| Namen von Sened | |||||||||||||||
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Seneds Name in Kartusche Nr. 13 der Königsliste von Abydos | |||||||||||||||
| Eigenname |
Nesut-bitj Sened Nsw.t-btj Snd Snd | ||||||||||||||
| Königspapyrus Turin (Nr.II, 24) |
Nsw.t-btj Snḏ... (rnp.t) 54 Der König von Ober- und Unterägypten, Sened... (regierte) für 54 Jahre | ||||||||||||||
| Königsliste von Abydos (Sethos I.) (Nr.13) |
Sndj Der Gefürchtete | ||||||||||||||
| Königsliste von Sakkara (Nr.7) |
Snḏ | ||||||||||||||
| Griechisch Manetho-Varianten: | Africanus: Sethenés Eusebius: (fehlt) Eusebius, AV: (fehlt) | ||||||||||||||
Sened ist der Name eines altägyptischen Königs (Pharao), der gemäß ramessidischen Königslisten während der 2. Dynastie regiert haben soll. Da sein Name nicht sicher zeitgenössisch belegt ist, diskutiert die Ägyptologie und Archäologie seine historische Identität.
Sened wird in späteren Königslisten als der Nachfolger eines gewissen Wadjenes gelistet, danach widersprechen sich die Königslisten. Da sein Eigenname mit keinem zeitgenössischen Horusnamen der 2. Dynastie verknüpft werden kann, bleibt seine historische Figur besonders obskur. Seine Grabstätte konnte bis heute nicht lokalisiert werden.
Seneds Name ist bislang nur als Eigenname überliefert. Sollte ein gewisser Fund aus Gizeh tatsächlich zeitgenössisch sein, lautete sein Name „Nesut-bitj Sened“. Der Name „Sened“ erscheint danach zeitlich als Nächstes zu Beginn der 4. Dynastie, wo er in originaler Schreibung in Königskartuschen eingetragen wurde. Es ist unbekannt, was das Wort „Sened“ in seiner originalen, archaischen Schreibung tatsächlich bedeutete. Daher raten Ägyptologen wie Wolfgang Helck dazu, es vorerst unübersetzt zu lassen.
Seneds Horusname hingegen ist bis heute völlig unbekannt, was erklärt, warum die Ägyptologie solche Mühen hat, den Herrscher chronologisch korrekt einzuordnen. Jürgen von Beckerath, und Hermann A. Schlögl vermuten, dass Sened mit König Peribsen identisch war. I. E. S. Edwards, Dietrich Wildung, Wolfgang Helck und Toby Wilkinson hingegen sehen in Sened und Peribsen zwei getrennte Herrscher. Ihrer Ansicht nach lassen Inschriften der 4. Dynastie darauf schließen, dass Sened seinem Vorgänger oder Gegenkönig Peribsen lediglich eine Statue oder einen Schrein stiftete. Sie verweisen zudem auf Tonsiegel des Königs Sechemib-Perenmaat, welche im Eingangsbereich von Peribsens Grab gefunden wurden, was vielmehr darauf hindeute, dass Sechemib seinen Vorgänger Peribsen bestatten ließ und nicht Sened.
Seneds Name ist in ramessidischen Königslisten erhalten. Er wird dort einhellig als Nachfolger eines gewissen „Wadjenes“ präsentiert, dessen zeitgenössische Identität gleichermaßen im Dunkeln liegt. Allerdings weichen die Listen nach der Nennung und Ehrung Seneds stark voneinander ab: während die Königsliste von Abydos als unmittelbaren Nachfolger Chasechemui unter dem Pseudonym „Djadjai“ auflistet, nennen die Königsliste von Sakkara und der Königspapyrus Turin die Könige Neferkare (bzw. Aaka), Neferkasokar, Hudjefa und dann erst Chasechemui (diesmal unter dem Pseudonym „Bebeti“). Dabei weichen die Königslisten in ihrer Schreibung des Namens „Sened“ stark voneinander ab: während die Königsliste zu Abydos offenkundig noch versucht, die archaische Schreibung zu kopieren, verwenden die Sakkara-Liste und der Turiner Papyrus das Gardiner-Zeichen G54 (eine gerupfte und erdrosselte Gans). Wie die ramessidischen Schreiber darauf gekommen sind, bleibt rätselhaft.
Toby Wilkinson macht abschließend darauf aufmerksam, wie merkwürdig es doch erscheine, dass ein König wie Sened einerseits zeitgenössisch (so gut wie) nicht belegbar sei, aber tausende von Jahren in den ägyptischen Annalen erhalten blieb.
Der antike, griechisch schreibende Chronist Manetho (um ca. 270 v. Chr.) nennt den Herrscher Sethenés (Σεθένης), weiß aber nichts Interessantes über ihn zu berichten.
Über Seneds Herkunft und Familie ist nichts bekannt.

Das bislang einzige Artefakt, das zeitgenössisch sein könnte und Seneds Namen nennt, ist das Fragment einer einst sorgfältig polierten Dioritschale, das 1909 in Gizeh entdeckt wurde. Der Ägyptologe Uvo Hölscher fand das Objekt bei Ausgrabungen an den Totentempln der Könige Chefren und Menkaure. Seneds Name befindet sich an der linken Bruchkante der Scherbe, ist ohne Königskartusche geschrieben und wird mit dem Titel Nesut-Bitj („König von Ober- und Unterägypten“) eingeleitet. Das Binsensymbol nebst Brotlaibsymbol, welche beide die erste Hälfte des Königstitels bilden, ist teilweise verloren gegangen, Seneds Name aber ist erhalten und gut lesbar. Hölscher veröffentlichte den Fund 1912. Der Ägyptologe Aidan Dodson untersuchte die Scherbe und hält sie für zeitgenössisch.
