| Ostrov | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | ||||
| Region: | Karlovarský kraj | |||
| Bezirk: | Karlovy Vary | |||
| Fläche: | 5041 ha | |||
| Geographische Lage: | 50° 18′ N, 12° 57′ O | |||
| Höhe: | 398 m n.m. | |||
| Einwohner: | 15.894 (1. Jan. 2023) | |||
| Postleitzahl: | 363 01 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | K | |||
| Verkehr | ||||
| Bahnanschluss: | Chomutov–Cheb | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 12 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Pavel Čekan (Stand: 2024) | |||
| Adresse: | Lidická 1201 363 01 Ostrov | |||
| Gemeindenummer: | 555428 | |||
| Website: | www.ostrov.cz | |||
| Lage von Ostrov im Bezirk Karlovy Vary | ||||
Ostrov (deutsch Schlackenwerth) ist eine Stadt im Okres Karlovy Vary in Tschechien.
Die Stadt besteht aus zwei relativ autarken Teilen: dem alten Schlackenwerth, mit dem historischen Ortskern und einer großen Schloss- und Parkanlage, und einer nordöstlich davon gelegenen, in den 1950er Jahren neu angelegten sozialistischen Musterstadt, in der der weitaus größte Teil der Einwohner lebt.
Die Stadt liegt im nördlichen Westböhmen an der Mündung des Jáchymovský potok (Weseritz) in die Bystřice (Wistritz).
| Merklín (Merkelsgrün) | Jáchymov (St. Joachimsthal) | Krásný Les (Schönwald) |
| Hroznětín (Lichtenstadt) | Vojkovice (Wickwitz) | |
| Hájek (Grasengrün) | Kyselka (Gießhübl-Sauerbrunn) | Velichov (Welchau) |


Die erste nicht ganz gesicherte Erwähnung der Stadt erfolgte im Jahr 1207; schon 1226 wurde Schlackenwerth bei den Besitztümern der Familie von Hrabischitz als Gründung Slaukos des Großen aufgeführt. Der Name der Stadt weist auf den Bergbau hin. Als Königsstadt lag Schlackenwerth auf dem Handelsweg von Prag nach Eger und wurde so durch Zolleinnahmen reich. Wegen Beteiligung am Zweiten Prager Fenstersturz wurde der Stadtgemeinde Schlackenwerth 1623 nach der Schlacht am Weißen Berg die Herrschaft Schlackenwerth samt Stadt und Vorstädten entzogen und ging an Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg, einen Vertrauten, den kaiserlichen Feldmarschall Wallenstein. Dieser ließ hier eine Residenz erbauen, die Bohuslav Balbín als „Das achte Weltwunder“ bezeichnete. 1656 folgte er seinem Bruder als Herzog von Sachsen-Lauenburg.
Bis 1848 gehörte Schlackenwerth zur gleichnamigen Herrschaft. Schlackenwerth war von 1691 bis 1787 ein Lehen der Markgrafen von Baden, nachdem der Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden am 27. März 1690 die 20 Jahre jüngere Prinzessin Franziska Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg geheiratet hatte. Bereits früh betätigte sich Franziska Sibylla Augusta als Bauherrin. In Schlackenwerth baute sie, zusammen mit Ludwig Wilhelm, 1691 das 1697 fertiggestellte Weiße Schloss. Hierbei handelte es sich um eine dreiflügelige Anlage nach Wiener und Prager Vorlagen, die – inmitten einer Parkanlage gelegen – an böhmische Gegebenheiten angepasst wurde. Baumeister war Johann Michael Sock. In Schlackenwerth ließ sie 1709 zum Dank für die Sprachfindung ihres Sohnes Ludwig Georg eine Kapelle bauen nach dem Vorbild der Kapelle Maria Einsiedeln in der Schweiz. Eine weitere Kopie dieser Kapelle entstand 1715 in Rastatt.
Die Einwohner der Stadt und des ganzen Elbogener Kreises waren deutschsprachig. Bei der Volkszählung 1900 war die Sprache der einheimischen Bevölkerung ausschließlich deutsch.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Schlackenwerth der neu geschaffenen Tschechoslowakei zugeschlagen. 1938 fiel die Stadt infolge des Münchner Abkommens als Teil des Sudetenlands ans Deutsche Reich und gehörte bis 1945 zum Landkreis Karlsbad, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland. Die Stadt Schlackenwerth hatte am 1. Dezember 1930 2958 Einwohner, am 17. Mai 1939 waren es 2847. Vom 17. Mai 1943 bis 19. oder 20. April 1945 existierte im Ort ein Außenlager des KZ Flossenbürg, dessen 120 Häftlinge Zwangsarbeit für die SS an dem Schloss Schlackenwerth verrichten mussten.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die deutsche Bevölkerung 1945 größtenteils vertrieben und durch Tschechen, Slowaken und Roma aus der Slowakei ersetzt. Am 22. Mai 1947 wurden 1893 Bewohner gezählt.
Während der Nachkriegsjahre entstand nordöstlich des alten, relativ kleinen historischen Ortskerns eine Planstadt nach demselben Prinzip wie Eisenhüttenstadt in der DDR. Da Arbeiter für die Uranerzgewinnung in Jáchymov angesiedelt werden sollten, wurde versucht, die neue Stadt einerseits attraktiv zu gestalten und andererseits mit ihr dem machthabenden Regime zu huldigen. Es entstand eine Musterstadt im Sozialistischen Klassizismus im gemäßigten Zuckerbäckerstil mit Boulevards und großen Plätzen. Am zentralen Platz des Friedens wurde ein großes Kulturhaus mit Theater-, Kinosaal und Luftschutzbunker errichtet. Mehrere Schulen und drei Gesundheitsstationen entstanden.
1958 stellte die UdSSR den Uranerzbergbau in Jachymov ein. Als Ersatz für die weggefallenen Arbeitsplätze wurde ein Werk von Škoda für Oberleitungsbusse angesiedelt, das 2004 geschlossen wurde.
Bis 1945 war Schlackenwerth überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1785 | k. A. | 218 Häuser |
| 1830 | 1050 | in 238 Häusern |
| 1847 | 1276 | in 238 Häusern |
| 1869 | 1774 | |
| 1880 | 2272 | |
| 1890 | 2463 | |
| 1900 | 2460 | deutsche Einwohner |
| 1910 | 2603 | |
| 1921 | 2573 | davon 2478 Deutsche |
| 1930 | 2958 | |
| 1939 | 2852 |
Bevölkerungsentwicklung nach Ende des Zweiten Weltkriegs
(Stand: 31.12. des jeweiligen Jahres)
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Bilder siehe: Abschnitt Sozialistische Musterstadt
Die Stadt Ostrov unterhält zu folgenden Städten Städtepartnerschaften: