Poręba (Position). Er ist rund 5 m × 3 m breit sowie 1,5 m dick und kann an der Peripherie um rund zehn Zentimeter nach oben und unten gekippt werden. Von einer Seite aus ist er leicht zu besteigen.
In der Schweiz gibt es den Druidenstein über dem Vierwaldstättersee bei Morschach. In Graubünden, etwa 100 Meter oberhalb des Dorfes Verdabbio, befindet sich ein Wackelstein.
Mittels der Sonde Rosetta wurde auf dem Kometen „Tschury“ ein Gesteinsbrocken mit 30 m Größe entdeckt, der auf so kleiner Fläche und am Rand einer Vertiefung balanciert, dass angenommen wird, dass er von Hand – bei lokal sehr geringer Schwerebeschleunigung – zum Wackeln zu bringen wäre.