Sebastian Fitzek lebt in Berlin. Er ist der Schwager der Krimiautorin und Ärztin Sabine Fitzek. Von 2010 bis 2020 war er mit Sandra Fitzek verheiratet. Im August 2019 gab er die Trennung von seiner Frau bekannt. Der Ehe entstammen eine Tochter und zwei Söhne.
Seit der Frühgeburt seines zweiten Sohnes im Jahr 2013 engagiert Fitzek sich ehrenamtlich zunächst als Schirmherr des Vereins Das frühgeborene Kind, dann als sein Botschafter. In einem Interview gab er an, dass ihm dieses Thema ein besonderes Anliegen sei, weil es sich um die größte kindliche Patientengruppe handele und sich nur sehr wenige Eltern Gedanken darüber machten, welche Schritte im Fall einer Frühgeburt zu unternehmen seien.
Mit seiner zweiten Frau Linda, die er 2022 heiratete, hat Fitzek zwei weitere Söhne.
Karriere
Sebastian Fitzek schrieb als Koautor gemeinsam mit dem NamenforscherJürgen Udolph das Sachbuch Professor Udolphs Buch der Namen, das 2005 bei Bertelsmann erschienen ist. Der Spiegelbestseller war Vorlage für das Fernsehformat Deutschland – deine Namen, an dessen Entwicklung Fitzek beteiligt war. Die Sendung wurde im März 2006 vom ZDF unter der Moderation Johannes B. Kerners ausgestrahlt.
Seit 2006 schreibt Fitzek Psychothriller, die alle zu Bestsellern wurden. Sein Erstlingswerk Die Therapie geht auf eine Idee zurück, die er 2000 im Wartezimmer eines Orthopäden hatte, als er auf seine Freundin wartete. Es erschien nach dreizehn Absagen von Verlagen und dreimaligem Umschreiben im Juli 2006 im Droemer Knaur Verlag, wie auch seine folgenden Bücher. Die Odeon Film AG kaufte die Filmrechte an dem Buch. 2007 wurde Die Therapie als bestes Krimi-Debüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. Sein nächster Thriller Amokspiel erschien im April 2007, für den die Goldkind Film AG die Filmrechte kaufte. 2012 erfolgte mit Das Kind die erste Verfilmung einer seiner Romane.
Tourbus von Sebastian Fitzek auf der Lesereise zu seinem Roman Das Geschenk (Dezember 2019)
Fitzek ging bei seinen Autorenlesungen öfters ungewöhnliche Wege. Er las unter anderem in der Trauerhalle eines Bestattungsinstituts, in einem Hospiz in Wolfsburg und in einer Zahnarztpraxis. 2014 bot er Autorenlesungen des Romans Noah mit musikalischer Begleitung durch die Berliner Band Buffer Underrun an.
Im Januar 2011 startete Fitzek in Zusammenarbeit mit dem Buchhandelskonzept zeilenreich der Direct Group Bertelsmann die Aktion „Interaktiver Roman mit Sebastian Fitzek“. Hierbei hatten Fans via Facebook fünf Wochen die Möglichkeit, gemeinsam mit dem Autor an der Handlung des Romans Das Profil mitzuwirken, dessen Titel und Handlungsbeginn Fitzek vorgegeben hatte. Im Mai wurde die Geschichte als kostenloses E-Book veröffentlicht.
Im September 2013 fand die Berliner Erstaufführung einer Theateradaption von Der Seelenbrecher am Berliner Kriminal Theater statt. Im Oktober 2015 veröffentlichte Fitzek zwei Romane parallel:
Der Roman Das Joshua-Profil handelt von einem erfolglosen Schriftsteller namens Max Rhode, der nur ein erfolgreiches Werk hat, nämlich Die Blutschule.
Beim Schreiben entdeckte Fitzek sein Interesse an diesem fiktiven Werk und schrieb Die Blutschule unter dem Pseudonym Max Rhode selbst. Er betonte, man brauche Die Blutschule nicht zu lesen, um Das Joshua-Profil zu verstehen.
