Als Normalprojektion oder Dreitafelprojektion (in Österreich Kreuzriss) wird die in Technischen Zeichnungen (inkl. Bauzeichnungen) dreimalig, d. h. aus drei zueinander rechtwinkligen Richtungen angewendete Orthogonalprojektion bezeichnet. Die bei den drei Eintafelprojektionen erhaltenen Bilder sind die Vorder- oder Frontansicht, die Draufsicht und eine von zwei möglichen Seitenansichten des Objektes. Alle drei Ansichten (oder Risse) werden gemeinsam auf einer Bildebene (Zeichnungsblatt) und gegenseitig nach einem bestimmten Schema angeordnet.
Mit Normalprojektion wird dabei einerseits ausgedrückt, dass es sich um die insbesondere in der Technik am häufigsten angewendete Darstellung dreidimensionaler Gegenstände in drei Ansichten handelt und diese andererseits senkrecht (in Normalenrichtung) auf die Bildebene in (Parallel-)Projektion abgebildet werden. Letzteres (senkrecht und parallel) wird zusammenfassend auch als Orthogonalprojektion bezeichnet.


Bei der gegenseitigen Anordnung der meistens drei erstellten Ansichten auf dem Papier sind zwei Methoden im Gebrauch (siehe rechts abgebildete Symbole):
Die im englischen Sprachbereich gebrauchten Bezeichnungen der beiden Methoden beziehen sich auf die Lage der drei Abbildungen (englisch projection, hier im Sinne von Abbildung, die durch Projektion erzeugt wird) in den Quadranten (englisch angle) eines ebenen Koordinatensystems (siehe Abbildung rechts):
| Bezeichnung | alte Bezeichnung | Position gemäß Methode | |
|---|---|---|---|
| 1 (FR / EU) | 3 (US) | ||
| Vorderansicht | Aufriss | Mitte | Mitte |
| Seitenansicht von links | Seitenriss oder Kreuzriss | rechts von der Mitte | ganz links |
| Draufsicht oder Aufsicht | Grundriss | unten | oben |
| Rückansicht | ganz rechts | ganz rechts | |
| Seitenansicht von rechts | ganz links | rechts der Mitte | |
| Untersicht | oben | unten | |
Bei der Wahl der Vorderansicht hat die aussagekräftigste Seite den Vorzug. Manchmal genügen zwei (Zweitafelprojektion) oder nur eine Ansicht (Eintafelprojektion, z. B. Zeichnung einer Welle, wobei deren kreisförmige Querschnitte mit dem bei der Bemaßung angehängten Durchmesserzeichen ⌀ angezeigt wird). Bei komplexer geformten Objekten können alle sechs Ansichten (zusätzlich Ansicht von der anderen Seite, Rückansicht und Untersicht) erforderlich sein. Für die Platzierung der Schnittbilder gibt es keine feste Regel. Ihre Zuordnung zu einer der drei Hauptansichten wird durch die dort gezeigte Schnittführung hergestellt.