Ein weiterer Familienbesitz schon zu Zeiten des Wilhelm Reinhard von Scheffert war das AllodOstkreyenborg nördlich von Haselünne-Lehrte. Die Ostkreyenborg fiel später durch Heirat der Hermine Luise von Scheffert mit Leutnant Friedrich von Reusch und einem am 31. März 1753 zwischen Letzterem und dessen Schwiegervater Johann Michael von Scheffert geschlossenen Vertrag an die Herren von Reusch. Durch Gerichtsbeschluss mussten die Eheleute die Ostkreyenborg einige Jahre später an ihre verwitwete Schwägerin Anna Katharina Franziska von Nagel abtreten.
Esterwegen dagegen fiel 1738 durch Erbschaft von Franz Ferdinand von Scheffert an die mit seiner Magd Adelheid Memering, einer Tochter des Esterweger Jägers und Waffenmeisters Memering zu Bockhorst, gezeugte Tochter Bernhardine Franziska von Scheffert. Diese brachte Esterwegen durch Heirat mit dem fürstlichen Thurn- und Taxisschen Oberpostmeister Anselm Franz Benedikt von Lixfeld (1718–1761) an die von Lixfeldt. Zwischen 1808 und 1814 war Esterwegen dann noch einmal im Besitz der Familie Scheffert.
Laut Max von Spießen existierte die Familie noch 1829. Bald danach soll sie erloschen sein.
Stammfolge
Schleicher stellt folgende Stammfolge des Geschlechts dar (ergänzt um Informationen bei Bruch):
Severin Scheffer (Scheiffer) (†1527), 1502 Stellvertreter des Richters zu Aachen, 1502–1510 Mayer beim Schöffengericht des Schöffenstuhls Aachen, 1511–1525 Stellvertreter des Vogts, 1516 und 1517 Mitglied des Kleinen Rats, 1519 und 1523 Mitglied des Großen Rats, siegelte 1502 mit einer Hausmarke, siegelte 1516 mit dem Sparren; ⚭ I. Anna von Segroide; ⚭ II. Juncke van der Maren, 1527 Witwe
Johann Scheffer genannt Weisweiler (*1540), siegelte 1594 mit dem Sparren; ⚭ Henrica von Rhemen
Wilhelm Reinhard von Scheffert genannt Weisweiler (1586–1648), erhielt 1629 ein Mannlehen zu Buir, wurde 1645 in den Freiherrenstand erhoben, ⚭ Ida Juliana Crumminga
Ferdinand Albert von Scheffert zu Ostkreyenborg (†1678), promovierter Jurist, Pfandherr des kurkölnischen Anteils von Alken, ⚭ Agnes Margaretha von Schaesberg (*1628), sie lebte noch 1687
Franz Ferdinand von Scheffert (†1731), Herr zu Esterwegen, 1678 mit Buir belehnt, besitzt 1699 Lehngut Huicking zu Buir, ⚭ 1730 Adelheid Memering (Haushälterin)
Bernhardine Franziska von Scheffert (*1713), unehelich geboren, Erbtochter Esterwegen, ⚭ Anselm Benedikt von Lixfeldt
Johann Michael von Scheffert zu Ostkreyenborg (†1755), Pfandherr zu Alken, siegelte 1707 mit geviertem Schild; ⚭ Agnes Johanna von Meyrer zu Ladbergen
Adam Friedrich Karl von Scheffert zu Ostkreyenborg (†1744) ⚭ Anna Catharina Franziska von Nagel aus dem Haus Herl
Ferdinand Werner Anton von Scheffert († kinderlos), münsterischer Major
Franz Matthias von Scheffert, 1779 fürst-münsterischer Leutnant im Regimaent Elverfeld, 1802 Major im Regiment von Wenge; ⚭ Adolfina von Vietinghoff genannt Schell
Ferdinand Christoff von Scheffert (†1804), preußischer Leutnant, unvermählt
Josefa Benigna von Scheffert, Erbtochter Ostkreyenborg, ⚭ Ernst Friedrich Adolf von Exterde, lippischer Drost
Franziska Theodora von Scheffert († 3 Jahre alt)
Maria Wilhelmina von Scheffert ⚭ 1781 Friedrich von Westrem zum Gutacker, Major im fürst-münsterischen Dienst zu Warendorf
Philippina Agnes von Scheffert († kinderlos); ⚭ I. N.N. von Starman; ⚭ II. N.N. von Ploennies, Oberstleutnant
Maria Constanze von Scheffert, Nonne zu Bersenbrück
Charlotte von Scheffert, Clarissin zu Haselünne 1779
Crescentia von Scheffert, Clarissin zu Haselünne 1779
Hermine Luise von Scheffert ⚭ Friedrich von Reusch, Leutnant
Wilhelm Horatius von Scheffert (†1710), unverheiratet
Bertold Rudolf von Scheffert ⚭ Angela Osterhaus (Magd)
Bertram Ulrich von Scheffert
Franz Ernst von Scheffert (†1718), bittet 1678 die Kinder seines Bruders mit Buir zu belehen
Geviert. Felder 1 und 4 mit dem Stammwappen. Felder 2 und 4 in Schwarz ein wachsender, goldgekleideter Mohrenrumpf mit silbernem Kragen, auf der Brust belegt mit einem schwarzen Sparren, auf dem Kopf ein silbernes Barett, vom welchem silberne Bänder nach links abfliegen. Über dem Schild eine Freiherrenkrone, darüber auf einem gekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken der Mohrenrumpf aus Feld 2 und 3.
Literatur
Hans Friedrich von Ehrenkrook: Genealogisches Handbuch des Adels. Genealogisches Handbuch der fürstlichen Häuser, Band XVI. (= Genealogisches Handbuch des Adels, Gesamtreihe Band 124), Limburg an der Lahn 2001, S. 357.
Anton Fahne: Geschichte der Westphälischen Geschlechter unter besonderer Berücksichtigung ihrer Uebersiedelung nach Preußen, Curland und Liefland, mit fast 1200 Wappen und mehr als 1300 Familien, Heberle, Köln 1858, S. 347 (Google Bücher) (hier fälschlicherweise vermischt mit den Scheiffart von Merode).
Herbert M. Schleicher: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln, Band 13, Mappe 995–1070 (Reven–Scheidt gt. Weschpfennig) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 88), Köln 1997, S. 744–751.
Bettina Schmidt-Czaia: Wilhelm Reinhard von Scheffert, genannt Weisweiler (1586–1648) und der Abzug der Hessen aus Ostfriesland: Ein emsländischer Gutsherr als Stickhausener Drost und ostfriesischer Gesandter bei den Friedensverhandlungen in Münster und Osnabrück. In: Emder Jahrbuch für historische Landeskunde Ostfrieslands. Band 79 (1999), Aurich 1996, S. 158–186.