Der Scott-Test ist ein kolorimetrischer Schnelltest auf Kokain.
Der Scott-Test wurde 1973 von L. J. Scott veröffentlicht. Er basiert auf drei Arbeitsschritten, die als positives Ergebnis einen blauen Farbumschlag ergeben. Da der Scott-Test auf viele Stoffe positiv reagiert, wird er als Vortest außerhalb von Laboren verwendet, wenn Kokain vermutet wurde. Der erste Arbeitsschritt verwendet eine 2%ige Lösung von Kobaltthiocyanat in Glycerin oder 1 % Kobaltthiocyanat in einer 1:1 Mischung von Glycerin und 10%iger Essigsäure, die mit der Probe vermischt wird. Dabei bildet sich in Anwesenheit von Kokain ein blauer Niederschlag aus einem unlöslichen Kobalt(II)-Kokain-Komplex. Im zweiten Schritt wird konzentrierte Salzsäure hinzugegeben, wodurch der Niederschlag und der Komplex sich auflösen und eine rosa Lösung entsteht. Im dritten Schritt wird Chloroform hinzugefügt, woraufhin eine Phasentrennung einsetzt mit einer Blaufärbung der organischen Chloroformphase bei Vorhandensein von Kokain. Bei einem positiven Testergebnis wird zum Ausschluss von falsch positiven Ergebnissen ein Kokain-Labortest zur Bestätigung durchgeführt.
Der Scott-Test ist aufgrund einiger Störsubstanzen fehleranfällig. Der Scott-Test reagiert neben Kokain auf die Droge Cathinon falsch positiv, weshalb oft zusätzlich der Schnelltest auf Cathinon nach Chen und Kao verwendet wird. Ebenso erzeugt die Droge Phencyclidin (PCP) ein positives Testergebnis. Der Scott-Test reagiert auch positiv auf andere Drogen in höheren Mengen wie Ketamin-Hydrochlorid, Dibucain und Heroin oberhalb von 1 mg sowie Lidocain und Diltiazem oberhalb von 5 mg. Zu hohe Mengen (> 1 mg) an Kokain erzeugen ein falsch negatives Ergebnis. Die Streckmittel Milchpulver, Stärke und Hefepulver bilden eine lilafarbene Emulsion aus, die ein positives Ergebnis maskieren kann und zu falsch negativen Ergebnissen führt.
Alternativ werden als Schnelltests eine Variante des Scott-Tests, der CUPRA-Test und eine Variante des BCA-Tests verwendet. Im Gegensatz zum Young-Test kann der Scott-Test Fentanyl von Kokain unterscheiden. Die Voltammetrie wird zur Bestimmung von Kokain untersucht.