Schnabelriede (Rhynchospora) sind die einzige Gattung der TribusRhynchosporeae innerhalb der Pflanzenfamilie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Die etwa 399 Arten sind fast weltweit verbreitet.
Beschreibung von Rhynchospora s.str.
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Illustration aus Aquatic and wetland plants of southwestern United States, 1972 von Rhynchospora mixtaIllustration aus Aquatic and wetland plants of southwestern United States, 1972 von Rhynchospora perplexa
Vegetative Merkmale
Rhynchospora-Arten wachsen meist als ausdauernde, seltener als einjährige, krautige Pflanzen. Die zu mehreren zusammenstehenden, aufrechten Halme sind dreikantig oder stielrund. Die grundständigen oder am Halm verteilt angeordneten Laubblätter bestehen aus einer geschlossenen Blattscheide und einer einfachen Blattspreite. Die lineale Blattspreite ist flach oder kanalikulär.
Generative Merkmale
Die Hochblätter sind laubblattähnlich. Der rispigeGesamtblütenstand ist aus mehreren ährigen oder kopfigen Teilblütenständen zusammengesetzt. Die gestielten oder sitzenden Ährchen (Teilblütenstände) sind schmal-eiförmig, eiförmig oder ellipsoid und können manchmal etwas abgeflacht sein. Die wenigen bis vielen einnervigen Hüllspelzen sind spiralig dachziegelartig überlappend oder selten zweizeilig angeordnet; drei oder vier basale Hüllspelzen sind kürzer als die anderen und leer. Entweder sind alle Blüten zwittrig oder im Blütenstand sind die unteren zwittrig und die oberen männlich oder steril. Es sind keine bis sechs, selten bis zu 13, zu rauen oder glatten Borsten reduzierte Blütenhüllblätter vorhanden. Es sind zwei oder drei Staubblätter vorhanden. Der schlanke Griffel endet in zwei Narben.
Die Nussfrüchte sind meist verkehrt-eiförmig bis eiförmig, bikonvex und ihre Oberfläche ist unterschiedlich strukturiert oder seltener glatt.
Vorkommen
Die Gattung Rhynchospora s.str. ist fast weltweit verbreitet, hat die meisten Arten aber in den Subtropen und Tropen der Neuen Welt und fehlt nur in der Arktis. In Deutschland kommen die zwei Arten Weißes Schnabelried (Rhynchospora alba) und Braunes Schnabelried (Rhynchospora fusca) vor.
In Mitteleuropa gedeihen die Rhynchospora-Arten meist auf feuchten, sandigen Standorten, auf torfigen Wiesen und sumpfigen Wäldern der Ebene bis zur unteren und mittleren Bergstufe. In den Anden steigt die Arten der Gattung Rhynchospora s.str. bis zu einer Höhenlage von 3700 Metern auf.
Bei Thomas etal. 2009 war man noch der Ansicht, dass Rhynchospora und PleurostachysBrongn. eigenständige Gattungen darstellen und zusammen die Tribus Rhynchosporeae Nees bilden. Die Tribus Rhynchosporeae gehört zur Unterfamilie Cyperoideae innerhalb der Familie der Cyperaceae. Thomas (2020) stellte die Arten der bisherigen Gattung Pleurostachys in die Gattung Rhynchospora. Synonyme für RhynchosporaVahl nom. cons. sind seit Thomas etal. 2009: AsteroschoenusNees, AstroschoenusLindl., CalyptrolepisSteud., CalyptrostylisNees, CephaloschoenusNees, CeratoschoenusNees, CleistocalyxSteud., DichromaHam. nom. illeg., DichromenaMichx., DiplochaeteNees, EchinoschoenusNees & Meyen, EphippiorhynchiumNees, Eriochaeta Torr. ex Steud., HaloschoenusNees, HaplostylisNees, HygrocharisNees, KleistrocalyxSteud., LeptoschoenusNees, LonchostylisTorr., MicrochaetaRchb., MicropapyrusSuess., MitrosporaNees, MorisiaNees, NemochloaNees nom. illeg., NomochloaNees nom. illeg., PachymitraNees, PhaeocephalumEhrh., PleurostachysBrongn., PsilocaryaTorr., PterochaeteArn. ex Boeckeler, PterothecaC.Presl, PtilochaetaNees, PtilosciadiumSteud., SpermodonP.Beauv. ex T.Lestib., SphaeroschoenusNees, SyntrinemaH.Pfeiff., TrichochaetaSteud., TriodonRich., ZosterospermonP.Beauv. ex T.Lestib.
Rhynchospora angusta(Gale) Sorrie, LeBlond & Weakley (Syn.: Rhynchospora glomerata var. angustaGale): Den Rang einer Art hat sie 2018 erhalten. Sie kommt nur in den US-Bundesstaaten Arkansas, Louisiana, Oklahoma sowie Texas vor.
Rhynchospora colorata(L.) H.Pfeiff.: Sie ist von den südlichen USA über Mexiko, Zentralamerika sowie Karibischen Inseln und in Französisch-Guayana sowie Venezuela verbreitet. Sie wird auch gelegentlich als Zierpflanze verwendet und dann deutsch auch Sterntänzer genannt.
Rhynchospora marlinianaNaczi, W.M.Knapp & W.W.Thomas: Sie wurde 2012 aus südöstlichen Mexiko und dem zentralamerikanischen Staaten Belize sowie Honduras erstbeschrieben.
Song-Yun Liang, David A. Simpson: Rhynchospora. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 23: Acoraceae through Cyperaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 20. August 2010, ISBN 978-1-930723-99-3. S. 253 – textgleich online wie gedrucktes Werk. (Abschnitte Beschreibung und Systematik)
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Isabel Larridon, Alexandre R. Zuntini, Étienne Léveillé-Bourret, Russell L. Barrett, Julian R. Starr, A. Muthama Muasya, Tamara Villaverde, Kenneth Bauters, Grace E. Brewer, Jeremy J. Bruhl, Suzana M. Costa, Tammy L. Elliott, Niroshini Epitawalage, Marcial Escudero, Isabel Fairlie, Paul Goetghebeur, Andrew L. Hipp, Pedro Jiménez-Mejías, Izai A.B. Sabino Kikuchi, Modesto Luceño, José Ignacio Márquez-Corro, Santiago Martín-Bravo, Olivier Maurin, Lisa Pokorny, Eric H. Roalson, Ilias Semmouri, David A. Simpson, Daniel Spalink, W. Wayt Thomas, Karen L. Wilson, Martin Xanthos, Félix Forest, William J. Baker: A new classification of Cyperaceae (Poales) supported by phylogenomic data., Volume 59, Issue 4, Juli 2021, S. 852–895. doi:10.1111/jse.12757
123Wolfram Schultze-Motel: Familie Cyperaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band II, Teil 1. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 76–77. (Gattung Rhynchospora s.str.)
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William W. Thomas, Ana Araújo, Marccus Alves: A Preliminary Molecular Phylogeny of the Rhynchosporeae (Cyperaceae). In: Botanical Review, Volume 75, Februar 2009, S. 22–29. doi:10.1007/s12229-008-9023-7
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William Wayt Thomas: Two new species of Rhynchospora (Cyperaceae) from Bahia, Brazil, and new combinations in Rhynchospora section Pleurostachys. In: Brittonia, Volume 72, Juni 2020, S. 273–281. doi:10.1007/s12228-020-09621-0