Die zeitlich nächstliegende Nennung von Seneds Namen stammt aus der frühen 4. Dynastie. In der Mastaba des hohen Beamten Scheri in Sakkara befindet sich eine Scheintür, welche den Namen von Sened sowie den Namen des Königs Peribsen in Kartuschen in einem Satz nennt. Scheri war laut Inschrift „Vorsteher der Wab-Priester des Peribsen in der Nekropole des Sened, an dessen Totentempel und allen anderen Sitzen“. Der Umstand, dass Seneds und Peribsens Namen in Kartuschen geschrieben wurden, ist strenggenommen ein Anachronismus, da Kartuschen erst unter König Huni während der 3. Dynastie eingeführt wurden. Weitere Priester, die zu Scheris Zeit den Totendienst um Sened versahen, waren Inkef und Sij.
Der Herrscher wird auch im medizinischen Papyrus P. Berlin 3038 als mythischer Empfänger eines „Gefäßbuches“ erwähnt. Dieses soll zuvor König Den gehört haben und König Sened vermacht worden sein. In der betreffenden Textstelle heißt es: „Dieses Buch wurde seiner Majestät, König Sened, gebracht, weil es so verlässlich war.“ Historisch nachweisbar ist diese Aussage nicht, vermutlich sollte sie lediglich die Glaubwürdigkeit bestimmter, althergebrachter Behandlungsmethoden untermauern.
Aus der 26. Dynastie stammt eine kleine Bronze-Statuette in Gestalt eines knienden Königs, der einer imaginären Gottheit opfert (siehe Abbildung). Die Figurine trägt die weiße Krone des Südens, in den Händen hält sie ein Weihrauchgefäß. Sie trägt außerdem einen Gurt, auf dessen Rückseite der Kartuschenname des Sened eingraviert ist.
Archäologe Peter Munro berichtet von dem Fund eines Tonsiegels, dessen Inschrift den Kartuschennamen Nefer-Senedj-Ra enthalten soll. Munro deutet diesen als Namensversion von Sened. Da dieser Fund jedoch bislang nicht veröffentlicht wurde, sind Nachprüfungen nicht möglich.
Es ist unbekannt, wie lange Sened tatsächlich geherrscht hat. Manetho schreibt „Sethenés“ (aka Sened) 41 Jahre zu, was aber als unbeabsichtigte Übertreibung oder Verlesung unsauber ausgeführter Vorlagen bewertet wird. Der Königspapyrus Turin bescheinigt Sened eine Regierungsdauer von 54 Jahren, was ebenfalls bezweifelt wird. Gemäß Wolfgang Helck lässt sich Seneds tatsächliche Regierungsdauer mit Hilfe des Annalenstein der 5. Dynastie belegen. Er ist sicher, dass Sened dort erwähnt wurde und errechnet 17 Ereignisfenster für Seneds Eintrag.
Toby Wilkinson vermutet Seneds Grab in Sakkara, was er mit der Lage von Scheris Mastaba begründet, da Totenpriester im Alten Ägypten generell nicht weit von ihrem Wirkungsort bestattet wurden. Er betrachtet die Galerien im Westmassiv des Djoser-Komplexes in Sakkara als mögliche letzte Ruhestätte des Sened. Der niederländische Ägyptologe Joris van Wetering vermutet Seneds Grabanlage ebenfalls in Sakkara. In einem Wadi zwischen dem Pyramiden-Komplex des Sechemchet und dem koptischen Kloster des heiligen Jeremias (Deir Apa Jeremias) – ein Ort, an dem Vermutungen zufolge weitere Königsgräber der 2. Dynastie zu finden sein könnten – liegt die Mastaba des „Hohepriester des Aton“ Merire-Merineith, welcher in der 18. Dynastie gewirkt hatte. Merire hatte seine Mastaba offenbar über einem geplünderten Galeriegrab der 2. Dynastie errichtet und Teile des unterirdischen Kammersystems wiederverwendet. Das Grab liegt genau in der Verlängerung der Ostmauer des Djoser-Komplexes, also nur wenige Meter östlich der Längengrad-Position, auf der sich auch das Grab des Ninetjer befindet. van Wetering und seine Kollegen Maarten Raven und René van Walsem halten es für möglich, dass das Galeriegrab König Sened, aber auch anderen, obskuren Königen wie Sneferka, Vogel, Horus Sa und anderen gehört haben könnte. Hintergrund der These ist, dass aus dem Galeriegrab kleine Modellvasen mit dem Horusnamen von König Hetepsechemui geborgen worden waren, der König selbst aber besitzt bereits ein eigenes Galeriegrab in Sakkara.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| Wadjenes | König von Ägypten 2. Dynastie | Peribsen? Neferkare I.? |
| Personendaten | |
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| NAME | Sened |
| ALTERNATIVNAMEN | Senedj |
| KURZBESCHREIBUNG | altägyptischer König |
| GEBURTSDATUM | 28. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 28. Jahrhundert v. Chr. |