Konstruktion einer Schur-Zerlegung
Sei
. Zunächst muss ein Eigenwert
und ein entsprechender Eigenvektor
zu
gefunden werden. Nun werden
Vektoren
gewählt, so dass
eine orthonormale Basis in
bilden. Diese Vektoren bilden die Spalten einer Matrix
mit
,
wobei
eine
Matrix ist. Nun wird dieser Vorgang für
wiederholt. Es entsteht eine unitäre Matrix
mit
,
wobei
eine
Matrix ist. Dann gilt
,
wobei
mit
gilt. Die gesamte Prozedur wird
-mal wiederholt, bis die Matrizen
vorliegen. Dann ist
eine unitäre Matrix und
eine obere Dreiecksmatrix. Damit ist die Schur-Zerlegung der Matrix
bestimmt.
Beispiel
Betrachte beispielsweise die Matrix
mit den Eigenwerten
(die Matrix ist nicht diagonalisierbar, weil die Dimension des mit diesem Eigenwert assoziierten Eigenraums 1 beträgt).
Wir wählen als Basis für den Anfang die Standard-Basis
, wobei
den
-ten Einheitsvektor bezeichnet.
Für
bestimmen wir einen Eigenvektor zu 2, zum Beispiel
mit Darstellung
und ergänzen ihn zu einer linear unabhängigen Basis, z. B.
. Aus dieser neuen Basis erzeugen wir die Basistransformation
und berechnen
daraus lässt sich ablesen, dass
.
Für
bestimmen wir einen Eigenvektor zu 2, z. B.
mit Darstellung
und ergänzen ihn zu einer linear unabhängigen Basis, z. B.
. Aus dieser neuen Basis erzeugen wir die Basistransformation
und berechnen
.
Wie oben gezeigt, kann die Basis beliebig gewählt werden, allerdings wird die Sache sehr einfach und interessant, wenn die Wahl der Standardbasis durchgezogen wird (sofern möglich). Dadurch ändern sich die vorherigen Schritte wie folgt:
Für
bestimmen wir einen Eigenvektor zu 2, z. B.
mit Darstellung
und ergänzen ihn zu einer linear unabhängigen Basis, z. B.
. Aus dieser neuen Basis erzeugen wir die Basistransformation
und berechnen
daraus lässt sich ablesen, dass
.
Für
bestimmen wir einen Eigenvektor zu 2, z. B.
mit Darstellung
und ergänzen ihn zu einer linear unabhängigen Basis, z. B.
. Aus dieser neuen Basis erzeugen wir die Basistransformation
und berechnen
.
Hier ist die Berechnung der Darstellung der Vektoren in der richtigen Basis sozusagen intuitiv und somit auch weniger fehleranfällig, zudem ist die finale Basistransformation hier
auch eine Dreiecksmatrix.
Mit dem Gram-Schmidtschen Orthogonalisierungsverfahren kann die erhaltene Basistransformationsmatrix zu einer unitären Matrix gemacht werden, wie verlangt.