Im Oktober 2016 präsentierte Fitzek zum Finale des Eifel Literatur Festivals in der Stadthalle in Bitburg das Buch Das Paket. Im März 2017 erschien Fitzeks erstes Kinderbuch Pupsi & Stinki als Vorlesebuch mit Zeichnungen des Illustrators Jörn „Stolli“ Stollmann, zwei Wochen später der von The Purge inspirierte Thriller AchtNacht. Letzterer wurde an einem Dienstag veröffentlicht, stieg in derselben Woche auf Platz 6 der Spiegel-Bestsellerliste ein, schaffte danach jedoch den Aufstieg auf Platz 1, den er für mindestens eine weitere Woche (Stand: 29. März 2017) hielt.
2017 war AchtNacht der meistverkaufte Roman in Deutschland. Auch 2018 schaffte Fitzek es mit der Taschenbuchausgabe von Das Paket an die Spitze und kam gleichzeitig mit Der Insasse auf Platz 3. 2018 stiftete Fitzek den mit 6666€ dotierten Viktor Crime Award, der alle zwei Jahre an „eine neue Stimme der Thriller- und Kriminalliteratur“ vergeben werden soll. Die erste Preisträgerin ist die Wiener Autorin Michaela Kastel mit So dunkel der Wald.
Anfang April 2020 initiierte Fitzek eine Kurzgeschichtensammlung, deren Erlöse den Buchhandlungen zugutekommen sollten, die durch COVID-19 in Existenznot geraten waren. Die Sammlung setzte sich aus dreizehn Kurzgeschichten zusammen, die in einem Wettbewerb auf Instagram ausgewählt wurden, Einreichungen namhafter Autoren und einer Kurzgeschichte Fitzeks selbst. Die Veröffentlichung erfolgte im Herbst 2020 unter dem Titel Identität 1142. Die Zahl 1142 bezieht sich darauf, dass 1142 Teilnehmer ihre Kurzgeschichten einreichten.
Von Oktober 2021 bis August 2022 moderierte er an der Seite von Kim Fisher im zweiwöchentlichen Turnus – im Wechsel mit Jörg Kachelmann – die Berliner Ausgabe der Talkshow Riverboat. Zur selben Zeit erschien auch sein Thriller Playlist. Eigens für das Buch haben u.a. Beth Ditto, Silbermond, Rea Garvey und Kool Savas einen Song geschrieben, so dass eine Playlist passend zur Geschichte entstanden ist. Diese ist auch als Album erschienen.
Die Kritiken zu Fitzek reichen von „Thriller-König“ bis hin zu Verrissen. Christine Brand schrieb 2013 in der Neuen Zürcher Zeitung zu Der Nachtwandler: „Was im Thriller Der Nachtwandler des deutschen Autors Sebastian Fitzek Fiktion ist, ist im Leben etlicher Menschen Realität. Und nur wer den Wachtraum als solchen erkennt, lernt, ihm zu entkommen. Auch Fitzek kennt diese Träume, was ihn inspiriert hat, diesen Kriminalroman zu schreiben. Dabei hat der Autor nicht nur den Rahmen der Realität, sondern gleichzeitig die Grenzen der Vorstellungskraft gesprengt.“
Denis Scheck urteilte bei seiner Besprechung des Pädophilie-Krimis Das Joshua-Profil (2015), dass Fitzek „die Nulllinie der deutschen Gegenwartsliteratur“ markiere. Über Fitzeks 2018 erschienenen Roman Der Insasse sagte Scheck: „Dies ist kein Roman, dies ist eine Kloake“. Den 2019 erschienenen Psychothriller Das Geschenk bezeichnete Scheck in Druckfrisch als „miesen Gewaltporno“.
Auf die Kritik durch Scheck angesprochen, urteilte Fitzek, diese Kritik sei für ihn „belanglos“. Er fuhr fort: „Er [Scheck] hat noch nicht mal eine Auswirkung auf Autoren, die er mag. Wenn Elke Heidenreich ein Buch empfohlen hat, haben die Buchhändler die Sektkorken knallen lassen. Das hat Auflagen verdoppelt. Denis Scheck arbeitet sich seit zehn Jahren an mir ab, warum auch immer. Er ist bekannt dafür, dass er Bücher in den Mülleimer wirft. Ich bin bekannt dafür, dass ich Menschen zum Lesen bringe. Mit dieser Aufgabenverteilung kann ich gut leben.“
Der Spiegel betitelte Fitzek 2014 als einen der „professionellsten und handwerklich zuverlässigsten Thriller-Autoren in Deutschland“ und stellte Passagier 23 als Krimi des Monats vor: „[Fitzek] entwickelt […] einen sehr dicht geschriebenen, sehr gewalttätigen Thriller, der von der ersten bis zur letzten Seite funktioniert. Keine Szene ist zu viel.“ Für Takis Würger war Fitzek 2019 „der erfolgreichste deutsche Schriftsteller des 21. Jahrhunderts“.
