Seelnonnen waren Frauen in Süddeutschland im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, die Totendienste und Bestattertätigkeiten versahen.
Seit dem 13. Jahrhundert gehörten zu den wichtigsten Tätigkeiten von Beginen die religiöse Begleitung von Sterbenden und der Totendienst. Dieser umfasste das Waschen und Einkleiden der Toten und die Gebete für die Verstorbenen während und nach der Beerdigung. Seit dem frühen 14. Jahrhundert sind für diese auch die Bezeichnungen Seelfrau, später Seelweib und Seelnonne bekannt, als alternative Begriffe für Begine, deren Name durch päpstliche Entscheidungen zeitweise häretisiert worden war.
Seit dem 16. Jahrhundert blieben diese Tätigkeiten nach der Reformation unter leicht veränderten äußeren Bedingungen in den katholischen und einigen protestantischen Gebieten erhalten.
Im 19. Jahrhundert gab es nach der Professionalisierung und Profanierung dieser Tätigkeiten für Seelnonnen konkrete Aufgabenbeschreibungen im Königreich Baiern, zu denen das Waschen und Einkleiden der Verstorbenen, die Sterbebekanntmachung und weitere Tätigkeiten gehörten.
Es gab verschiedene Bezeichnungen für diese Tätigkeiten.