Ein Schrotturm diente der Herstellung von Schrotkugeln für Schrotpatronen im Turmgießverfahren. Einige Schrottürme sind erhalten und wurden Industriedenkmäler.

Flüssiges Blei wurde an der Spitze des Turmes durch ein Sieb gegossen. Im freien Fall bildeten sich aufgrund der Kohäsionskraft und Oberflächenspannung des Materials kugelförmige Tropfen. Bei ausreichender Fallhöhe war das Blei bereits erkaltet und erstarrt, wenn es unten in einem Wasserbecken aufgefangen wurde. Hier kühlten die Kugeln weiter ab.
Das Verfahren wurde von dem englischen Klempner William Watts in Bristol erfunden und 1782 patentiert. Im selben Jahr errichtete Watts den ersten Schrotturm bei seinem Haus. Schrottürme ersetzten ältere Herstellungsverfahren, bei denen Blei aufwendig in Formen gegossen wurde. Das Gießen von Blei in Wasser war ebenfalls gebräuchlich, führte aber zu ungleichmäßig geformten Schrotkörnern. Durch die Entwicklung von Windtürmen ab 1848 konnte die Höhe der Türme reduziert werden. Dabei wird das herabtropfende Blei im Gegenluftstrom zusätzlich abgekühlt. Ab 1961 machte das Bliemeister-Verfahren Schrottürme weitgehend überflüssig.