Der Stern titelt über Fitzeks 2023 veröffentlichtes Buch Die Einladung: „Krachender Blödsinn: Der neue Roman von Sebastian Fitzek ist eine Horror-Lachnummer.“ Miriam Zeh rezensiert im Deutschlandfunk über Schreib oder stirb: „Der Thriller über einen erfolgreichen Literaturagenten und einen psychisch kranken Verbrecher entwickelt sich lustlos“ und „Wer sich um chauvinistische Männlichkeit sorgt, kann also beruhigt sein. In diesem Roman wird sie verteidigt. Schreib oder stirb dürfte bald die Bestsellerlisten anführen.“ Das Westfalen-Blatt kommt zu einem eher positiven Ergebnis und schreibt: „Treue Fitzek-Fans werden wohl ihre Freude an dem Buch haben. Was auch daran liegt, dass weder Fitzek noch Beisenherz ausschließlich in ihren Genres bleiben.“
Iman Azizi-Sarioglu schrieb 2023 auf literaturkritik.de über den Roman Elternabend. Kein-Thriller (2023): „Fitzek gelingt ein Geniestreich der Vielschichtigkeit, indem er Komödie und Thriller virtuos verbindet.“ Sie lobt die lebendige Sprache und das hohe Erzähltempo, merkt jedoch an, dass „die Vielzahl an Nebenhandlungen die ernsteren Themen wie Mobbing und Suizid teilweise überlagert“. Bernhard Berkmann schrieb auf buchSZENE.de, dass Fitzek stilistisch etwas aufgescheucht wirke. „An vielen Stellen würde man sich wünschen, dass er weniger macht, weil es oftmals bemüht witzig wirkt und anstrengt.“
Das Kultur- und Literaturmagazin Perlentaucher fasste eine Rezension Berhard Hecklers zu Das Kalendermädchen 2024 so zusammen: Fitzek könne eine Kritik nichts anhaben, „seine Panzerung bestehe aus 19 Millionen verkauften Büchern.“ Heckler nenne die „Anhäufung literarischer Verbrechen […] beim Namen […]: Redundanzen, Katachresen, Kitsch“ und Ungereimtheiten.
Miriam Fendt schrieb im Bayerischen Rundfunk über den Roman Horror-Date: „Zwar gibt es Momente, in denen Fitzek Gänsehaut entstehen lässt. Das allerdings nur, weil die Geschichte einfach unangenehm ist. Unangenehm unlustig.“ Sie führt weiter aus, dass Fitzek versuche zu fesseln. „Doch trotz binge-reading-freundlichen Kurzkapiteln, trotz unzähliger Teaser, Cliffhanger und Twists fällt es schwer, sich den Figuren anzuschließen, sich für ihre Schicksale ehrlich zu interessieren. Zu schablonen- und klischeehaft wirken ihre Persönlichkeiten, zu konstruiert ist der Plot.“ Berit Dießelkämper rezensiert in der Zeit, dass es sich bei dem Roman nicht um einen typischen Thriller handele und endet dennoch damit, dass „Gänsehaut garantiert!“ sei.
Experiment „Milan Tarin“
Im Jahr 2026 startete Fitzek ein Experiment, er reichte Die Therapie unter neuem Titel Die Lüge des Delphins und mit Pseudonym Milan Tarin erneut bei den 15 Verlagen ein, bei denen er sich 2002 mit dem Werk beworben hatte. In der NDR-Talkshow vom 30.Oktober 2026 erzählte er von den Reaktionen: 12 angeschriebene Verlage reagierten bis dahin gar nicht, 2 schrieben wohlmeinende Ablehnungen, Droemer Knaur schrieb „Sebastian, danke für den Joke“.
