Schwaden

Schwaden

Wasser-Schwaden (Glyceria maxima)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Schwaden
Wissenschaftlicher Name
Glyceria
R.Br.

Die Schwaden (Glyceria), auch Schwadengras, Süßgras oder Süßschwaden genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Die etwa 40 Arten sind von den Gemäßigten Gebieten bis zu den Subtropen verbreitet.

Beschreibung

Illustration vom Wasser-Schwaden (Glyceria maxima)
Illustration des 1) Flutenden Schwaden (Glyceria fluitans, rechts) und 2) Gefalteten Schwaden (Glyceria notata, links)
Flutender Schwaden (Glyceria fluitans), Blütenstand

Vegetative Merkmale

Glyceria-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Sie bilden meist unterirdische Ausläufer. Die nichtblühenden Erneuerungstriebe wachsen außerhalb der Blattscheiden (extravaginal). Die Halme stehen aufrecht oder gekniet-aufrecht, haben mehrere Knoten und sind kahl. Die Blattscheiden sind bis zur Spitze verwachsen, kahl und meist leicht rau. Das Blatthäutchen ist ein meist zerfranster häutiger Saum. Die Blattspreiten sind flach, allmählich zugespitzt bis breit abgerundet, auch plötzlich kapuzenartig zusammengezogen. In der Knospenlage sind die Blätter gefaltet.

Generative Merkmale

Glyceria-Arten bilden relativ große, ausgebreitete bis zusammengezogene rispige Blütenstände. Die Ährchen sind drei- bis vielblütig, annähernd drehrund bis seitlich abgeflacht. Alle Blüten sind zwittrig. Die Ährchenachse ist über der oberen Hüllspelze und zwischen den Blütchen gegliedert und zerfällt zur Fruchtreife. Die Hüllspelzen sind einnervig und kürzer als die unterste Deckspelze, häutig, kahl und glatt bis rau. Die Deckspelzen sind meist sieben- bis neunnervig (fünf- bis elfnervig), haben eine eiförmige bis länglich-lanzettliche Form, häutig und kahl, glatt bis rau, ohne Granne und am Rücken gerundet. Der Rand ist breit trockenhäutig und durchsichtig. Die Vorspelzen sind zweinervig und annähernd so lang wie die Deckspelzen. Die Kiele sind kurz behaart und oft an der Oberseite geflügelt. Es gibt drei, selten zwei Staubblätter. Der Fruchtknoten ist kahl und trägt zwei lange Griffel mit fedrigen Narben.

Die Karyopsen sind länglich-eiförmig bis verkehrt-eiförmig und kahl. Der Embryo ist elliptisch und ungefähr ein Fünftel so lang wie die Frucht. Der Nabel ist strichförmig und zieht sich über die ganze Länge der Frucht.

Inhaltsstoffe

Mehrere Arten enthalten das cyanogene Glykosid Triglochinin.

Glyceria australis
Glyceria elata
Glyceria grandis
Wasser-Schwaden (Glyceria maxima)
Bestand von Glyceria occidentalis im Humboldt Bay National Wildlife Refuge Complex, Kalifornien
Gestreifter Schwaden (Glyceria striata)

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Glyceria wurde 1810 durch Robert Brown aufgestellt. Typusart ist Glyceria fluitans (L.) R.Br. Synonyme für Glyceria (L.) R.Br. sind: Hydrochloa Hartm. nom. illeg., Hydropoa (Dumort.) Dumort. nom. superfl., Nevroloma Raf., Exydra Endl., Hemibromus Steud., Porroteranthe Steud.

Die Gattung Glyceria gehört zur Tribus Meliceae in der Unterfamilie Pooideae innerhalb der Familie Poaceae.

In Mitteleuropa kommen der Blaugrüner Schwaden (Glyceria declinata), Flutender Schwaden (Glyceria fluitans), Nordischer Schwaden (Glyceria lithuanica), Wasser-Schwaden (Glyceria maxima), Hain-Schwaden (Glyceria nemoralis), Gefalteter Schwaden (Glyceria notata), Gestreifter Schwaden (Glyceria striata) vor. Eine in Mitteleuropa von Natur aus vorkommende Hybride ist der Bastard-Schwaden (Glyceria ×pedicellata F.Towns. = Glyceria fluitans × Glyceria notata).

Die Gattung Glyceria umfasst etwa 40 Arten:

Belege

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 Glyceria. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 24. Januar 2020.
  2. ↑ Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv. CD-ROM, Version 1.1, Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2002, ISBN 3-494-01327-6.
  3. ↑ Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3., verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  4. ↑ Glyceria, In: W. D. Clayton, K. T Harman, H. Williamson: GrassBase – The Online World Grass Flora. 2006ff., abgerufen am 21. Juli 2008.
Commons: Schwaden (Glyceria) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien