| Scheinparrotie | ||||||||||||
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Scheinparrotie (Parrotiopsis jacquemontiana), Blütenstand | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Parrotiopsis jacquemontiana | ||||||||||||
| (Decne.) Rehder |

Die Scheinparrotie (Parrotiopsis jacquemontiana) ist eine Pflanzenart in der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae).
Die Scheinparrotie ist ein sommergrüner, straff aufrechter bis zu 7 Meter hoher Strauch oder Baum mit sternhaarigen Trieben und grauen bis graugrünen Zweigen. Die Winterknospen haben zwei Knospenschuppen. Die Endknospen werden bis zu 1 Zentimeter lang, die Seitenknospen bleiben kleiner und sind kurz gestielt. Beide besitzen zwei Knospenschuppen.
Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet. Die Nebenblätter sind eiförmig, 3 bis 5 Millimeter lang und fallen früh ab. Der Blattstiel ist 6 bis 12 Millimeter lang und bleibend sternhaarig. Die Blattspreite ist verkehrt-eiförmig bis rundlich oder eiförmig sowie manchmal leicht herzförmig, 5 bis 8 Zentimeter lang und deutlich gesägt oder gezähnt. Die Blattoberseite ist anfangs spärlich sternhaarig, die Unterseite ist dichter und entlang der Blattadern bleibend behaart. Die Herbstfärbung ist matt- bis goldgelb.
Die zwittrigen und duftenden Blüten wachsen in kleinen endständigen und kurz gestielten, scheinblütigen Köpfchen, die von mehreren, petaloiden, weißen, 1,5 bis 2 Zentimeter langen, abstehenden und unterseits braun sternhaarigen Hochblättern (Nebenblätter und zwei Tragblätter) umgeben sind. Der Blütenkelch ist dicht behaart und becherförmig, die Kelchlappen sind klein. Kronblätter fehlen. Je Blüte werden 15–20 gelbe, aufrechte Staubblätter mit 3 bis 4 Millimeter langen Staubfäden gebildet. Der oberständige Fruchtknoten ist dicht behaart mit zwei Griffeln.
Die Früchte sind etwa 1 Zentimeter lange, zweisamige, gehörnte Kapseln, die sich durch vier Klappen öffnen. Die Samen sind 5 bis 6 Millimeter lang, elliptisch, braun und glänzend.
Die Scheinparrotie blüht von März bis Mai.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im West-Himalaya im Osten Afghanistans, in Indien in den Unionsterritorien Jammu und Kashmir und Ladakh sowie im Bundesstaat Himachal Pradesh und im Norden Pakistans. Die Scheinparrotie wächst in Steppen und Trockenwäldern auf frischen, schwach sauren bis schwach alkalischen, sandig-lehmigen bis lehmigen, mäßig nährstoffreichen Böden an licht- bis halbschattigen, kühlen bis kalten Standorten. Die Art ist frosthart. Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 6b zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von −20,5 bis −17,8 °C (−5 bis 0 °F).
Die Scheinparrotie (Parrotiopsis jacquemontiana) ist die einzige Art der daher monotypischen Gattung Parrotiopsis in der Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae). Dort wird die Gattung der Tribus Fothergilleae in der Unterfamilie Hamamelidoideae zugeordnet. Die Art wurde 1844 von Joseph Decaisne als Parrotia jacquemontiana (Basionym) erstmals wissenschaftlich beschrieben. Alfred Rehder stellte sie 1929 in die Gattung Parrotiopsis. Ein weiteres Synonym der Art ist Parrotiopsis involucrata C. K. Schneid. Der Gattungsname Parrotiopsis leitet sich vom Gattungsnamen des Eisenholzbaums Parrotia und dem griechischen opsis für „Aussehen“ ab. Das Artepitheton jacquemontiana ehrt den französischen Forschungsreisenden Victor Jacquemont (1801–1832).
Das Holz ist fest und wird zur Herstellung von Griffen, Spazierstöcken und Bettgestellen verwendet. Aus den Zweigen werden Körbe geflochten. Die Art wird manchmal aufgrund der dekorativen und duftenden Blüten und der auffallenden Herbstfärbung als Zierstrauch verwendet.