Der stark aromatisch riechende Strauch erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100cm. Er ist buschig verzweigt und dicht beblättert. Die etwa 4cm langen Laubblätter sind gegenständig angeordnet und linealisch bis länglich-lanzettlich.
Der Blütenstand wird von einem Schopf aus violetten und länglich-eiförmigen Hochblättern gekrönt, die etwa 5cm lang werden. Die darunter befindlichen Blüten bilden eine dichte, im Querschnitt viereckige, Scheinähre mit sechs- bis zehnblütigen Scheinquirlen. Die Tragblätter sind rhombisch herzförmig, braunviolett und filzig. Der 13-nervige Kelch wird 4 bis 6mm lang. Der obere der fünf Zähne besitzt ein verkehrt-herzförmiges Anhängsel. Die Krone ist schwarzviolett, bis zu 8mm lang und undeutlich zweilippig.
Das Verbreitungsgebiet der mediterranen Art erstreckt sich von den Kanarischen Inseln, Madeira über ganz Südeuropa bis zum östlichen Mittelmeer und Nordwestafrika. Als Standort werden Garigues, Macchien, lichte Kiefernwälder auf trockenen, kalkfreien Böden bevorzugt.
Lavandula stoechas subsp. luisieri
Taxonomie und Systematik
Der Schopf-Lavendel wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 2 Seite 573 als Lavandula stoechas erstbeschrieben.
Man kann zwei Unterarten und eine Varietät unterscheiden:
Lavandula stoechas subsp. luisieri(Rozeira) Rozeira: Sie kommt in Portugal und im westlichen Spanien vor.
Lavandula stoechas subsp. stoechas: Sie kommt im Mittelmeerraum vor von Marokko und Portugal bis Zypern, zur Türkei und bis Palästina.
Lavandula stoechas var. iuliaeP.P.Ferrer, Miedes, R.Roselló & Peris: Sie wurde 2023 aus Spanien neu beschrieben.
Sonstiges
Auch der Schopf-Lavendel produziert ätherische Öle, die jedoch wirtschaftlich nicht genutzt werden. Er gehört zu denjenigen Arten, die als frostempfindlich, also nicht winterhart, gelten und daher im Freien den in Mitteleuropa üblichen Winter nur gut überstehen, wenn sie einen geeigneten Standort haben, richtig vorbereitet wurden und ausreichend geschützt werden.
Eine mittelalterliche lateinische Bezeichnung der auch ährenförmiger Lavendel genannten Pflanze war neben stoechas auch sticados arabicum (bzw. Stoechas arabica).
Literatur
Dankwart Seidel:Blumen am Mittelmeer. Treffsicher bestimmen mit dem 3er-Check. BLV, München 2002, ISBN 3-405-16294-7.
123Lavandula stoechas. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science,abgerufen am 6.Januar 2018.
↑Lavandula stoechas. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science,abgerufen am 27.August 2025.
↑Wouter S. van den Berg (Hrsg.): Eene Middelnederlandsche vertaling van het Antidotarium Nicolaï (Ms. 15624–15641, Kon. Bibl. te Brussel) met den latijnschen tekst der eerste gedrukte uitgave van het Antidotarium Nicolaï. Hrsg. von Sophie J. van den Berg, N. V. Boekhandel en Drukkerij E. J. Brill, Leiden 1917, S. 268 (Sticas, Stoechas, Staechas).
↑Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 156.
↑Volker Zimmermann: Die Heidelberger Arzneibücher Ysack Leujs. Beiträge jüdischer Ärzte zur Heilkunde des Mittelalters. Franz Steiner, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-515-12174-3, S. 62.
↑Vgl. auch Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 468 (sticados, zu griechisch stoichas. Dort Blüten von Helichrysum stoechas DC. oder (von der) Sand-Strohblume, oder – gemäß Otto Beßler, Evert Cornelis van Leersum und Wouter S. van den Berg – Schopf-Lavendel).