
Scout Sniper (englisch für Kundschafter-Scharfschützen) waren Spezialisten des United States Marine Corps, die dazu eingesetzt wurden, gegnerische Anführer, Funker, Melder, Aufklärer, Bedienungsmannschaften und andere Schlüsselfiguren gezielt zu töten.
Im Zweiten Weltkrieg führte der US-amerikanische General Douglas MacArthur, während der Feldzüge im Pazifikkrieg gegen die japanischen Truppen, Scharfschützen innerhalb des United States Marine Corps ein, welche sich von denen in den amerikanischen Truppen in Europa unterschieden. Sie wurden mit verbesserten Springfield M1903 A4 mit Zielfernrohren ausgerüstet, welche eine 8-fache Vergrößerung hatten. Auch war ihre Ausbildung etwas besser als die regulärer Scharfschützen der United States Army. Sie lernten das Kartenlesen, Anfertigen von Militärzeichnungen und das Interpretieren von Luftaufnahmen, was ihnen letztlich den Titel „Scout Sniper“ (Kundschafter-Scharfschützen) gab.

Bis 2023 wurden die Scout Sniper, die in Zweiergruppen (Schütze und Spotter) arbeiteten, im United States Marine Corps ausgebildet und eingesetzt. Am 15. Dezember 2023 endete der letzte Scout Sniper Lehrgang. Danach wurden sie umstrukturiert zu den (MOS 0322) Reconnaissance Sniper Marines mit dem Schwerpunkt auf Aufklärung.
Die Scout Sniper verwendeten die doppelte Siegrune, das Zeichen der nationalsozialistischen Schutzstaffel, spätestens seit den 1980er Jahren als inoffizielles Emblem. Nachdem US-amerikanische Medien im Februar 2012 darüber berichteten, entschuldigte sich der Kommandant der Marines für diese Praxis, verbot sie und ordnete eine Untersuchung an.
Im Jahr 2020 berichtete die New York Times, dass das SS-Symbol trotz des offiziellen Verbotes nach wie vor von den Marines verwendet wird.