Auszeichnungen
2010: LovelyBooks Leserpreis in der Kategorie Spannung (Krimi, Thriller) für Der Augensammler
2011: LovelyBooks Leserpreis in der Kategorie Spannung (Krimi, Thriller) für Der Augenjäger
2012: LovelyBooks Leserpreis in der Kategorie Spannung (Krimi, Thriller) für Abgeschnitten
2014: LovelyBooks Leserpreis in der Kategorie Krimi & Thriller für Passagier 23
2015: LovelyBooks Leserpreis in der Kategorie Krimi & Thriller für Das Joshua-Profil
Der erste letzte Tag. Kein Thriller. Droemer HC, München 2021, ISBN 978-3-426-28386-8 (DE: Gold (Hörbuch-Award)).
Elternabend. Kein Thriller (Auch wenn der Titel nach Horror klingt!). Droemer, München 2023, ISBN 978-3-426-28413-1 (DE: Gold (Hörbuch-Award)).
Horror-Date. Kein Thriller (Obwohl man beim Dating auf viele Psychos trifft). Droemer, München 2025, ISBN 978-3-426-56119-5.
Beiträge in Anthologien
[Beitrag ohne Titel.] In: Iris Grädler (Hrsg.): Tierische Helden. Beliebte Autoren erzählen neue Geschichten von Katzen, Hunden und anderen Tieren (= Club Premiere). Originalausgabe. Mit Ill. von Olaf Schumacher. RM-Buch-und-Medien-Vertrieb, Bertelsmann, [Rheda-Wiedenbrück, Gütersloh], Berlin 2008, DNB99189720X, K10plus1566225159 ([nur für Mitglieder]; Titel im Hörbuch: Der Beifahrer – oder der Tag, an dem sich unser Hund das Leben nehmen wollte).
Nicht einschlafen In: Sebastian Fitzek (Hrsg.): P.S. Ich töte dich. Droemer, München 2010, ISBN 978-3-426-19897-1.
UNNAtürlich. In: Hanns-Peter Karr, Sigrun Krauß, Herbert Knorr (Hrsg.): Glaube.Liebe.Leichenschau, Mord am Hellweg VIII. Grafit, Dortmund 2016, ISBN 978-3-89425-474-2.
Niemand. In: Sebastian Fitzek (Hrsg.): Identität 1142. #wirschreibenzuhause. 23 Quarantäne-Kurzkrimis. Droemer, München 2020, ISBN 978-3-426-28266-3.
↑Prominenter Unterstützer Sebastian Fitzek.Bestsellerautor Sebastian Fitzek engagiert sich für Frühgeborene.In:fruehgeborene.de.Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.,17.November 2013,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar);abgerufen am 20.Oktober 2026. Bestsellerautor Sebastian Fitzek engagiert sich für Frühgeborene.(PDF; 216kB)Pressemitteilung Schirmherrschaft Sebastian Fitzek.In:fruehgeborene.de.Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.,15.November 2013,archiviertvomOriginal(nicht mehr online verfügbar)am8.Oktober 2014;abgerufen am 20.Oktober 2026.
↑Gefangen mit Sebastian Fitzek – Das Interview (Teil 2). Beitrag von Stefan Cernohuby. In: Janetts Meinung. Janetts Meinung & Bücherkarussell – Verein zur Leseförderung und Literaturberatung, 30.November 2015, abgerufen am 23. Januar 2016: „so eine Frühgeburt darf keine Glückssache sein.“
↑In einem „Spiegel“-Interview sprach er von „sechs oder sieben Fassungen“, die er nach Ratschlägen seines Literaturagenten Roman Hocke hin anfertigte. Vgl. Interview mit Takis Würger, in: Spiegel Bestseller Winter 2019, S.4
↑Johanna Adorján: Weißte Bescheid. Autoren, Literaturagenten, Verlage verzweifeln chronisch an dieser Frage: Wie schreibt man einen Bestseller? Der Berliner Sebastian Fitzek, Verfasser von Psychothrillern, hat die Antwort. In: Süddeutsche Zeitung. 26.Oktober 2016, S.3.
↑Berit Dießelkämper:„Horror-Date“ von Sebastian Fitzek: Elefant und Porsche, kann das gut gehen? In: Die Zeit. 12.Juli 2025, ISSN0044-2070 (zeit.de[abgerufen am 4.November 2025]).