| Scytonema | ||||||||||||
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Illustration von Scytonema mit mikrobieller Matte | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Scytonema | ||||||||||||
| C. Agardh ex Bornet & Flahault |
Scytonema (deutsch gelegentlich auch „Tintenstrichalge“ genannt) ist eine Gattung aus dem Stamm der Cyanobakterien (herkömmlich als „Blaualgen“ bezeichnet).
Scytonema bildet unecht verzweigte, meist blaugrüne bis braune, einzellreihige Fäden (Durchmesser von 8 bis 70 µm) mit zylindrischen Zellen, die wie alle Bakterienzellen weder Zellkerne noch Plastiden enthalten. Jeder Faden liegt in einer eigenen Gallertscheide. Die unechte Verzweigung kommt durch interkalares Wachstum zustande. Dabei entsteht eine Schlaufe im Faden, die aus der Gallertscheide, meist aufgrund eines Absterbens einzelner Zellen, hervorbricht. So entstehen die für diese Art typischen zwei Seitenäste an einer Stelle. Regelmäßig finden sich in den Fäden und an dessen Enden farblose, dickwandige Zellen. Dabei handelt es sich um Heterozysten, die der biologischen Stickstofffixierung dienen.
Die ungeschlechtliche Vermehrung erfolgt durch wenigzellige, zur Kriechbewegung fähige Fadenfragmente, den sogenannten Hormogonien. Geschlechtliche Fortpflanzung fehlt wie bei allen Cyanobakterien.
Die Spezies Scytonema crispum wird heute in einer abgetrennten Gattung als Heteroscytonema crispum (Bornet ex Forti 1907) McGregor & Sendall 2018 klassifiziert.


Scytonema lebt auf Steinen am Grund stehender und fließender Gewässer, aber auch auf Wasserpflanzen. Einige Arten überleben gelegentliches Trockenfallen der Gewässer. Wenige Arten leben auch in heißen Quellen. Man findet sie auch an feuchten Steinen. Die an Kalkfelsen im Gebirge großflächig auftretenden „Tintenstriche“ werden zum Teil von dieser Gattung gebildet.
Scyptoline sind eine Art von Elastase-Inhibitoren, die aus einigen Arten von Scytonema isoliert wurden.
Scytonemin ist ein Sekundärmetabolit und ein Pigment der extrazellulären Matrix (Hülle), die von vielen Cyanobakterien synthetisiert wird, außer von Sytonema auch von Nostoc, Calothrix, Lyngbya, Rivularia, Chlorogloeopsis und Hyella.