
Das Schloss Solms in Baden-Baden in Baden-Württemberg ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz und seit 1996 Veranstaltungsgebäude der Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH.
Die späthistoristische Burgvilla im Baden-Badener Stadtteil Innenstadt ist im Baden-Badener Denkmalverzeichnis eingetragen und befindet sich in der Solmsstraße 1.
Schloss Solms mit seinem parkartigen Schlossgarten wurde in mehreren Bauabschnitten von 1873 bis 1878 errichtet und 1887 in von Ost- und Westausrichtung erweitert.

Der großzügige und vielgestaltige Bau wurde im neugotischen Stil für den Fürsten Georg zu Solms-Braunfels (1836–1891) errichtet. Entworfen wurde das Anwesen von dem Architekten Edwin Crones. Fürst Georg, der ein Faible für das Mittelalter hatte und die Tradition und das alte Herkommen seiner für die hessische Geschichte bedeutenden Familie herausstellen wollte, ließ hier noch vor dem von ihm veranlassten großartigen Schlossumbau in Braunfels (Hessen) einen geradezu monumentalen Bau der Burgenrenaissance des Historismus erstellen. Der Innenausbau zog sich bis 1878 hin. Schließlich wurde der Hannoveraner Architekt Edwin Oppler (1831–1880), Schüler von Conrad Wilhelm Hase, mit dem Weiterbau beauftragt. Er hatte gemeinsam mit Hase für Königin Marie von Hannover die neugotische Marienburg bei Nordstemmen verwirklicht. Da Oppler 1880 verstarb, übernahmen Ferdinand Schorbach (1846–1912), Schüler von Georg Gottlob Ungewitter, seit 1862 Mitarbeiter und seit 1872 Teilhaber in Opplers Architekturbüro, und Carl Seiler (1857–1943), jahrzehntelang für die Fürsten von Solms-Braunfels tätig, die Planungen und die Bauleitung. Oppler kannte Fürst Georg seit seiner Zeit als königlicher hannoverscher Rittmeister. Er hatte den großen Schlossausbau in Braunfels 1880 bis 1885 geplant. Oppler gilt als einer der herausragenden Vertreter der Hannoveraner Neugotik und zählt zu den bedeutendsten Architekten des Historismus in Norddeutschland im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts. Crones, Oppler und dessen Mitarbeiter schufen mit dem Schloss Solms eines der wichtigen Zeugnisse der Burgenromantik im damaligen Großherzogtum Baden. Es fand Nachfolge u. a. in den Villen Kann (Kaiser-Wilhelm-Straße 146) und der Burg Cäcilienberg/Villa Stroh (Leisbergstraße 21). Damit kommt dem Bau wichtige architekturgeschichtliche Bedeutung zu, gerade auch für die Villenkultur der Kurstadt in der Belle Époque. Nicht zuletzt dokumentiert der Bau Anspruch und Selbstverständnis eines hochadeligen Auftraggebers in der Zeit des wilhelminischen Kaiserreiches.
Koordinaten: 48° 45′ 38,6″ N, 8° 14′ 3,6″ O