


Schauzeichen sind elektromechanische Anzeige- bzw. Signalgeräte, die optisch zwei Zustände anzeigen können: stromlos und erregt (d. h., es liegt eine Spannung an). Als Anzeige sind sie weitgehend durch andere technische Elemente wie Leuchtdioden oder Bildschirme abgelöst worden.
Unter anderem wurden sie in der analogen Telefontechnik als Anruf- oder Besetztanzeige (z. B. bei der A2-Schaltung) verwendet. Weitere Anwendungen sind Schaltwarten von Anlagen und Kraftwerken sowie Anzeigen für Landeklappen, Fahrwerk oder Rollschauzeichen im Cockpit von Flugzeugen.
Der Vorteil gegenüber Signallampen ist, dass sie mit sehr kleinen Leistungen angesteuert werden können, z. B. gegenüber den damals verfügbaren Glühlampen, und eine nahezu unbeschränkte Standzeit haben. Weiterhin sind sie auch bei heller Beleuchtung erkennbar. Im Unterschied dazu lösen die artverwandten Fallklappenrelais bei einem Spannungsimpuls aus und bleiben bis zum manuellen Rücksetzen in dieser Position. Sie können so ein Ereignis optisch melden, wenn es stattgefunden hat.
In historischen analogen Telefonen und Vermittlungsanlagen gibt es im Wesentlichen drei verschiedene Typen:
Schalterstellungsanzeiger besitzen drei Stellungen und können als Fernüberwachung die Zustände „Aus“, „Ein“ und „Störung“ zum Beispiel eines Leistungsschalters anzeigen.
Alle Schauzeichen arbeiten elektromechanisch mittels eines Elektromagneten.
Sternschauzeichen sind zylinderförmige Bauteile mit einem Durchmesser von 12 mm oder 18 mm und einer Bauhöhe von 30 mm. An der Frontseite befindet sich eine sternförmig ausgesparte Abdeckung, unter der sich der auf einer Achse drehbar gelagerte meist rote oder schwarze Sichtstern befindet. Im nichterregten Zustand wird er von einer kleinen Spiralfeder in der Ruhelage gehalten und ist damit verdeckt. Bei Stromdurchfluss wird ein Magnetfeld aufgebaut, das das als Anker dienende Flügelkreuz in das Sichtfeld dreht. Bei Abschalten des Stromes wird es durch die Feder zurückgestellt.
Streifenschauzeichen bestehen aus einem durch ein Gitter verdeckten, durch einen Klappanker bewegten Streifenmuster, das sich bei Erregung um genau einen Gitterabstand verschiebt und so als Kontrast hervortritt.
In der Regel sind Schauzeichen für Gleichstrom ausgelegt und haben je nach Ausführung einen elektrischen Widerstand von 25 Ω bis 15 kΩ. In den Varianten mit höchstem Widerstand sprechen sie bei einem Strom von 0,75 mA an. Bei niederohmigen Ausführungen geht dieser Strom bis zu 15 mA. Bei analogen Telefonanlagen liegen sie oft in Reihe in der Telefonleitung und reagieren auf den beim Abheben des Hörers fließenden Strom.
Schalterstellungsanzeigen sind oft für Gleich- und Wechselspannung geeignet, z. B. für 300 V.