Sea of Lead

Sea of Lead
Studioalbum von Agustí Fernández / Peter Kowald

Veröffent-
lichung

Januar 2006

Aufnahme

27. Juni 2000

Label(s)

Hopscotch Records

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz, Neue Improvisationsmusik

Titel (Anzahl)

11

Länge

40:45

Besetzung

Produktion

Agustí Fernández

Studio(s)

Estudi 84, Barcelona

Chronologie
Agustí Fernández 4uartet: Lonely Woman
(2005)

Peter Kowald: Silence and Flies: Live at Nigglmühle
(2005)

Sea of Lead Agustí Fernández, Evan Parker, Barry Guy, Paul Lytton: Topos
(2007)

Marco Eneidi, Peter Kowald. Damon Smith: Ghetto Calypso
(2006)

Sea of Lead ist ein Musikalbum von Agustí Fernández und Peter Kowald. Die am 27. Juni 2000 im Estudi 84 in Barcelona entstandenen Aufnahmen erschienen im Januar 2006 auf Hopscotch Records.

Hintergrund

Der Pianist Agustí Fernández (der hier auch präpariertes Klavier spielt) und der Bassist Peter Kowald nahmen gemeinsam zehn Duette auf. Das Album beginnt mit der siebenteiligen Suite „Sea of Lead“, deutsch „Meer aus Blei“.

Titelliste

  1. Sea of Lead Part I 5:07
  2. Sea of Lead Part II 2:23
  3. Sea of Lead Part III 2:33
  4. Sea of Lead Part IV 3:06
  5. Sea of Lead Part V 4:07
  6. Sea of Lead Part VI 5:14
  7. Sea of Lead Part VII 2:43
  8. Rhizomes 4:50
  9. Tendrils 4:32
  10. Three Voices 2:49
  11. Kowald’s Dream (Kowald) 3:21

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Agustí Fernández, Peter Kowald.

Rezeption

Agustí Fernández (2013)

Selbst die beste freie Improvisation sei ein Glücksspiel, meint Chris Kelsey in JazzTimes; die Missachtung des Zuhörers sei implizit. Andererseits würden die meisten Fans dieser Musik diese Selbstverwirklichung verstehen und sie sogar respektieren. Sie würden wissen, wann sie bereit sind, sich durch den Ballast zu kämpfen und würden dann unweigerlich auf etwas Aufschlussreiches stoßen. Dieses Album verlange geradezu nach einer solchen Herangehensweise. Die siebenteilige Titel-gebende Suite, mit der das Album beginnt, enthalte reichlich Ballast: „nämlich eine Ausbeutung der lautesten, schrillsten und wie auf Alufolie beißenden Klänge von Fernandez’ präpariertem Klavier und Kowalds Bass“. Andere Passagen hingegen gingen über das Neuartige hinaus und an „das Erhabene“ grenzen.

Fernandez sei am stärksten, wenn er die klangverändernden Möglichkeiten des präparierten Instruments mit seinem beeindruckenden konventionellen Können verbinde, so Kelsey weiter. Auch Kowald klinge interessanter, wenn er weniger auf erweiterte Spieltechniken setze und die musikalischen Qualitäten seines Instruments nutze. Die späteren Stücke des Albums seien die besten, in denen das Duo seine klangliche Kühnheit besser mit einem raffinierten Gespür für musikalische Linien verbinde. Es sei ein Album mit Höhen und Tiefen, aber ebenso vielen gelungenen wie weniger gelungenen Stücken.

Scott Yanow verlieh dem Album in Allmusic dreieinhalb Sterne und schrieb, diese Sammlung freier Improvisationen des Pianisten Agustí Fernández und des Bassisten Peter Kowald erinnere stellenweise an Cecil Taylor (wie beispielsweise bei „Tendrils“), während sie in anderen Passagen – insbesondere wenn Fernández ein präpariertes Klavier einsetze – eher den bizarren Klangexperimenten des Gitarristen Derek Bailey ähnelten. Fernández sei zwar die führende Stimme, doch Kowald bliebe ihm dicht auf den Fersen, und es klinge zu keinem Zeitpunkt so, als hörten die beiden Musiker einander nicht aufmerksam zu. In ihren besten Momenten wirke die spontane Musik geradezu hypnotisch und mitreißend, und keiner der Titel zöge sich in die Länge, ganz gleich, wie abwegig die Musik auch werde.

Einzelnachweise

  1. ↑ Agustí Fernández / Peter Kowald – Sea Of Lead. In: Discogs. Abgerufen am 17. September 2026 (englisch).
  2. 1 2 Chris Kelsey: Agusti Fernandez and Peter Kowald: Sea of Lead. In: JazzTimes. 1. April 2006, abgerufen am 17. September 2026 (englisch).
  3. ↑ Besprechung des Albums von Scott Yanow bei AllMusic (englisch). Abgerufen am 17. September 2026.