Der Sen-Armutsindex (englisch „Sen poverty index“), kurz Sen-Index, ist ein Ungleichheitsmaß (Messung der relativen Konzentration von Einkommensungleichheit), welcher den Nachnamen des indischen Wirtschaftswissenschaftlers und Wirtschaftsphilosophen Amartya Kumar Sen trägt. Sen hat den nach ihm benannten Armutsindex im Jahr 1976 veröffentlicht.
Der Sen-Index ist ein umfassendes Armutsmaß, das die drei nachstehend genannten Dimensionen allgemeiner Armut in einer einzigen Größe vereint:
Bei der Entwicklung des Sen-Index war angestrebt, dass dieser auf bestimmten Axiomen basieren würde:
Es gibt Leute, die sich finanziell ziemlich stark fühlen, so dass für die soziale Bewertung der Wohlfahrt jedes Individuums ebenfalls die Einkommen der Nachbarn ausschlaggebend sind. Wieso soll dann die Gesellschaft einfach einzelne Wohlfahrten addieren? Man kann aber auch nach einer Wohlfahrtsfunktion für alle Individuen fragen. Wenn man dies so macht, sollte man eine umfassende Wohlfahrtsfunktion definieren, wie folgt:
welche lediglich symmetrisch, quasikonkav und bei individuellen Einkommensniveaus monoton steigend ist. Dann kann man ein allgemeineres normatives Ungleichheitsmaß definieren, indem man das Konzept des „verallgemeinerten/generalisierten gleichverteilten Äquivalenzeinkommens“ (generalized equally distributed equivalent income) formuliert. Dies ist offensichtlich das Pro-Kopf-Einkommen , welches, falls es von allen geteilt wird, würde das gleiche Niveau von hervorrufen, wie es von der aktuellen Realverteilung. Es folgt:
Unter der Prämisse, dass (erste Gleichung) quasikonkav ist und für jede Einkommensverteilung gilt. Der Index sei dann:
welcher lediglich eine verallgemeinerte Version von ist. Falls das utilitaristische (Bezugs-)System benutzt wird, dann stellen sich sowie als ununterscheidbar heraus.
Es ist zu vermerken, dass diese Maße offenkundig darauf hindeuten, dass eine (Einkommens-)Neuverteilung entsprechend dem Wachstum existiert, soweit das Unternehmen ökonomische Wohlfahrt erzielt.
Der Sen-Armutsindex ist, wie folgt, definiert:
Darin sind:
mit:
mit:
sowie:
Originalarbeit:
Weitere themenbezogene Literatur: