Schloss Retzin

Schloss Retzin 2013.

Schloss Retzin ist ein Herrenhaus in dem zu Groß Pankow gehörenden Dorf Retzin.

Geschichte

Retzin gehörte zum Besitz der brandenburgischen Uradelsfamilie Gans zu Putlitz. Eine Gutswirtschaft bestand hier ab dem 17. Jahrhundert. Das Gutshaus wurde unter Eduard Gans Edlen Herren zu Putlitz ab dem Jahr 1815 errichtet. 1879 gehörten zum Besitz Retzin laut dem erstmals amtlich publizierten Generaladressbuch der Rittergutsbesitzer 268 ha.

Gustav Gans Edler Herr zu Putlitz.

Von 1882 bis 1884 wurde es im Stil der italienischen Neorenaissance umgestaltet. Als Wohnsitz des Dichters Gustav Gans zu Putlitz wurde es auch für Theater- und Opernaufführungen genutzt; auf dem Dachboden war eine Bühne eingebaut. In einer der Scheunen, die zum Schloss gehörten, wurde 1852 der Rübezahl aufgeführt, zu dem Friedrich von Flotow die Musik komponiert hatte.

1856 beauftragte Gustav Gans zu Putlitz den Gartenarchitekten Eduard Neide mit der Verschönerung des Gutsparks.

Hochzeitsfeier unter der Eiche.

Die sogenannte „Große Eiche“ in dem Landschaftspark, der das Schloss umgibt, wurde 1910 anlässlich der Hochzeit der Adrienne zu Putlitz mit Bernhard von Bülow geweiht und auch später noch im Bedarfsfall als Kirchenersatz genutzt. Im Schloss befand sich noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Gemälde zur Erbhuldigung des Markgrafen Albrecht Achilles, mit einem Putlitz, der das Kurschwert hält.

Letzter Gutsbesitzer auf Schloss Retzin war der Enkel des Gustav, Stephan Gans zu Putlitz (1885–1951), der auch nach der Bodenreform in der Region blieb.

Das denkmalgeschützte Schloss wurde 1992 von der Lebenshilfe angekauft und wird seit 1995 als Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung genutzt.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Gerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. v. a.: Dehio-Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e. V. Dehio-Vormalige Fortführung Ernst Gall, Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4.
  2. ↑ P. Ellerholz, H. Lodemann, H. von Wedel: General-Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer im Deutschen Reiche. 1. Band: Das Königreich Preussen, Lieferung 1: Die Provinz Brandenburg. Hrsg.: Nach amtlichen Quellen. 1. Auflage. Reprint der Humboldt Universität zu Berlin. Nicolaische Verlags-Buchhandlung R. Stricker, Berlin 1879, S. 272–273, doi:10.18452/377 (hu-berlin.de).
  3. ↑ Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser A (Uradel) 1963. In: Ausschuss für adelsrechtliche Fragen/in Gemeinschaft mit dem Deutsches Adelsarchiv (Hrsg.): Gesamtreihe GHdA von 1951 bis 2015. Band V, 30. Mit Angaben Gans zu Putlitz und Hofer v. Lobenstein. C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1963, S. 99–100 (d-nb.info).
  4. ↑ Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Prignitz (PDF). Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum
  5. ↑ Lebenshilfe Brandenburg.

Koordinaten: 53° 6′ 47,5″ N, 11° 59′ 46,8″ O